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Europäische Tage des Denkmals 2020: Denkmaltage gewähren einmalige Einblicke

8. September 2020

Dorfrundgänge durch Andermatt und Hospental, eine Besichtigung des ehemaligen Hotels Meyerhof oder eine Wanderung entlang der Gotthardbahnlinie: Die Europäischen Tage des Denkmals bieten am Wochenende vom 12. und 13. September 2020 spezielle Erlebnisse.

Am kommenden Wochenende vom 12. und 13. September 2020 finden die jährlichen Europäischen Tage des Denkmals statt – auch im Kanton Uri. Die diesjährige Durchführung steht ganz im Zeichen des Themas Weiterbauen. Denn Siedlungen und Gebäude werden seit jeher weitergebaut, erneuert, umgenutzt, saniert oder um zusätzliche Elemente erweitert.

Nach den gut besuchten Auftaktveranstaltungen zu den Denkmaltagen am vergangenen Samstag in Andermatt finden am kommenden Wochenende vier weitere Veranstaltungen im Urserntal und im Urner Oberland statt. Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen ist öffentlich und kostenlos. Für die Durchführung zeigen sich die Denkmalpflege des Kantons Uri, das Architekturforum Uri sowie die Fachstelle Denkmalpflege SBB verantwortlich.

 

Veranstaltung 1: Dorfrundgang durch das «alte Andermatt»

Der kantonale Denkmalpfleger Thomas Brunner nimmt die teilnehmenden Personen am Samstag, 12. September 2020, mit auf einen Dorfrundgang durch Andermatt. Die Führung dauert rund anderthalb Stunden und startet um 10.45 Uhr beim Tourismusbüro, unmittelbar beim Bahnhofplatz. Brunner zeigt dabei die typischen Eigenschaften des Dorfes auf und erzählt, wie Andermatt seinen historischen Dorfkern bewahren konnte – auch als in den 1960er- und 1970er-Jahren die Strasseninfrastruktur ausgebaut werden musste. Das «alte» Andermatt erfährt nun durch das Tourismusresort von Investor Samih Sawiris grosse Veränderungen: Der Dorfkern wird aufgewertet, historische Gebäude saniert und Ställe ausgebaut – ohne dass sich dabei der typische Charakter des Dorfes verändern soll.

 

Veranstaltung 2: Das Ortsbild Hospental und der «Meyerhof»

Am Samstagnachmittag, 12. September 2020, steht um 13.45 Uhr eine Führung durch Hospental auf dem Programm. Treffpunkt ist beim Bahnhof Hospental. Das Dorf am Fusse des Gotthardpasses besitzt mit seinem mittelalterlichen Wehrturm ein Ortsbild von nationaler Bedeutung ist. Die Erhaltung des Ortsbildes steht aber immer wieder im Spannungsfeld mit wirtschaftlichen oder verkehrsinfrastrukturellen Interessen. Hospental ist ein typischer Durchgangsort. Verschiedene Gaststätten und die Sust zeugen von einer Zeit, als noch Maultiere und Kutschen Güter und Reisende über den Gotthard transportiert haben. Im mondänen Hotel Meyerhof am Dorfeingang, kehrten in der Belle Époque Adelige aus ganz Europa ein. Jahrzehntelang stand das Haus leer und drohte zu zerfallen. Nun schwappt die Entwicklung Andermatts aber auf Hospental über. Im «Meyerhof» soll wieder Leben einkehren. Im Rahmen des Dorfrundgangs kann das Gebäude nun innen besichtigt werden. Für die Führung verantwortlich zeigen sich der Urner Denkmalpfleger Thomas Brunner, Michaela Gisler vom Architekturforum Uri respektive von der HTS Architekten + Partner AG sowie Bruno Gamma von der Gamma AG Holding.

 

Veranstaltung 3: Das Bahnwärterhaus Eggwald

Die Fachstelle Denkmalpflege der SBB führt im Rahmen der Denkmaltage ebenfalls zwei Veranstaltungen im Kanton Uri durch: So können Interessierte am Samstag, 12. September 2020, von 11 bis 16 Uhr das Bahnwärterhaus Eggwald bei Wassen besichtigen. Giovanni Menghini, ehemaliger Leiter der Fachstelle Denkmalpflege SBB, wird den Besucherinnen und Besucher viel Interessantes zu erzählen wissen. SBB-Immobilien hat durch die sorgfältige Restaurierung des 1908 erbauten Wärterhauses an der Rohrbachbrücke ein Stück Bahngeschichte entlang der Gottardlinie bewahrt. Der Schienenverkehr wurde früher massgeblich durch Bahnwärter gewährleistet. Sie wohnten an der Strecke in normierten Wärterhäusern und nahmen tägliche Trassenkontrollen vor. Geprüft wurden unter anderem Gleisverbindungen, Schienennägel sowie die Profilfreiheit. Das Wärterhaus ist zu Fuss von der Bushaltestelle Wattingen in rund fünfzehn Minuten erreichbar. Ein Plan mit zwei Wanderrouten ab Wassen kann per Mail (reto.bieli@sbb.ch) bestellt werden.

 

Veranstaltung 4: Bahnkultur an der Gotthardlinie erwandern

Am Sonntag, 13. September 2020, kann Bahnkultur an der Gotthardlinie erlebt werden. Bärbel Schallow-Gröne und Reto Bieli, beide von der Fachstelle Denkmalpflege SBB, nehmen die Teilnehmenden mit auf eine geführte Wanderung. Die Gotthardbahn ist nicht nur als Bauwerk, sondern auch in wirtschafts-, sozial- und technikgeschichtlicher Hinsicht für die Schweiz und Europa von erheblicher Bedeutung. Sie unterstützte die Entwicklung der Schweiz von einem Agrar- zu einem modernen Industriestaat. Auf der Wanderung erfahren die Teilnehmer, in welchen politischen Aushandlungsprozessen der Bahnbau des 19. Jahrhunderts stand und wie die Gotthardlinie projektiert, gebaut und betrieben wurde. Zudem kann das nun von SBB Immobilien sorgfältig restaurierte Bahnwärterhaus Eggwald besichtigt werden. Die geführte Wanderung dauert rund drei Stunden und beginnt um 11.15 Uhr vor der Kirche in Wassen. Dazu ist eine Anmeldung erforderlich (Mail: reto.bieli@sbb.ch; Telefon 079 315 35 18).

 

Hinweis

Mehr Informationen zu den Europäischen Tagen des Denkmals und zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie unter www.hereinspaziert.ch.

 

Rückfragen Medienschaffende: Dr. Thomas Brunner, kantonaler Denkmalpfleger (thomas.brunner@ur.ch / 041 875 28 82)

 

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Das ehemalige Hotel Meyerhof in Hospental wird nun saniert. Die Baustelle kann im Rahmen der Denkmaltage besichtigt werden (Foto HTS Architekten + Partner AG).
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Mit der Renovation des Bahnwärterhauses Eggwald bei Wassen konnte ein Stück Bahngeschichte bewahrt werden. (Foto Fachstelle Denkmalpflege SBB).
Bild 4
Im Rahmen der Denkmalpflege findet eine geführte Wanderung entlang der Gotthardbahnlinie statt (Foto Fachstelle Denkmalpflege SBB).

 

Der Dorfkern von Andermatt konnte sein typisches Aussehen trotz Neubauten bewahren und erfährt nun grosse Veränderungen (Foto Andermatt Swiss Alps AG).
Der Dorfkern von Andermatt konnte sein typisches Aussehen trotz Neubauten bewahren und erfährt nun grosse Veränderungen (Foto Andermatt Swiss Alps AG).

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