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Kindesschutz

Kinder und Jugendliche sind für ihre Entwicklung auf Schutz und Förderung angewiesen. In erster Linie sind die Eltern verpflichtet, für die Grundbedürfnisse ihrer Kinder zu sorgen und deren Entwicklung zu fördern. Sie tragen die Hauptverantwortung für das Wohl ihrer Kinder.

Das Kindeswohl wird insbesondere durch Vernachlässigung, körperliche oder psychische Misshandlung oder sexuellen Missbrauch gefährdet.

Vorgehen bei einer Kindeswohlgefährdung

  • Die Eltern sind in der Lage und bereit, selbst Lösungen zu suchen, um die Kindeswohlgefährdung abzuwenden. Eigene Lösungen der Eltern können zum Beispiel darin bestehen, die Hilfe und Unterstützung von Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen.
  • Die Eltern sind nicht in der Lage oder nicht bereit, selbst etwas gegen die Kindeswohlgefährdung zu tun. Nur in diesem Fall, wenn die Eltern ihre Elternpflichten nicht genügend wahrnehmen, kommen Kindesschutzmassnahmen zum Zug. Eine Meldung an die Kindesschutzbehörde ist erforderlich.


Anordnung von Kindesschutzmassnahmen

Für die Anordnung von Kindesschutzmassnahmen ist grundsätzlich die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde zuständig. Sie orientiert sich dabei an den folgenden Grundsätzen:

  • Die Kindesschutzmassnahme ist frühzeitig anzuordnen. Damit soll vermieden werden, zu einem späteren Zeitpunkt umso intensiver ins Familiensystem eingreifen zu müssen.
  • Es ist die mildeste Kindesschutzmassnahme, die in der konkreten Situation Erfolg versprechend ist, zu wählen. Die gewählte Massnahme soll die Elternrechte so wenig wie möglich, aber so stark wie nötig einschränken.
  • Die Kindesschutzmassnahme soll die Bemühungen der Eltern ergänzen oder ihre Fähigkeiten stärken - und nicht ersetzen. Im Vordergrund steht die "Hilfe zur Selbsthilfe".


Das neue Unterhaltsrecht

Seit 1. Januar 2017 gilt das neue Unterhaltsrecht. Betroffen sind Kinder von getrennt lebenden Eltern, welche nicht miteinander verheiratet sind oder waren. Der zwischen dem Kind (vertreten durch den betreuenden Elternteil) und dem unterhaltspflichtigen Elternteil vertraglich vereinbarte Betrag soll weiterhin den sog. Barunterhalt, welcher alle direkten Kosten des Kindes abdeckt, festhalten: Nahrung, Kleidung, Bildung, Freizeit, Versicherungen sowie die medizinische Grundversorgung. Neu soll zusätzlich ein sog. Betreuungsunterhalt hinzugerechnet werden, damit der betreuende Elternteil für die Einbussen, welche wegen der eingeschränkten Erwerbstätigkeit entstehen, entschädigt wird. Auf dieser Grundlage soll es möglich sein, Kinder persönlich durch die Eltern und nicht durch fremde Personen betreuen zu lassen. Einigen sich die Eltern über den Betrag, so wird der Unterhaltsvertrag durch die Kindeschutzbehörde genehmigt. Im andern Fall erlässt sie eine Klagebewilligung, mit der sich die Eltern direkt an das Landgericht wenden können, wo die strittigen Punkte des Unterhalts mittels gerichtlichem Urteil entschieden werden. Diese Revision des Zivilgesetzes bezweckt, im wichtigen Lebensbereich "Betreuung" die Kinder von unverheirateten Eltern mit den Kindern von geschiedenen Eltern, welche seit längerer Zeit die Betreuung der Kinder über den "nachehelichen" Unterhalt finanziell regeln können, gleichzustellen.