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Kanton Uri: Faszinierende Tiere mit harter Schale und weichem Kern - Muscheln im Vierwaldstättersee

5. Juli 2019
Beim Wort Muschel denken die meisten Leute an ihre Ferien. An den Sandstrand in Italien, wo man als Kind die ersten Muscheln sammelte. Aber weit gefehlt – Muscheln gibt es nicht nur am Meer, sondern auch hier vor unserer Haustüre im Urnersee.

Dieser Tage baden zahlreiche Urnerinnen und Urner im Vierwaldstättersee. Das Gewässer bringt Abkühlung, Spass und Entspannung. Die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee (AKV), bei der auch der Kanton Uri aktiv mitarbeitet, engagiert sich für den Schutz des Lebensraums See. Nur so kann die hohe Qualität des Vierwaldstättersees weiterhin erhalten bleiben. Unter dem Wasserspiegel offenbart sich eine faszinierende Welt, mit einem weitgehend noch intakten Ökosystem. Wer beim Baden Acht gibt, entdeckt im Urnersee sogar Muscheln. Die Mollusken, wie sie in der Fachsprache heissen, gehören zu den sonderbarsten Vertretern des Tierreichs. Ja, Muscheln sind Tiere! Sie haben einen weichen, flachen Körper, der von zwei Kalkschalen umschlossen ist. Muscheln gehören wie die Schnecken zur Gattung der Weichtiere. Sie atmen wie Fische mit Kiemen.

 

Einheimische Muscheln faszinieren
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Schlagzeilen zu ortsfremden Muscheln, die etwa mit Booten in den See eingeschleust wurden. Diese Neozoen sind unerwünscht – doch nicht jede Muschel im See ist eingeschleppt. Es finden sich auch «einheimische» Muscheln, die faszinierende Überlebensstrategien entwickelt haben.

Im Vierwaldstättersee sind etwa 17 Muschelarten bekannt. Gesund ist die Population der Gemeinen Bachmuschel. Dass diese Muschel im Vierwaldstättersee lebt, ist nicht selbstverständlich. In der Schweiz sind die Bestände der Bachmuschel seit 1950 fast vollständig eingebrochen. Die fortschreitende Verschmutzung der heimischen Gewässer macht dem Tier, das klares und sauerstoffreiches Wasser zum Leben braucht, das Leben schwer. Die Gemeine Bachmuschel verschwand von den meisten Standorten. Im Vierwaldstättersee jedoch findet sie nach wie vor ideale Lebensbedingungen. Vertreter dieser Art können bis zu 30 Jahre alt werden. Mit etwas Glück findet man am Ufer eine Schalenhälfte, die angespült wurde. Sie wird etwa 7 Zentimeter gross und ist braun bis grünlich-schwarz.

 

Rekordhalter in Erbsengrösse
Spannend und sehr anpassungsfähig ist die Gattung der Erbsenmuscheln. Wie der Name sagt, sind die Tiere klein und werden allerhöchstens 6 mm gross. Die Ausnahme ist die Grosse Erbsenmuschel. Sie bringt es auf einen ganzen Zentimeter. Im Vierwaldstättersee kommen mehrere Arten der Erbsenmuschel vor. Manche sogar in sehr tiefem Wasser. Gemäss Borgula und Ponzet wurde die Quell-Erbsenmuschel im Urnersee bei Sisikon schon in 95 Metern Tiefe beobachtet. Sie hält übrigens unter den Wassermollusken in der Schweiz sowohl den Tiefen- als auch den Höhenrekord. Im Lago Maggiore lebt sie in 283 Metern Tiefe (78 m unter dem Meeresspiegel) und im Wallis wurde sie in einem hochalpinen Gewässer auf 2800 m ü. M. gesichtet.

 

Der Mensch profitiert von gesunden Gewässern
«Dass diese Muscheln bei uns leben, ist ein Zeichen für den guten Zustand des Ökosystems im Vierwaldstättersee», sagt Alexander Imhof, Leiter Amt für Umweltschutz Uri. Es lohne sich, zu den Gewässern Sorge zu tragen – nicht nur wegen den Muscheln. «Der Mensch braucht gesunde Gewässer. Das zeigen die heissen Sommertage in den vergangenen Wochen», sagt Alexander Imhof.

 

Mehr Wissenswertes zum spannenden Ökosystem Vierwaldstättersee gibt es im neuen Magazin der Aufsichtskommission Vierwaldstättersee (AKV). Zur Online-Ausgabe: http://4waldstaettersee.ch/pdf/infomagazine/akv_magazin_2019_lay.pdf

 

Rückfragen von Medienschaffenden:
Dr. Alexander Imhof, Vorsteher Amt für Umweltschutz, Tel. 041 875 24 49, Mobile 079 321 98 56,

E-Mail alexander.imhof@ur.ch

 

 

Altdorf, 5. Juli 2019 aim-maj/RRB21