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Europäische Tage des Denkmals 2020: Innerschweizer Denkmaltage werden in Andermatt eröffnet

27. August 2020

Die Europäischen Tage des Denkmals 2020 befassen sich mit dem Thema Weiterbauen und rücken dabei das Urserntal speziell in den Fokus. Denn die Planung des Tourismusresorts in Andermatt hat die Schweizer Architekturlandschaft nachhaltig geprägt und gilt heute als Lehrbeispiel bei vielen städtebaulichen Vorhaben. Am 5. September 2020 eröffnen die fünf Innerschweizer Kantone Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Luzern die Denkmaltage deshalb gemeinsam in Andermatt.

In Andermatt entstand in den vergangenen rund fünfzehn Jahren auf dem Reissbrett ein komplett neuer Ortsteil, der sich historischen Vorbildern anlehnt und neue Identitäten schaffen will. Architekten und Planer liessen sich dabei von der Koloristik des alten Dorfkerns inspirieren und griffen auf traditionelle Baumaterialien der Gotthardregion zurück – auf Holzschindeln, Blockbauten oder steinerne Umfassungsmauern. Dabei stellte sich unweigerlich die Frage: Braucht es historische Gebäude und Vorbilder, damit ein neu erstellter Ortsteil überhaupt eine Identität erhält?

Genau mit dieser Frage befassen sich die diesjährigen Europäischen Tage des Denkmals, die sich 2020 dem Thema «Weiterbauen» verschrieben haben. Die Denkmaltage finden am Wochenende vom 12. und 13. September 2020 statt. Die Innerschweizer Kantone führen jedoch bereits am Samstag, 5. September 2020, in Andermatt eine gemeinsame Auftaktveranstaltung. Denn Kantone Uri, Schwyz, Nidwalden, Obwalden und Luzern spannen für die Denkmaltage erneut zusammen und geben unter anderem eine gemeinsame Programmbroschüre heraus.

Architekten diskutieren über Identität

Im Zentrum der Eröffnungsveranstaltung steht eine Podiumsdiskussion über Raumplanung, Architektur und Identität am Beispiel des Resorts Andermatt Reuss. Der Urner Regierungsrat und Justizdirektor Daniel Furrer wird den Anlass eröffnen. Gerold Kunz, Denkmalpfleger des Kantons Nidwalden und Mitherausgeber der Architekturzeitschrift «Karton», wird ein kurzes Inputreferat halten. Auf dem Podium diskutieren der Urschner Talammann Beat Schmid, der kantonale Denkmalpfleger Thomas Brunner und die beiden Architekten Lando Rossmaier und Kurt Aellen, die bei der Planung des Andermatter Tourismusresorts mitgewirkt hatten. Kultur- und Architekturjournalistin Karin Salm wird das Gespräch moderieren.

Die Podiumsdiskussion findet am Samstag, 5. September 2020, um 13 Uhr in der Kantine «Cucina Macolina» in Andermatt statt. Diese befindet sich am südlichen Ende des Kasernenareals, unmittelbar bei der Talstation der Gondelbahn. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos.

Resort verändert den alten Dorfteil

Mit dem Vorhaben, in Andermatt auf dem freigewordenen Armeegelände ein Tourismusresort zu realisieren, hat der ägyptische Investor Samih Sawiris grosse Bekanntheit erlangt. Weniger bekannt ist sein Vorgehen, die Planung von Teilbereichen an verschiedene Architekten zu vergeben. Der Grundsatz, das Resort als eine Ansammlung unterschiedlicher Architekturen zu entwickeln, ist heute bei vielen städtebaulichen Vorhaben wegleitend – so beim Kocher-Areal in Zürich, beim Projekt Industriestrasse in Luzern oder beim Felix-Plattner-Areal in Basel, um nur die aktuellsten zu nennen. Aus Sawiris Vorhaben ist ein Lehrbeispiel für die jüngere Schweizer Architektur entstanden. Ein neues Quartier soll heute nicht mehr aussehen, als sei es aus einem Guss gebaut worden.

Das neue Resort hat aber auch zahlreiche Veränderungen im bestehenden Dorfkern ausgelöst. Während das Resort Reuss durch ambitionierte Neubauten stetig wächst, entsinnt sich das alte Dorf seinen baulichen Traditionen und für diese mit sorgfältigen Eingriffen in die Zukunft. Mehrere Bau- und Sanierungsprojekte sind bereits ausgeführt oder in Planung. Sie werden den alten Dorfkern nachhaltig und positiv verändern.

Führungen durch die beiden Ortsteile

Der kantonale Denkmalpfleger Thomas Brunner führt Interessierte vor der Podiumsveranstaltung durch das ursprüngliche Andermatt und zeigt die Veränderung vor Ort im Detail. Die Führung beginnt um 10.45 Uhr beim Tourismusbüro am Bahnhofplatz.

Nach der Podiumsdiskussion nimmt Christoph Langenberg, Leiter Planung und Entwicklung bei Andermatt Swiss Alps, die interessierten Besucherinnen und Besucherinnen zudem mit auf einen Rundgang durch die Anlagen des Tourismusresorts Reuss. Diese Führung beginnt um 15 Uhr bei der Kantine «Cucina Macolina» am südlichen Ende des Kasernenareals, unmittelbar bei der Gondelbahn.

Drei Veranstaltungen zum Auftakt

Andermatt - Die Innerschweizer Denkmaltage werden am Samstag, 5. September 2020, in Andermatt mit drei öffentlichen und kostenlosen Veranstaltungen eröffnet:

  • Das «alte» Andermatt: Der kantonale Denkmalpfleger Thomas Brunner führt durch das alte Dorf, das seinen historischen Kern bewahren konnte und vom neuen Resort neue Impulse erfährt (Start um 10.45 Uhr beim Tourismusbüro am Bahnhofplatz).
  • Ein Lehrbeispiel der jüngeren Schweizer Architektur: Podiumsdiskussion zur Eröffnung der Innerschweizer Denkmaltage (Beginn um 13 Uhr in der Kantine «Cucina Macolina» auf dem Kasernenareal Andermatt neben der Gondelbahn).
  • Das Tourismusresort «Andermatt Reuss»: Führung durch das Resort mit Christoph Langenberg, Leiter Planung und Entwicklung der Andermatt Swiss Alps AG (Beginn um 15 Uhr bei der Kantine «Cucina Macolina» am südlichen Ende Kasernenplatzes in Andermatt).
  • Am Wochenende vom 12. Und 13. September 2020 finden zudem weitere Veranstaltungen im Urserntal und im Urner Oberland statt. Mehr Informationen zu den Europäischen Tagen des Denkmals und zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie unter www.hereinspaziert.ch oder unter www.ur.ch/etd 

Medienanfragen

Elias Bricker, Koordinator i. A. der Denkmalpflege Uri, Mail: mail@bricker.ch, Telefon: +4179 617 7356

Dr. Thomas Brunner, kantonaler Denkmalpfleger, Mail: thomas.brunner@ur.ch, Telefon: +4141 875 2882

Das Resort Andermatt Reuss ist durch seine heterogene Bauweise heute Vorbild für städtebauliche Vorhaben in der Schweizer Architektur. (Foto Andermatt Swiss Alps AG, weitere Bilder unter Dokumente)
Das Resort Andermatt Reuss ist durch seine heterogene Bauweise heute Vorbild für städtebauliche Vorhaben in der Schweizer Architektur. (Foto Andermatt Swiss Alps AG, weitere Bilder unter Dokumente)

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