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Institut «Kulturen der Alpen» lanciert erstes Projekt

3. Dezember 2019

Das Urner Institut «Kulturen der Alpen» an der Universität Luzern steckt mitten in der Aufbauphase. Ab Februar 2020 befassen sich die Forscher des Instituts intensiv mit Urner Seilbahnen.

Der Kanton Uri baut aktuell in enger Zusammenarbeit mit der Universität Luzern ein universitäres Forschungsinstitut auf. Das Urner Institut Kulturen der Alpen an der Universität Luzern bezog kürzlich in Altdorf Räumlichkeiten der Dätwyler-Stiftung. Mit Romed Aschwanden konnte ein einheimischer Historiker als Geschäftsführer gewonnen werden. Als Institutsleiter sind die Universitätsprofessoren Prof. Dr. Boris Previšić, Prof. Dr. Roland Norer, und Prof. Dr. Speich Chassé vorgesehen (siehe Box).

Am Institut in Altdorf werden ab dem kommenden Jahr mehrere Doktorierende tätig sein, die sich im Rahmen ihrer Dissertationen mit regionalen und gesamtalpinen Fragestellungen im Kontext globaler Herausforderungen auseinandersetzen. Zudem sind wissenschaftliche Tagungen geplant – dies als Beitrag zur lokalen Verankerung und zur Förderung der interdisziplinären Forschung. Das Institut wird am 29. Februar 2020 offiziell eröffnet.

Urner Professor komponiert in seiner Heimat

Das Urner Institut Kulturen der Alpen an der Universität Luzern lanciert nun sein erstes grösseres Projekt. Dazu spannt das Institut mit der Universität Luzern und der Hochschule für Musik der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Basel zusammen. Das Projekt befasst sich mit Seilbahnen im Kanton Uri und besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil wird aus historischer Perspektive untersucht, wie die Erschliessung des alpinen Raums durch Seilbahnen in den vergangenen rund hundert Jahren das Leben der Bevölkerung, die Nutzung der Berggüter und die Landschaft selbst verändert hat. Im zweiten Projektteil soll aus typischen Seilbahngeräuschen eine Komposition entstehen, die schliesslich als Klanginstallation der Öffentlichkeit vorgeführt wird.

Romed Aschwanden, Geschäftsführer des Urner Instituts Kulturen der Alpen an der Universität Luzern, zeichnet sich für die historische Recherche verantwortlich. Dabei will der Forscher nicht nur einfach historische Quellen heranziehen, sondern auch mit Zeitzeugen Interviews führen. Den musikalischen Part übernimmt Michel Roth. Der im Kanton Uri aufgewachsene Komponist ist Professor für Komposition und Musiktheorie, Analyse und Tonsatz an der Hochschule für Musik FHNW. Ebenfalls am Projekt beteiligt ist Prof. Dr. Boris Previšić von der Universität Luzern. Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt das interdisziplinäre Seilbahn-Projekt mit einem Förderbeitrag. Der Start erfolgt Anfang Februar, innert eines Jahres wird das Projekt abgeschlossen sein.

Urner Regierungsrat erreicht sein Ziel

Das Institut «Kulturen der Alpen» an der Universität Luzern bildet organisatorisch eine von der Universität Luzern unabhängige Einheit und wird vorerst für eine Dauer von drei Jahren (2019 bis Ende 2022) betrieben. Dies jedoch mit dem klaren Ziel, das Projekt anschliessend definitiv weiterzuführen. Damit wird das im Urner Regierungsprogramm 2016 bis 2020+ gesetzte Ziel für die physische Präsenz eines Bildungs- beziehungsweise Forschungsinstituts aus dem Hochschulbereich erreicht.

Der Verein Wissenschaft Uri dient während der ersten drei Jahre als Projektträger. Der Verein besteht aus dem Kanton Uri sowie den beiden Urner Korporationen Uri und Ursern. Finanziert wird das Vorhaben durch den Kanton Uri und die Dätwyler Stiftung. Die drei Professoren der Institutsleitung bleiben hingegen bei der Universität Luzern angestellt.

Die Institutsleitung (Box)

Drei Professoren werden das Urner Institut Kulturen der Alpen an der Universität Luzern aus wissenschaftlicher Sicht leiten. Für die Institutsleitung vorgesehen sind:

  • Prof. Dr. Boris Previšić: Er ist seit Januar 2015 SNF-Förderprofessor für Literatur- und Kulturwissenschaften an der Universität Luzern und leitet unter anderem das Projekt «Musikalische Paradigmen in Literatur und Kultur» mit einem Schwerpunkt im Zeitalter der Aufklärung und in der Gegenwart. Boris Previšić ist einem breiteren Publikum als Herausgeber des Buchs «Gotthardfantasien» (Hier+Jetzt 2016) bekannt.
  • Prof. Dr. Roland Norer: 2007 wurde er als Professor für öffentliches Recht und Recht des ländlichen Raumes an die Universität berufen, seit 2015 ist er Ordinarius dieses Lehrstuhls. Gleichzeitig ist er Geschäftsleiter des Center for Law and Sustainability (CLS) an der Universität Luzern. Er begleitete ausserdem verschiedene Projekte in Andermatt aus rechtswissenschaftlicher Sicht.
  • Prof. Dr. Daniel Speich Chassé: Daniel Speich Chassé ist seit 2018 ordentlicher Professor für Globalgeschichte an der Universität Luzern. Seine Interessen umfassen die Digitalisierung, die Umwelt und die weltwirtschaftliche Ungleichheit in epochenübergreifender Sicht. Dank einer SNF-Förderprofessur kam Daniel Speich Chassé 2011 an die Universität Luzern.

Als Präsident des wissenschaftlichen Beirats des Instituts vorgesehen ist Prof. em. Dr. Jon Mathieu. Von 2006 bis 2018 war er Titularprofessor mit ständigem Lehrauftrag an der Universität Luzern. Von 2007 bis 2012 lehrte er zudem Umweltgeschichte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Von 2010 bis 2016 amtete er auch als Mitglied des Forschungsrats des Schweizerischen Nationalfonds. Seit 2018 ist er emeritiert.

Rückfragen von Medienschaffenden: Beat Jörg, Telefon +41 41 875 2255, E-Mail Beat.Joerg@ur.ch / Romed Aschwanden, Telefon +41 79 768 15 04, E-Mail mail@kulturen-der-alpen.ch

Weitere Infos: www.kulturen-der-alpen.ch

Die Erschliessung mit Seilbahnen hat den alpinen Raum nachhaltig geprägt. (Bild Elias Bricker)
Die Erschliessung mit Seilbahnen hat den alpinen Raum nachhaltig geprägt. (Bild Elias Bricker)

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