
Da verschiedene riskante Verhaltensweisen häufig zusammen auftreten, spricht man auch von einem «krankheitsverursachenden Lebensstil». Um diesem entgegen zu wirken, geht die Gesundheitsförderung von den vorhandenen Ressourcen und Stärken aus, um gesunde Lebensweisen und Lebenswelten zu propagieren und zu erleichtern. Die Menschen sollen informiert, fähig und motiviert sein, die eigene Lebensweise so zu gestalten, dass sie der Gesundheit und dem Wohlbefinden förderlich ist und zu einer erhöhten Lebensqualität führt. Dabei wird nicht zwischen gesund und krank, zwischen risikoreich und risikoarm unterschieden, sondern auf Ressourcen (Schutzfaktoren) aufgebaut, die alle Personen zum Wohle der Gesundheit verbessern können. Möglichst optimale gesellschaftliche Rahmenbedingungen (Sicherung der Grundbedürfnisse, Bekämpfung von sozialer Benachteiligung, Erhaltung bzw. Wiederherstellung einer sicheren ökologischen- und ökonomischen Umwelt) unterstützen diesen Prozess.
Die Prävention hat zum Ziel, die Häufigkeit oder den Schweregrad von spezifischen Krankheiten zu vermindern. Dies geschieht, indem bestimmte Belastungsfaktoren allgemein (zum Beispiel Luftverschmutzung) oder individuell (zum Beispiel Tabakkonsum) vermieden oder reduziert werden. Prävention ist problemspezifisch, wird anhand von potenziellen Risiken definiert und richtet sich an definierte Zielgruppen oder an die ganze Bevölkerung.
Gesundheitsförderung und Prävention haben das gleiche Ziel: Mit Hilfe von Verbesserungen beim Individuum und bei den Verhältnissen soll der durchschnittliche Gesundheitszustand der Bevölkerung auf ein höheres Niveau gebracht werden. Die beiden Interventionsformen sollen sich ergänzen, wobei je nach Ausgangslage die eine oder die andere angemessener sein und mehr Erfolg versprechen kann. Sowohl bei der Gesundheitsförderung als auch bei der Prävention spielt das soziale Umfeld (Partnerschaft, Familie, Freundeskreis, Schule, Arbeitsplatz, Gemeinde und Gesellschaft) eine grosse Rolle.
Das neue kantonale Gesundheitsgesetz, das per 1. September 2008 in Kraft getreten ist, bezeichnet die Gesundheitsförderung und Prävention als gemeinsame Aufgabe von Gemeinden und Kanton. Die Aufgaben zwischen Kanton und Gemeinden sind im Grundsatz wie folgt aufgeteilt:
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Gemeinden |
Kanton |
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Um einen optimalen Informationsaustausch zwischen Kanton, Gemeinden und Bevölkerung sicherzustellen, hat jede Gemeinde eine Ansprechperson für Gesundheitsförderung und Prävention bezeichnet. Auf kantonaler Ebene ist die Fachstelle für Gesundheitsförderung und Prävention Kontaktstelle. Zudem ist die regierungsrätliche Fachkommission für Gesundheitsförderung und Prävention als Koordinationsgremium eingesetzt worden.
Auftrag der Fachkommission Gesundheitsförderung und Prävention:
- prüft grundsätzliche Fragen der Gesundheitsförderung und Prävention;
- entwickelt und beantragt strategische Schwerpunkte der Gesundheitsförderung und Prävention;
- beobachtet, empfiehlt und koordiniert - soweit möglich und erforderlich - Massnahmen der
Gesundheitsförderung und Prävention im Kanton Uri;
- kann selber und in Zusammenarbeit mit Dritten Massnahmen der Gesundheitsförderung und
Prävention durchführen und initiieren.
Mitglieder der Fachkommission Gesundheitsförderung und Prävention:
| Christoph Schillig | kontakt uri, Jugend- und Elternberatung, Suchtberatung, Suchtprävention |
| Markus Fehlmann | Gesundheitsförderung Uri Fachstelle für Gesundheitsförderung & Prävention |
| Rita Graf | Lungenliga Uri |
| Dr. med. Astrid Hurni | Präsidentin |
| Reto Kempf | Amt für Kantonspolizei |
| Jeannette Oderbolz | Vertretung der Gemeinden |
| Beat Planzer | Amt für Gesundheit |
| Lukas Niederberger | Amt für Volksschulen |