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Universitäres Forschungsinstitut «Kulturen der Alpen» soll im Kanton Uri angesiedelt werden

20. November 2018

Der Regierungsrat will in Zusammenarbeit mit der Universität Luzern ein universitäres Forschungsinstitut in Uri schaffen. Das Institut «Kulturen der Alpen» soll zunächst für eine Dauer von drei Jahren (Mitte 2019 bis Mitte 2022) betrieben werden. Dies jedoch mit dem klaren Ziel, das Projekt anschliessend definitiv weiterzuführen. Damit wird das im Regierungsprogramm 2016 bis 2020+ gesetzte Ziel für die physische Präsenz eines Bildungs- beziehungsweise Forschungsinstituts aus dem Hochschulbereich erreicht.

Bei der Entwicklung des Instituts haben Prorektor Prof. Dr. Markus Ries und Prof. Dr. Boris Previšic Mongelli seitens der Universität Luzern massgeblich mitgewirkt. Für den Aufbau von «Kulturen der Alpen» zeichnet Boris Previšic Mongelli zusammen mit zwei weiteren Professuren der Universität Luzern verantwortlich. Er ist Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft, gegenwärtig an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern. Er will ab Mitte 2019 mehrere Doktorierende in Altdorf einsetzen. Seitens des Instituts ist auch geplant, jährlich wissenschaftliche Tagungen in Uri durchzuführen. Dies als Beitrag zur lokalen Verankerung und zur Förderung der interdisziplinären Forschung.

Der Urner Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg erklärt: «Mit einem gezielt interdisziplinär ausgerichteten Forschungsinstitut erschliesst der Kanton Uri ein breites Forschungsfeld, das die Zukunft des Kantons aktiv mitformen kann. Indem hier regionale Fragestellungen wissenschaftlich aufgearbeitet, publiziert und diskutiert werden, will Uri seinen Anliegen unter anderem national und international nachhaltig Gehör verschaffen.»

Boris Previšiæ Mongelli hält zu den Forschungsschwerpunkten fest: «Die Pflege des historisch-kulturellen Erbes und die Kultur und Sozialkontakte Richtung Süden sind ein Forschungsgebiet, das sich geradezu für das neue Institut anbietet. Dank der interdisziplinären Ausrichtung können wir aber auch weitere Gebiete abdecken. Ich denke da zum Beispiel an die historische Argumentation für angemessene Wasserzinsen, an Forschungen zur Maturitätsquote, zur touristischen Ausrichtung, zur Energiewende oder zu gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft.» Ein erstes Projekt, das wir optimal am geplanten Institut ansiedeln können, ist das soeben vom Schweizerischen Nationalfonds bewilligte und finanzierte historisch-literaturwissenschaftliche Projekt «Gebirgskrieg und Réduit in der Literatur». Boris Previšic Mongelli leitet zurzeit auch das Forschungscluster «Nature», das verschiedene Disziplinen miteinander verbindet und miteinander ins Gespräch bringt.

Für die Universität Luzern generiert das Institut «Kulturen der Alpen» zusätzliche Attraktivität auf nationaler und internationaler Ebene. Dank diesem zusätzlichen Synergieeffekt können die meisten Forschungsprojekte von Dritten finanziert werden, während der Kanton Uri hauptsächlich die Kosten für Institutsräumlichkeiten, Institutsleitung und Sekretariat übernimmt.

Für die dreijährige Startphase budgetiert der Kanton Uri als Beitragszahler durchschnittlich rund 100'000 Franken pro Jahr. Auf längere Sicht stiege die finanzielle Beteiligung des Kantons auf jährlich 300'000 Franken. Der Regierungsrat wird dem Landrat das Projekt mit den definitiven Beträgen im Jahr 2019 im Rahmen eines Verpflichtungskredits zur Genehmigung unterbreiten.

Der Kanton Uri führt zurzeit Vorabklärungen mit möglichen Partnern aus Uri, die sich allenfalls an den Kosten für die Ansiedlung und im Rahmen der Unterbringung des Hochschulinstituts «Kulturen der Alpen» beteiligen würden.

«Kulturen der Alpen»

Das Institut «Kulturen der Alpen» wird fakultätsübergreifend von drei Professorinnen und Professoren der Universität Luzern geleitet. Organisatorisch bildet das Institut jedoch eine unabhängige Einheit, die eigenständig Reglemente und Vorgaben (so auch in Bezug auf die Arbeitsbedingungen und Controlling) erlassen kann und soll. Deshalb soll gleich zu Beginn der Aufbauphase 2019 bis 2022 ein zwischen dem Kanton Uri und der Universität Luzern paritätisch besetztes Aufsichtsgremium installiert werden. Damit gewinnt das Institut an internationaler Ausstrahlung. Erst die nationale sowie internationale Vernetzung und Wahrnehmung garantieren den eigentlichen Standortvorteil des Kantons Uri.

Ein eigentliches Kernstück für die Forschungsförderung ist ein ab 2020 jährlich wiederkehrendes und international ausgeschriebenes Anschubstipendium, das dem/der aussichtsreichsten Bewerbenden zugutekommt. Während des Anschubstipendiums erhalten die Doktorierenden Zeit, ein eigenständiges Projekt soweit auszuarbeiten, damit es für die Finanzierung durch den SNF oder andere Geldgeber eingegeben und weiterentwickelt werden kann. Das Anschubstipendium ist ein bewährtes Instrument der Schweizer Universitäten. Die jährlich wiederkehrende Ausschreibung und die möglichst sinnvolle Diversität der Forschungsschwerpunkte innerhalb des Instituts ermöglichen so neben den bereits vorhandenen Qualifikationsarbeiten (innerhalb bestimmter Forschungsprojekte) weitere Forschung. Gerechnet wird so per Ende 2022 mit drei bis vier zusätzlichen Dissertationen. Zusammen mit freien Forschungsarbeiten und in Projekten gebundenen Arbeiten rechnen die Initianten mit sechs bis neun Forschungsarbeiten während der dreijährigen Startphase. Dazu kommen diverse öffentliche Veranstaltungen, Kolloquien und Tagungen, die im Kanton Uri stattfinden werden.

Rückfragen von Medienschaffenden:
Kanton Uri: Regierungsrat Beat Jörg, Bildungs- und Kulturdirektor, Telefon +41 41 875 2055,
E-Mail Beat.Joerg@ur.ch

Uni Luzern: Prof. Dr. Markus Ries, Prorektor Universitätsentwicklung, Telefon +41 79 305 0471, E-Mail markus.ries@unilu.ch