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Ein Blütenmeer voller Graslilien am Rophaien.
Wer hat die schönste Wildheufläche im Kanton Uri? Um die Leistungen der Bewirtschafter für die einzigartige Urner Landschaft zu belohnen, schrieb die Abteilung Natur- und Heimatschutz und das Amt für Landwirtschaft des Kantons Uri die Wildheumeisterschaft 2011 aus. Prämiert wurden Wildheuflächen, die besonders artenreich und landschaftlich attraktiv sind, auch heute noch traditionell (z.B. mittels Heuseil) bewirtschaft werden und noch sichtbare Kulturelemente aufweisen (z.B. Tristen, Steinwälle). Die drei schönsten Wildheuflächen wurden anlässlich einer Preisverleihung am 29. September 2011 auf den Eggbergen der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Gewinner 2011:
1. Platz: Teiftal Flüelen, Kari Gisler
2. Platz: Steitüüfel Seilplanggä Erstfeld, Handmähverein Innerschweiz
3. Platz: Grotzäplangä Isenthal, Toni Jauch
Das traditionelle Wildheuen hatte im gesamten europäischen Alpenbogen eine lange Tradition, ist heute aber weitgehend Geschichte. Daher ist die heute noch praktizierte Wildheukultur im Kanton Uri für die Schweiz wie auch für Europa einmalig. Gemäss dem Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden finden sich noch 257 Hektaren Wildheuflächen (national bedeutend) von grosser ökologischer Qualität an den Urner Steilhängen über 1500m ü.M. Zudem kommen noch weiter wertvolle Flächen vor, die aber eine geringere Bedeutung (regional/national) aufweisen oder die bisher noch nicht kartiert worden sind.
Bei regelmässiger Nutzung besitzen Wildheuflächen einen überdurchschnittlich grossen Artenreichtum. Durch die Mahd und das Zusammenlesen von Steinen wird zudem das Risiko von Erdrutschen und Gleitschneeschäden vermindert. Landwirte schätzen das Wildheu als qualitativ gute Futterreserve für den Winter. Nicht zuletzt ist Wildheuen gelebtes Brauchtum und schafft Identifikation.
Wildheuen produziert Blumenpracht
In den vergangenen Jahren war auch im Kanton Uri die Bewirtschaftung der abgelegenen Wildheuflächen rückläufig. Denn trotz Einsatz moderner Hilfsmittel, wie Helikopter oder Bergmäher, bleibt dem Wildheuer viel aufwändige Handarbeit. Das kantonale Wildheuförderprogramm soll daher die Nutzung ausgewählter Wildheugebiete erhalten und fördern. Das Ziel ist bis im Jahr 2013, den Rückgang der artenreichen Wildheuflächen zu stoppen, attraktive Rahmenbedingungen für die Bewirtschaftenden zu schaffen (finanzielle Anreize, gesetzliche Anpassungen etc.) und das Wissen um die Einzigartigkeit der "Wildheu-Kultur" in der Bevölkerung zu verankern. Auch die sanfte touristische Wertschöpfung gehört dazu. Der im Jahr 2008 eröffnete Wildheuerpfad am Rophaien ist ein gelungenes Beispiel hierfür. Ein Grossteil des Förderprogramms wird fremdfinanziert.
Justizdirektion Uri
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