Kanton URI
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Fischaufzucht

Die Fischaufzucht hat zum Ziel, Fischgewässer, in denen ein natürliches Aufkommen der Fische nur beschränkt oder z. T. gar nicht möglich ist (z. B. wegen ungenügendem Restwasser, Begradigungen, Verbauungen etc.), mit Fischen zu besetzen. Dieser Fischbesatz dient einerseits der Arterhaltung, andererseits der Sicherung eines ökologisch und fischereiwirtschaftlich wünschbaren Fischbestandes in den Fischgewässern.

Die kantonale Fischereiverwaltung betreibt drei kantonale Fischzuchtanlagen. In Flüelen werden Balchen (Felchen) und Albeli zu Brütlingen aufgezogen, Hechte zu Vorsömmerlingen sowie Seeforellen und Rötel zu Sömmerlingen. Im Rynächt wachsen Bach-, Regenbogen- und Seeforellen-Jährlingen sowie Muttertiere heran. Die Fischzuchtanlage in Silenen befindet sich zwar im Besitz des Urner Fischereivereins, wird aber von der kantonalen Fischereiverwaltung betrieben. Diese Anlage widmet sich primär der Aufzucht von Bachforellen-Sömmerlingen, Bachforellen-Brütlingen und Regenbogenforellen-Sömmerlingen.

Fischzucht
Die Qualität des Besatzmaterials ist ausserordentlich wichtig. Die Natur brauchte Hunderte von Jahren, um die jeweils stärksten Arten zu selektionieren. Man muss die benötigten Laichtiere aus ausgewählten Gewässern abfischen, den Laich gewinnen und künstlich erbrüten. Die so gezüchteten Jungfische werden wieder in die entsprechenden Gewässer zurückversetzt.

Das schönste Beispiel im Kanton Uri ist die Bewirtschaftungsarbeit rund um die Seeforelle. Sie hat in der Bewirtschaftung des Vierwaldstättersees und damit auch der Urner Gewässer einen besonders hohen Stellenwert: Früher kam sie oft in den sauerstoffreichen Voralpenseen vor, heute ist sie gesamtschweizerisch vom Aussterben bedroht. Als naher Verwandter des Lachses ist sie ihm im Fortpflanzungs- und Entwicklungsverhalten sehr ähnlich. Mit Beginn der Laichreife ziehen die Fische flussaufwärts, um sich auf den sauberen Kiesbänken der Bäche zu paaren. Leider ist diese Laichwanderung in den meisten Zuflüssen des Vierwaldstättersees nicht mehr möglich. Unüberwindbare Verbauungen oder die Wasserqualität lassen dies nicht mehr zu. Die Reuss im Kanton Uri ist diesbezüglich zum Glück noch einer der wenigen intakten
Zuflüsse.

Die Wanderung der Seeforellen
Ab August/September beginnen die geschlechtsreifen Seeforellen ( ca. ab dem 4. Lebensjahr) aus dem ganzen Vierwaldstättersee zu ihrer Geburtsstätte zurückzuwandern. In der Reuss im gut geschützten Intschitobel unterhalb von Gurtnellen kann man jedes Jahr eine grosse Anzahl Seeforellen bei der natürlichen
Laichablage beobachten. Die Mitarbeiter der Urner Fischereiverwaltung machen sich das Wanderverhalten der Seeforelle zu Nutze: Mittels Elektrobefischung und durch «Streifen» von Laichfischen gewinnen sie viele Eier dieser bedrohten Art. Mit den herangezogenen Jungfischen werden vor allem die Zuflüsse des Urner Sees besetzt. Aber auch die Nachbarkantone erhalten vom Kanton Uri dieses wertvolle Besatzmaterial, das sie aus ihren eigenen Bächen aus genannten Gründen nicht mehr gewinnen könnten.

So leistet der Kanton Uri einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der bedrohten Seeforelle im Vierwaldstättersee.

Die Aufgaben der Fischereiverwaltung
Alle Arbeiten bezüglich Fischerei und Gewässserschutz fallen im Kanton Uri laut Gesetz in den Aufgabenbereich des Kantons. Für die Fischerei ist die Fischereiverwaltung zuständig. Sie ist dem Amt für Umweltschutz angegliedert. Innerhalb der Verwaltung ist es die Aufgabe des Kantonalen Fischereiinspektors und seiner nebenamtlichen Aufseher, dafür zu sorgen, dass sich unsere Gewässer in einem gesunden und in Bezug auf die Fischerei in einem ausgewogenen Zustand befinden. Unter seiner Aufsicht findet auch der alljährliche Laichfischfang auf See- und Bachforellen statt. Für die im See zu bewirtschaftenden Fischarten kann der Fischereiinspektor auf die Mithilfe der Berufsfischer zählen. Sie müssen den Laich ihrer im Netz gefangenen Fische der Fischereiverwaltung zur Weiterzucht abliefern.

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