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Uri optimiert die Organisation des Rettungsdienstes

14. März 2019

Der Regierungsrat hat das Urner Rettungskonzept 2020 verabschiedet. Ab 1. Dezember 2019 werden neu in Altdorf und in Andermatt während des Tages sogenannte Rapid Responder eingesetzt. Es handelt sich um diplomierte Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter des Kantonsspitals Uri. Sie verfügen über die notwendige medizinische Ausrüstung (Defibrillator, Infusionen, Medikamente usw.) für die fachgerechte Erstversorgung der Patientinnen und Patienten. Mit dieser Optimierung der rettungsdienstlichen Versorgung sollen die Patientinnen und Patienten im Kanton Uri noch rascher Hilfe durch medizinisches Fachpersonal erhalten.  
 
Aufgrund der Schliessung des militärischen Notspitals in Andermatt auf Ende März 2016 musste die rettungsdienstliche Versorgung des Kantons Uri neu organisiert werden. Deshalb hatte der Regierungsrat das Versorgungsmodell für eine rund 3-jährige Pilotphase (April 2016 bis Dezember 2019) wie folgt festgelegt:

-  Das Kantonsspital Uri stellt die strassengebundene rettungsdienstliche Versorgung für             den Kanton Uri sicher. Es betreibt je einen Rettungsdienst-Stützpunkt in Altdorf und in             Andermatt.

-  Der Stützpunkt Altdorf ist rund um die Uhr besetzt (am Tag durch zwei Ambulanzteams, in       der Nacht und am Wochenende durch ein Ambulanzteam).

-  Der Stützpunkt Andermatt wird während des Tages (neun bis zwölf Stunden) betrieben.           Während der Nacht übernimmt die REGA sämtliche rettungsdienstlichen Einsätze im               Urserntal, sofern Flugwetter herrscht. 
 
Im März 2018 hat die Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion eine Projektgruppe eingesetzt. Deren Auftrag war es, die Erfahrungen aus der Pilotphase auszuwerten und Vorschläge für allfällige Anpassungen des Urner Rettungskonzepts auszuarbeiten. Die Arbeiten wurden durch eine breit abgestützte Begleitgruppe sowie durch einen aussenstehenden Experten unterstützt. 
     
Urner Rettungskonzept hat sich bewährt 
Basierend auf den Erkenntnissen und Empfehlungen der Projekt- und Begleitgruppe hat der Regierungsrat am Ende Februar das Urner Rettungskonzept 2020 beschlossen.  
 
Insgesamt wird festgestellt, dass sich die seit April 2016 bestehende rettungsdienstliche Versorgungsorganisation im Kanton Uri bewährt hat. So stellt auch in Zukunft das Kantonsspital Uri die gesamte strassengebundene rettungsdienstliche Versorgung sicher. Die beiden Standorte in Altdorf und in Andermatt werden grundsätzlich beibehalten. Es wurde jedoch festgestellt, dass die Anzahl Einsätze des Rettungsteams Andermatt vergleichsweise klein ist. 
 
Gezielte Optimierungen werden vorgenommen, damit einerseits die Patientinnen und Patienten so rasch wie möglich durch medizinisches Fachpersonal erstversorgt werden können, und dass andererseits die personellen Problemfelder beim Rettungsdienst des Kantonsspitals Uri, welche durch die wenigen Einsätze des Standorts Andermatt entstanden sind, vermindert werden können. 
 
Rapid Responder 
Deshalb werden neu ab 1. Dezember 2019 in Altdorf und in Andermatt während des Tages sogenannte Rapid Responder eingesetzt. Es handelt sich um diplomierte Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter HF und Mitarbeitende des Rettungsdiensts am Kantonsspital Uri. Sie sind mit dem notwendigen medizinischen Equipment (Defibrillator, Infusionen, Medikamente usw.) ausgerüstet. Je nach Situation werden wie bisher ergänzend die Schweizerische Rettungsflugwacht REGA und die lokalen First Responder eingesetzt. Durch den Einsatz der Rapid Responder kann die Verfügbarkeit der Rettungsmittel verbessert werden 
 
Durch die Sanitätsnotrufzentrale 144 wird wie bisher immer dasjenige Rettungsmittel aufgeboten, das am schnellsten beim Patienten am Ereignisort sein kann. Das erst eintreffende Mittel (beispielsweise ein Rapid Responder) übernimmt sofort die Patientenversorgung. Sobald auch das Transportmittel (Ambulanzfahrzeug oder REGA-Helikopter) vor Ort ist, wird der Patiententransport in das geeignete Behandlungsspital eingeleitet.  
 
Die Urner Gesundheitsdirektorin Barbara Bär ist überzeugt: 
 
«Mit der Ergänzung des Urner Rettungskonzepts durch die neuen Rapid Responder kann die Versorgung für das ganze Kantonsgebiet optimiert werden.» 
 
Mit der Umsetzung des Rettungskonzepts 2020 werden die besonderen geografischen, verkehrstechnischen, touristischen und ressourcenbedingten Rahmenbedingungen bestmöglich berücksichtigt. Auch die bisherige ausgezeichnete Zusammenarbeit der rettungsdienstlichen Partnerorganisationen wird weiterhin aktiv gepflegt und gefördert. Insgesamt kann mit dem optimierten Konzept die rettungsdienstliche Versorgung des Kantons Uri sicher, ausgewogen und nachhaltig gewährleistet werden.   
  
Hausärztliche Grundversorgung bleibt wichtig 
Unabhängig vom Rettungskonzept 2020 ist und bleibt es eine zentrale Aufgabe von Kanton und Gemeinden, die medizinische Grundversorgung im ganzen Kanton langfristig sicherzustellen. Vor allem im Urner Oberland und im Urserntal ist die Stärkung der ärztlichen Grundversorgung ein grosses Anliegen. Damit könnte auch der ärztliche Notfalldienst auf mehrere Personen aufgeteilt und eine ganzjährige Pikett-Abdeckung durch eine Arztperson vor Ort erreicht werden. Deshalb ist es richtig, dass im Kanton Uri die bisherigen Bestrebungen auf öffentlicher und privater Ebene zielgerichtet weitergeführt werden. Denn das kantonale Rettungskonzept 2020 kann die hausärztliche Grundversorgung nur ergänzen, keinesfalls aber ersetzen. 

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Rückfragen von Medienschaffenden:  
 
Roland Hartmann, Telefon +41 41 875 2150, E-Mail Roland.Hartmann@ur.ch Generalsekretär der Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion Uri
 
  
Info Box 1 
  
Kennzahlen aus dem Urner Rettungskonzept

-  Insgesamt leistet der Rettungsdienst des Kantonsspitals Uri ca. 1'800 Einsätze (Jahr 2018).

-  Rund drei Viertel aller Urner Einsätze entfallen auf das Unterland.

-  Das Kantonsspital Uri beschäftigt 20 Mitarbeitende und 3 Auszubildende im Rettungsdienst.

-  Die Urner First Responder unterstützen jährlich ca. 75 Rettungseinsätze.

-  Der Kanton gibt pro Jahr ca. 930'000 Franken für die rettungsdienstliche Versorgung der         Urner Bevölkerung aus. 


Info-Box 2 
  
Mitglieder der Projektgruppe:

-  Roland Hartmann, Vorsteher Amt für Gesundheit, Projektleitung

-  Beat Planzer, Amt für Gesundheit

-  Fortunat von Planta, Spitaldirektor Kantonsspital Uri

-  Dr. med. Stefan Lötscher, Chefarzt Anästhesie Kantonsspital Uri

-  Daniel Häfliger, Leiter Rettungsdienst Kantonsspital Uri

-  Iwan Planzer, Stv. Leiter Rettungsdienst Kantonsspital Uri

-  Corin Jauch, Assistentin Betriebswirtschaft Kantonsspital Uri

-  Beda Sartory, Projektunterstützung c-competence AG, Wil 
 
Mitglieder der Begleitgruppe:

-  Landrätin Frieda Steffen, Andermatt

-  Dr. med. Michael Schmid, Andermatt

-  Karl Walker, Präsident Gemeindeverband Uri

-  Bernhard Schuler, Gemeinderat Altdorf

-  Yvonne Baumann, Gemeindepräsidentin Andermatt (bis 31.12.2018)

-  Gerhard Regli, First Responder Andermatt (ab 25.10.2018)

-  Peter Baumann, Vizepräsident Gemeinderat Andermatt (ab 1.1.2019)

-  Reto Pfister, Polizeikommandant / Gustav Planzer, Stabschef Kantonspolizei Uri

-  Ignaz Zopp, Chef Kantonaler Führungsstab Uri

-  Sascha Hardegger, Leiter Helikopter Einsatz, Schweizerische Rettungsflugwacht REGA

-  Dr. med. Esther Schmid Lussmann, Ärztliche Leitung Rettungsdienst/SNZ 144 Luzerner             Kantonsspital