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Studie zu motorischen Basiskompetenzen im Kindergartenalter

19. November 2018

Im Rahmen eines überkantonalen Forschungsprojekts in der Stadt Zürich und im Kanton Uri sind mögliche Unterschiede in den motorischen Leistungsdispositionen von Kindern in städtischen und ländlichen sowie Regel- und Bewegungskindergärten untersucht worden. An der Studie nahmen auch 170 Kinder aus dem Kanton Uri teil. Die Ergebnisse zeigen: Es lohnt sich, Bewegung im pädagogischen Schulkonzept zu integrieren.

 

Im Aufbau der motorischen Handlungsfähigkeit nimmt die frühkindliche Entwicklungsphase eine zentrale Stellung ein. Im Gegensatz zur Primarstufe existiert zur Bewegungskompetenz von Kindergartenkindern in der Schweiz bislang wenig empirisches Wissen. Zudem sind aufgrund der kompetenzorientierten Ausrichtung des neuen Lehrplans 21 in der Unterrichtspraxis anwendungsorientierte Aufgabenformate erwünscht, die auch eine Einschätzung des motorischen Lernstands und förderorientierte Unterstützung der Kinder ermöglichen.

 

Zwei Kompetenzbereiche überprüft

Vor diesem Hintergrund hat ein überkantonales Forschungsprojekt mit Hilfe eines neu entwickelten Aufgabensets die motorischen Basiskompetenzen von vier- bis sechsjährigen Kindern überprüft, und zwar in den Kompetenzbereichen «Sich-Bewegen» (Balancieren, Rollen, Springen und Laufen) und «Etwas-Bewegen» (Werfen, Fangen, Prellen und Dribbeln). Beteiligt waren zwölf Kindergärten im Kanton Uri (mit 170 Kindern) und 14 Stadtkindergärten in Zürich (mit 233 Kindern). Die Teilstudie in Uri wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Jürgen Kühnis von der Pädagogischen Hochschule Schwyz durchgeführt, und zwar in Zusammenarbeit mit dem Amt für Volkschulen. Am Montagabend, 19. November 2018, präsentierte Jürgen Kühnis in Altdorf die Resultate der Studie.

 

Erwartete Unterschiede nach Alter und Geschlecht bestätigt

Wie die Studie zeigt, schneiden ältere Kindergartenkinder in beiden überprüften Kompetenzbereichen deutlich besser ab als jüngere. Ebenfalls erwartungsgemäss zeigen sich in beiden Teilstichproben (Uri und Stadt Zürich) signifikante Unterschiede zugunsten der Mädchen im Kompetenzbereich «Sich-Bewegen» sowie zugunsten der Knaben im Kompetenzbereich «Etwas-Bewegen» (vor allem beim Zielwerfen und Dribbeln).

 

Beim Stadt-Land-Vergleich fällt auf, dass Urner Kinder in beiden Kompetenzbereichen deutlich bessere Leistungen zeigen als Kinder aus der Stadt Zürich. Dieser Unterschied dürfte in Anlehnung an andere Untersuchungen auf die in städtischen Wohngebieten stärker eingegrenzten Aktionsräume zurückzuführen sein (unter anderem hohe Wohn- und Verkehrsdichte); demgegenüber finden Kinder auf dem Land noch mehr frei nutzbare Flächen für das selbstständige Spielen und Bewegen vor.

 

Bedeutsame Unterschiede zwischen Regel- und Bewegungskindergärten

Wie die Studie weiter zeigt, verfügen Kinder aus Kindergärten mit einer besonders bewegungsfördernden Lernumgebung («Purzelbaum-Projekt») über einen besseren motorischen Leistungsstand als Kinder aus Regelkindergärten. Dieser Befund unterstreicht, dass es sich lohnt, Bewegung im pädagogischen Schulkonzept zu integrieren.

 

 

Rückfragen von Medienschaffenden:
Regierungsrat Beat Jörg, Bildungs- und Kulturdirektor und Präsident des Erziehungsrats
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