
Allgemeines: Gletschervorfelder sind Spezialformen von Auen. Geschaffen und stark beeinflusst durch Gletscher, zeichnen sie sich durch eine grosse Dynamik und Strukturreichtum aus. Erosions- und Ablagerungsprozesse sind allgegenwärtig: Vom Eis blank geschliffene Felsen, weit verschlungene Wasserläufe mit stark schwankender Wasserführung in vegetationsfreien Sand und Schotterflächen, mit lockerem Gesteinsmaterial aufgebaute Moränenkränze. Die instabilen Rohböden besiedeln sich nur langsam mit Pflanzen. Den extremen Verhältnissen begegnen die Pflanzen mit speziellen Wuchsformen: lange Wurzeln und Verlängerung der Stängel ermöglichen ein Überleben in den instabilen Schuttflächen, dank Zwergwuchs trotzen sie den klimatischen Extremen. Erstbesiedler sind meist Flechten und Moose. Erst wenn die sich die Bodenverhältnisse stabilisieren kommen zuerst Gräser und Kräuter, dann Zwergsträucher und Bäume dazu. Oft lässt sich diese Sukzession sehr gut erkennen.
Gletschervorfelder sind markante und aus der Sicht des Tourismus wichtige Naturlandschaften. Schutz vor Kiesabbau, touristischen Anlagen und Eingriffen am Gewässer, z.B. durch Wasserfassungen und Verbauungen sind die wichtigsten Massnahmen, um die eindrucksvollen Gebiete mit ihrer Dynamik zu erhalten.
Uri: Als Gebirgskanton kommt dem Kanton Uri bei den Gletschervorfeldern eine grosse Bedeutung zu. Die 7 wertvollsten Gebiete wurden im Inventar der Auen von nationaler Bedeutung aufgenommen. Die Objekte liegen alle im südlichen, höher gelegenen Kantonsteil.
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