
NEAT ist eine Abkürzung und bedeutet Neue Eisenbahn Alpen Transversale. Die Abkürzung NEAT wurde später durch den sprachunabhängigen Namen "AlpTransit" abgelöst. Im urnerischen Sprachgebrauch ist die Abkürzung NEAT aber immer noch stark vertreten.
Was bezweckt die NEAT?
Der Bundesbeschluss über den Bau der schweizerischen Eisenbahn Alpentransversale (Alpentransit-Beschluss) nennt in seinem Artikel 3bis das NEAT-Konzept, welches anstrebt, die Schweiz zu einer Drehscheibe im europäischen Hochgeschwindigkeits-Personenverkehr zu entwickeln. Bei der Ausführung ist laufend der bahntechnologische Fortschritt umzusetzen. Im Güterverkehr ist namentlich die optimale Einbindung in die europäischen Bahnkorridore für den unbegleiteten kombinierten Verkehr (UKV) zu verwirklichen. Das Ziel dient dem Schutz des Alpenraums vor weiteren ökologischen Belastungen.
Die NEAT ist denn auch die wesentliche technische Voraussetzung zur Verlagerung des Verkehrs von der Strasse auf die Schiene.
Projektumfang
Das NEAT-Konzept umfasst den Ausbau der Transitachsen Gotthard und Lötschberg(-Simplon) als Gesamtsystem sowie den besseren Anschluss der Ostschweiz an die Transitachse Gotthard.
In der Volksabstimmung vom 29. November 1998 über Bau und Finanzierung der Infrastrukturen des öffentlichen Verkehrs (FinöV) hat das Schweizervolk einem Bauprogramm zugestimmt, welches für die NEAT den Bau der beiden Basistunnels am Gotthard und am Lötschberg sowie den Zimmerbergtunnel, den Monte Ceneritunnel, den Anschluss der Schweiz an die Hochgeschwindigkeitslinien Europas sowie den Anschluss der Ostschweiz an die Gotthardachse beinhaltet. Die Zufahrts- und Verbindungsstrecken zwischen den genannten Bauwerken wurden vorderhand zurückgestellt und sind nicht Gegenstand der beschlossenen Finanzierung, hingegen der Lärmschutz der Bahnen, Bahn 2000 und der Anschluss der Schweiz ans europäische Hochleistungs-Eisenbahnnetz.
Im Kanton Uri wird im Rahmen dieses Programms vorerst der Gotthardbasistunnel erstellt. Der Gotthardbasistunnel wird vom Raum Rynächt nördlich Erstfeld bis in den Raum Bodio/Biasca führen und eine Länge von zirka 57 km aufweisen. Der Vortrieb erfolgt von insgesamt fünf Orten aus, nämlich vom Nordportal Erstfeld, vom Zwischenangriff Amsteg, vom Fuss des Schachtes Sedrun, vom Zwischenangriff Faido und vom Südportal bei Bodio. Der Gotthard-Basistunnel soll innert 10 bis 12 Jahren, das heisst bis im Jahr 2014/2015, betriebsbereit sein.
Im Juni 2002 hat der Bundesrat den Grundsatzentscheid für die Linienführung "Berg lang geschlossen" im Kanton Uri getroffen. Die AlpTransit Gotthard AG hat darauf im Januar 2003 ein neues Projekt in einer Planauflage präsentiert. Anschliessend formulierte der Kanton Uri seine Einsprache (24. Februar 2003) zu Handen des Bundesamtes für Verkehr sowie eine politische Stellungnahme (15. April 2003). Daneben sind auch Einsprachen von Gemeinden, Organisationen und Privaten eingegangen. Nach dem Bereinigungsverfahren wurde die Baubewilligung am 16. März 2004 durch das UVEK erteilt. In dieser Bewilligung ist die Etappierung festgelegt, indem die NEAT vorderhand nur südlich des so genannten Knickpunkts bei km 98,2 erstellt werden kann. Der Teil nördlich von Kilometer 98,2 mit der Schächenquerung und bis zum Anschluss im Raum Altdorf Süd wurde im Auflageprojekt 2006 im Plangenehmigungsverfahren öffentlich aufgelegt. Nach der Einsprachebereinigung erfolgte die Plangenehmigungsverfügung mit Datum vom 18. Oktober 2007. Im Februar 2008 ist diese in Rechtskraft erwachsen. Somit liegen für alle im Rahmen der FinöV-Finanzierung vorgesehenen Abschnitte im Kanton Uri Baubewilligungen vor.
Die vom Bundesrat mit Grundsatzentscheid vom Juni 2002 vorgesehene Linienführung "Uri Berg lang Axen (UBLA)" wird derzeit in einer Vorprojektierung konkretisiert. Das Vorprojekt dieses noch nicht finanzierten, aber vom Bundesrat im Grundsatz beschlossenen Abschnitts wird auf Anfang 2009 erwartet. Anschliessend folgt das Verfahren zur Festlegung der entsprechenden Linienführung im Sachplan der AlpTransit. Es wird davon ausgegangen, dass Anfang 2010 die künftige Linienführung von UBLA vom Bundesrat im Sachplan festgesetzt wird. Der Bau von "Berg lang" kann aber erst erfolgen, wenn die Finanzierung und der Baubeschluss vorliegen. Aus heutiger Sicht rechnet man mit einer Realisierung der nördlichen Zufahrten der NEAT zum Gotthardtunnel frühestens im Jahre 2030.
Realisierungszeitplan in Uri
Im Kanton Uri wird die Planung und Realisierung bis ins Jahr 2017 in mehrere Bereiche aufgeteilt:
Aktuelle Infos zum Baufortschritt finden Sie auf der AlpTransit-Seite.
Der Zwischenangriff Amsteg mit einem 1,8 km langen Stollen ist bereits abgeschlossen. Von dort aus erfolgte der Hauptvortrieb der beiden NEAT-Röhren gegen Süden. Der Bohrbetrieb in der Oströhre wurde am 27. Mai 2003 aufgenommen. In der Weströhre erfolgt der maschinelle Ausbruch seit August 2003. Der Durchschlag zum 11,4 Kilometer weiter südlich gelegenen Los Sedrun ist bei der Weströhre am 17. Oktober 2007, bei der Oströhre am 28. November 2007 erfolgt. Die Arbeiten wiesen einen Vorsprung von sechs bzw. neun Monaten zur Terminplanung auf. Seither wird im Los der Innenausbau mit voller Kraft vorangetrieben. Bereits im Januar 2003 wurde der Kabelstollen bis zum Kraftwerk Amsteg ausgebrochen, welches die NEAT mit Bahnstrom versorgen wird.
Der Bereich Gotthardtunnel Nord zwischen Amsteg und dem Anschluss an die Stammlinie in Altdorf wurde im Januar 2003 neu aufgelegt. Die Arbeiten am Südabschnitt (zwischen Amsteg und dem Knickpunkt bei Kilometer 98,2 im Rynächt bei Schattdorf) wurden am 16. Juni 2004 in Angriff genommen. Der Abschnitt besteht aus zwei 7,7 km langen, einspurigen Tunnelröhren. Die Vortriebsarbeiten waren ursprünglich auf Ende 2006 vorgesehen. Wegen mehrmaliger Einsprache gegen die Arbeitsvergabe erwuchs hier eine erhebliche Verzögerung im Baubeginn. Nach der Installation des Unternehmers ab Frühjahr 2007 begannen die ersten Sprengarbeiten am Gotthard-Basistunnel Nord am 29. August 2007. Die erste Tunnelbohrmaschine in Richtung Sedrun startete am 4. Dezember 2007, die zweite Tunnelbohrmaschine Anfang 2008. Der Durchschlag in Amsteg wird gemäss Bauprogramm auf ca. Februar 2010 erwartet.
Der Nordabschnitt (zwischen dem Gotthard-Basistunnel und dem Anschlusspunkt südlich des Bahnhofs Altdorf) ist nun ebenfalls im Bau. Ein Kernelement davon ist - neben der Überholgleisgruppe - die Querung des Schächenbaches bei Bürglen. Die Abstimmung des AlpTransit-Projektes mit dem Hochwasserschutzprojekt erforderte nach dem Hochwasser vom August 2005 erheblichen Aufwand. Nun werden die Arbeiten so vorangetrieben, dass mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels neuerdings im Jahre 2017 gerechnet werden kann.