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Evaluation der Neugestaltung des 9. Schuljahrs abgeschlossen

9. November 2018

Im Auftrag der Bildungs- und Kulturdirektion hat die Pädagogische Hochschule Schwyz im vergangenen Schuljahr die Elemente des neu gestalteten 9. Schuljahrs («8plus») evaluiert. Nun liegt der Schlussbericht vor; er bescheinigt den Schulen eine weitgehend konzeptgetreue Umsetzung.

Seit dem Schuljahr 2013/2014 wird im Kanton Uri flächendeckend das Konzept «8plus – Neugestaltung des 9. Schuljahres» umgesetzt. «8plus» will die Nahtstelle zwischen der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe II massgeblich verbessern, insbesondere mit Blick auf die Berufsbildung. Erzielt werden soll diese Verbesserung hauptsächlich, indem die schulischen Angebote an die individuellen Bedürfnisse der Jugendlichen angepasst werden – und zwar punkto nachfolgende Ausbildung und vermehrte Förderung der Eigenverantwortung.

Die wichtigsten Elemente von «8plus» sind:

  • «Stellwerk 8»: eine individuelle schulische Standortbestimmung im 8. Schuljahr. Der Stellwerktest (siehe auch www.stellwerk-check.ch) ist ein adaptives webbasiertes Testsystem, das in den wichtigsten Fachbereichen (Mathematik, Sprachen) sowie in weiteren Bereichen (technisch-logisches Verständnis und Vorstellungsvermögen) ein individuelles Leistungsprofil für die Teilnehmenden bestimmt. Dieses Profil lässt sich mit den Anforderungsprofilen von Lehrberufen vergleichen (siehe auch www.jobskills.ch).

  • Offene Stundentafel im 9. Schuljahr: mit Pflicht- und Wahlfächern, Unterricht im Lernatelier, Projektunterricht inklusive Abschlussarbeit sowie themenspezifische Kurse.

  • «Stellwerk 9»: eine individuelle schulische Standortbestimmung am Ende der obligatorischen Volksschule.

Qualitative Studie mit Interviews

Im ersten Halbjahr 2018 nun hat das Institut für Professionsforschung und Personalentwicklung an der Pädagogischen Hochschule Schwyz unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Gubler die Umsetzung von «8plus» evaluiert. Auftraggeberin war die Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Uri. Zu beantworten waren Fragen zur Umsetzung der einzelnen Elemente sowie zu Rahmenbedingungen und Auswirkungen von «8plus». Die Antworten ergaben sich aus einer qualitativen Studie: insgesamt 33 Interviews mit 94 Personen (Schulleitungen, Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler). Der Schlussbericht zeigt, dass die Umsetzung von «8plus» weitgehend nach Konzept erfolgt. Die abnehmende Stufe erkennt klare positive Auswirkungen seit der Einführung von «8plus», insbesondere dank der gestärkten Methodenkompetenz der Jugendlichen. Kritisch zu hinterfragen ist indes vor allem die heute bestehende Abwahlmöglichkeit der Fremdsprachen.

Solide Basis für Optimierungen

Der Erziehungsrat des Kantons Uri und die Vereinigung Schulleiterinnen und Schulleiter Uri (VSL) sind bereits über Erkenntnisse der Evaluation informiert worden. Der Erziehungsrat wird die Erkenntnisse in den Zielfindungsprozess 2019 und in künftige Schulentwicklungsprojekte einfliessen lassen. Im Zeitraum von Dezember 2018 bis März 2019 werden zudem sämtliche beteiligten Schulen eine individuelle Rückmeldung zur Umsetzung von «8plus» erhalten, und zwar direkt vom Evaluationsteam. Die Schulen können sich sodann begleiten lassen, wenn sie Handlungsempfehlungen umsetzen und Erkenntnissen aus der Evaluation ins eigene Schulprogramm aufnehmen. Die Evaluation bildet somit die Grundlage für Optimierungen auf kantonaler Ebene. Ausserdem bietet sie Hinweise für die schulspezifische Optimierung von einzelnen Elementen von «8plus».

Der Kurzbericht der Evaluation steht auf der Website des Kantons zur Verfügung: www.ur.ch (Suche: «Externe Evaluation»).

 

Auskunft

Ueli Zberg, Amt für Volksschulen

Telefon 041 875 20 93, E-Mail ueli.zberg@ur.ch