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Erwachsenenschutz

Die volljährige und urteilsfähige, das heisst handlungsfähige Person kann im Rahmen der Rechtsordnung ihre persönlichen und finanziellen Angelegenheiten selbstständig regeln.

Die Selbstständigkeit kann aufgrund eines in der Person liegenden Schwächezustandes, zum Beispiel einer psychischen Störung oder einer geistigen Behinderung, eingeschränkt sein.

Kann deswegen eine Person wichtige Angelegenheiten nicht oder nur ungenügend erledigen, gefährdet das ihr Wohl und ihre Interessen. Daraus kann eine Schutzbedürfdigkeit entstehen.

Hier greift das Erwachsenenschutzrecht ein. Es stellt eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung, um die persönlichen oder finanziellen Interessen von schutzbedürftigen Personen zu sichern. Leitgedanke ist immer das Wohl und der Schutz der betroffenen Person.

Eine der wesentlichen Errungenschaften des neuen Erwachsenenschutzrechts ist die Stärkung der Selbstbestimmung des Einzelnen. Mit den beiden Instituten Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung können Sie eine Person (oder mehrere Personen) Ihres Vertrauens bestimmen, welche für Sie das Vermögen verwalten und Entscheidungen treffen soll, falls Sie wegen eines Unfalls oder einer Krankheit (z.B. Altersdemenz) urteilsunfähig werden. Gleichzeitig können Sie bestimmte Anordnungen treffen, beispielsweise bezüglich des Wohnens oder der medizinischen Versorgung. Wir empfehlen Ihnen, mit Blick auf eine allfällige spätere Urteilsunfähigkeit, sich möglichst frühzeitig mit dem Errichten eines Vorsorgeauftrags und/oder einer Patientenverfügung zu befassen.
Beistandschaften kommen nur dann zum Zug, wenn private Unterstützungen oder staatliche Angebote nicht ausreichen oder von vornherein nicht sinnvoll sind. Eine fürsorgerische Unterbringung in einer Einrichtung wie die psychiatrische Klinik dient dem Schutz der betroffenen Person und ist an sehr enge Voraussetzungen geknüpft.