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Bodenschutz

Zuständige Direktion: Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion
Zuständiges Amt: Amt für Umweltschutz
Zuständige Abteilung: Abteilung Immissionsschutz
Verantwortlich: Ilg, Harry

Boden schonen
Der Boden ist ein knappes und schützenswertes Gut: Er ist die Grundlage für unser Leben. Gerade bei Bauvorhaben ist es wichtig, dass der Schutz des Bodens frühzeitig einbezogen wird. Das Amt für Umweltschutz unterstützt Sie bei der schnellen und unkomplizierten Umsetzung der Massnahmen zum Bodenschutz - damit wir den Boden auch in Zukunft uneingeschränkt nutzen können.

Das Merkblatt «Umgang mit Boden» (ZUDK, 2007) enthält konkrete Anleitungen und Hinweise zum korrekten Umgang mit Boden.

Das Merkblatt «Bodenschutz lohnt sich» (BAFU / Cercle Sol, 2017, www.bodenschutz-lohnt-sich.ch) gibt wichtige Hinweise für die Planung und die Ausschreibung von Bodenarbeiten bei Bauvorhaben.

Wichtige Grundsätze zum Bodenschutz
Arbeiten nur bei ausreichend abgetrockneten Böden ausführen
  • Arbeiten nur bei ausreichend abgetrockneten Böden ausführen
  • Maschinen mit möglichst geringem Gesamtgewicht verwenden
  • Böden mit temporären Kiespisten, Baggermatratzen oder Platten schützen
  • Boden immer begrünen
  • Bei grossen Vorhaben (in der Regel ab 5'000 m2) bodenkundliche Baubegleitung beiziehen
  • Wiederverwendung von abgetragenem Boden nach Möglichkeit vor Ort
  • Schadstoffbelastete Böden separat behandeln
  • Neu aufgebaute Böden brauchen Zeit und eine schonende Folgebewirtschaftung

Grossbaustellen
Bei Bauvorhaben, bei denen grosse Flächen mit fruchtbarem Boden verschoben, zwischengelagert und später wieder rekultiviert werden, wird die Umsetzung von Bodenschutzmassnahmen durch eine bodenkundliche Fachperson vor Ort und in Zusammenarbeit mit unserer Amtsstelle sichergestellt. Eine Liste der zugelassenen Bodenkundlichen Baubegleiter (BBB) kann auf der Website der Bodenkundlichen Gesellschaft der Schweiz (BGS) eingesehen werden.


Bodenschonender Maschineneinsatz
Das Nomogramm gibt an, bei welcher Bodenfeuchte (Saugspannung) Baumaschinen und landwirtschaftliche Fahrzeuge eingesetzt werden können. Bevor Boden befahren oder bearbeitet wird, kann seine Feuchtigkeit und Tragfähigkeit durch Messung der Saugspannung mittels Tensiometern beurteilt werden. Der Kanton Uri betreibt seit 2008 in Erstfeld und seit 2017 in Andermatt je eine Bodenmessstation. Mit diesen vollautomatischen Stationen können unter www.boden-uri.ch hochaufgelöst und kontinuierlich die relevanten Messparameter abgerufen werden. Damit können die am Bau beteiligten Akteure beurteilen, ob bei den aktuell vorliegenden Verhältnissen das Befahren und Umlagern des Bodens zulässig ist.


Schadstoffe im Boden
Im Kanton Uri konzentrieren sich natürliche und anthropogene Schadstoffquellen auf engem Raum. Der Verdacht auf hohe Bodenbelastungen mit Schadstoffen ist daher mehr als begründet und lässt sich durch zahlreiche Untersuchungen belegen. Gebiete, die Belastungen aufweisen können, sind:
  • stark befahrene Strassen und Eisenbahnlinien
  • Altbaugebiete
  • Industrie- und Gewerbegebiete
  • Stahlkonstruktionen (Hochspannungsmasten, Stahlbrücken etc.), die mit Korrisionsschutzmitteln behandel wurden
  • Schiessanlagen
  • Gärtnereien und Schrebergärten (Allgeinigärten)
Vollzugsinstrument FvBB für die Baubewilligungsbehörde
Unkontrollierte Verschiebungen von schadstoffbelastetem Boden führen zu neuen Bodenbelastungen und sind gemäss Umweltgesetzgebung (siehe Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo; SR 814.12) und Wegleitung Verwertung von ausgehobenem Boden (BUWAL, 2002)) nicht zulässig. Im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens muss daher rechtzeitig geprüft werden, ob Schadstoffbelastungen im Boden vorliegen könnten. Dazu hat das Amt für Umweltschutz ein GIS-gestütztes Vollzugsinstrument «Flächen mit vermuteten Bodenbelastungen» (FvBB) entwickelt. Es enthält jene Verdachtsflächen, bei denen mit grosser Wahrscheinlichkeit (>80 %) eine Schadstoffbelastung des Bodens zu erwarten ist. Die Anwendung der FvBB ist in einem Handbuch für die Gemeinden beschrieben (pdf-Handbuch).

Die FvBB sind den kommunalen Baubehörden und den betroffenen Ingenieurbüros über das Geoportal der Lisag AG zugänglich.

Link: https://www.geo.ur.ch (Suchbegriff «FvBB»). Die Logindaten zu den FvBB sind bei der Lisag AG anzufordern.

Publikationen
Bodenschutz und Bauen


Bodenschutz und Landwirtschaft

  • Abschätzung des Verdichtungsrisikos der landwirtschaftlich genutzten Böden in der Urner Reussebene, AfU Uri 2015

  • Erosion im Alpinen Raum
 
Weitere Publikationen


 
Bodenschutz in der Landwirtschaft
Eine unsachgemässe Bodennutzung kann zu Bodenverdichtungen und Bodenerosion führen und Schadstoffbelastungen verursachen. Im unteren Urner Reusstal besteht aufgrund der leichten bis mittelschweren Böden nur ein geringes Verdichtungsrisiko. Der Einsatz von schweren Maschinen auf nassen Böden kann jedoch zu Bodenverdichtungen führen. Informationen zur Beurteilung des Bodenverdichtungsrisikos finden Sie in der Publikation «Abschätzung des Verdichtungsrisikos der landwirtschaftlich genutzten Böden in der Urner Reussebene».


Bodenerosion
Im Gebirgskanton Uri ist Bodenerosion hauptsächlich in den Hanggebieten von Bedeutung. So sind beispielsweise im Urserntal steile Weideflächen von der Bodenerosion betroffen. Grund dafür ist unter anderem der Wandel in der Landnutzung:


  • die Beweidung wurde durch den Einsatz von mehr Tieren intensiviert
  • die Weidezeiträume wurden verlängert, der Boden hat weniger Zeit zur Regenerierung

Unter Beteiligung zahlreicher Kantone und des Bundes hat das Amt für Umweltschutz Uri ein GIS-Tool zur Identifizierung von bewirtschaftungsbedingten Erosionsschäden im alpinen Raum erarbeitet. Weitere Informationen dazu finden Sie im Bericht «Erosion im Alpinen Raum».
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