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Junge Flüchtlinge bereiten sich vor auf die berufliche Grundbildung

11. Dezember 2018

Seit August 2017 führt das Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri (bwz uri) das Integrative Brückenangebot; es bereitet junge Migrantinnen und Migranten zwischen 16 und 25 Jahren auf den Einstieg in die berufliche Grundbildung vor. Einer davon ist Scheragha Faizi aus Afghanistan.

 

Das Integrative Brückenangebot (IBA) des bwz uri erstreckt sich auf zwei Jahre. Im ersten Jahr ist das Angebot rein schulisch; im zweiten belegt die Schule vier Tage pro Woche, wobei neben Deutsch auch Mathematik und Allgemeinwissen auf dem Stundenplan stehen. Um eine optimale Vorbereitung auf das duale Berufsbildungssystem zu geben, absolvieren die Lernenden an einem Tag pro Woche zusätzlich ein Praktikum. Dabei sollen sie den Arbeitsalltag kennenlernen, Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit fördern sowie das Interesse an beruflichen Zusammenhängen entdecken.

 

Traum vom eigenen Geschäft

Besucht wird das zweite IBA-Jahr momentan von dreizehn spät zugewanderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die als Flüchtlinge in die Schweiz kamen. Einer von ihnen ist Scheragha Faizi aus Afghanistan. Sein Praktikum absolviert er bei Intercoiffure Furrer in Altdorf. Jeweils donnerstags arbeitet der 25-jährige im Betrieb, wo es ihm fast besser gefällt als in der Schule. Sheragha Faizi ist seit drei Jahren in der Schweiz. Sein Ziel ist es, im kommenden Schuljahr eine Lehre als Coiffeur EBA zu starten. Sein Traum ist es, sich selbstständig zu machen und ein eigenes Coiffeurgeschäft zu eröffnen. Die derzeitigen Ausbildungsverantwortlichen, Lisa Angela Wyrsch und Mevljan Nazipi, sind sehr zufrieden mit Scheragha Faizi. Er sehe die Arbeit, könne sich gut anpassen, sei interessiert. Auch die Kundinnen und Kunden würden äusserst positiv auf ihn reagieren, schwärmt Lisa Angela Wyrsch vom ersten Flüchtling, der in ihrem Betrieb ein Praktikum absolviert

 

Chance auf nachhaltige Integration

Um sein Ziel zu erreichen und im kommenden Schuljahr eine Lehre beginnen zu können, muss Sheragha Faizi weiterhin an seinen Deutsch- und Mathematikkenntnissen arbeiten. Ausserdem ist der 25-jährige Afghane ist momentan intensiv auf Lehrstellensuche. Auch für andere junge Flüchtlinge ist es eine echte Herausforderung, für das kommende Schuljahr eine Lehrstelle zu finden. In den zwei Jahren im Integrativen Brückenangebot muss in einigen Fällen nachgeholt werden, wofür Jugendliche, die in der Schweiz geboren wurden, eine ganze neunjährige Schulkarriere lang Zeit hatten. So weisen die Fähigkeiten der jungen Flüchtlinge in Sprache und Mathematik teilweise noch Defizite auf.

Im Gegenzug sind die Jugendlichen sehr motiviert und verstehen, dass der Besuch des IBA beziehungsweise die anschliessende Möglichkeit einer beruflichen Grundbildung ihre Chance ist auf eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration und ein von der Sozialhilfe unabhängiges Leben.

 

 

Rückfragen von Medienschaffenden:
Lena Greber, Integrationsdelegierte des Kanton Uri
Telefon 041 875 20 66, E-Mail lena.greber@ur.ch