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Zusätzliche Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus im Kanton Uri

12. April 2021

Der Regierungsrat hat heute Montag, 12. April 2021, zusätzliche Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus im Kanton Uri beschlossen. Die epidemiologische Lage im Kanton Uri ist nach wie vor durch hohe Fallzahlen geprägt. Die Entwicklung der Fallzahlen und die Belegung der Intensivstation des Kantonsspitals geben zu Besorgnis Anlass und verlangen nach zusätzlichen Massnahmen bei der Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus.

Der Regierungsrat appelliert erneut an die Bevölkerung, den geltenden Schutzmassnahmen umfassend Beachtung zu schenken, die angebotenen Testmöglichkeiten zu nutzen, die Kontakte aufs Nötigste zu beschränken, Abstände zu wahren und die Hygienemassnahmen (Desinfektion, Händewaschen, Maskentragen) zu befolgen. Er ruft die Unternehmen und Institutionen auf, sich für die wöchentlichen Tests in den Betrieben zu registrieren, um symptomfreie Infizierte früher zu erkennen. Interessierte Betriebe und Institutionen können sich mit dem im Internet aufgeschalteten Formular unter https://www.ur.ch/themen/2929 informieren und anmelden.

Der Regierungsrat hat diverse mögliche Verschärfungen in seiner Zuständigkeit geprüft. Mit den folgenden drei Massnahmen, beschreitet er einen Mittelweg zwischen epidemiologisch angezeigten und von der Bevölkerung akzeptierten Massnahmen.

Ausdehnung der Testmassnahmen im Schulbereich

Der Regierungsrat ist zuständig für die Einführung von zusätzlichen Massnahmen für Schülerinnen und Schüler. Er hat beschlossen, dass für Kinder und Jugendliche sowie Lehrpersonen und weiteres Personal der Sekundarstufe I (Oberstufe) und der Sekundarstufe II (Obergymnasium sowie Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri) von den Schulen wöchentlich ein COVID-Speicheltest angeboten werden muss. Die gezielte und repetitive Testung von symptomlosen Personen in den Schulen der Sekundarstufe I und II ist eine Ergänzung zur bestehenden Testung symptomatischer Personen. Damit lassen sich infizierte Personen möglichst frühzeitig identifizieren. Infektionsketten können so zeitnah unterbrochen und Ausbrüche können verhindert werden.

Im Rahmen des sogenannten Ausbruchmanagements in der Primarschule wird neu eine Testung auf COVID für ganze Schulklassen (inkl. deren Lehrpersonen) angeboten. In Primarschulen sind gezielte Massentests dann vorzunehmen, wenn der Verdacht eines Clusters (Ausbruch) besteht. Anhand von Ausbruchsuntersuchungen können erkannte Infektionsherde vor Ort rasch unter Kontrolle gebracht werden, indem in den betroffenen Schulen das personelle Umfeld (die betroffene Klasse) ebenfalls rasch getestet wird. Der Kantonsarzt ordnet – in enger Zusammenarbeit mit der betroffenen Schule – eine Ausbruchstestung an, wenn das notwendig und verhältnismässig ist. Die Tests sind für die Schülerinnen und Schüler sowie die involvierten Personen nicht obligatorisch. Schülerinnen und Schüler beziehungsweise Personen, die sich nicht testen lassen wollen, müssen sich aber – je nach «Enge» des Kontakts zu erkrankten Personen – in Quarantäne begeben.

Mit diesen Massnahmen sollen im Bildungsbereich weitreichende Quarantänemassnahmen verhindert und der Präsenzunterricht aufrechterhalten werden können.

Skibetrieb wird vorzeitig beendet

In diesem Winter war der Betrieb der Skianlagen aufgrund der Coronapandemie durch den Kanton bewilligungspflichtig. Die Genehmigung stand unter dem Vorbehalt von epidemiologisch vertretbaren Corona-Kennzahlen respektive von genügend Spitalkapazitäten. Angesichts der epidemiologischen Lage und der möglichen verstärkten Belastung der Spitalkapazitäten wurde die Betriebsbewilligung aufgehoben.

Teilweise Verschiebung planbarer Operationen im Kantonsspital Uri

Steigende Fallzahlen erfordern eine Priorisierung von Operationen am Kantonsspital Uri. Um die allenfalls erforderlichen Spitalkapazitäten bereitstellen zu können, sind bereits erste planbare Operationen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden. Sollte der Kanton Uri die Spitalkapazitäten nicht aus eigener Kraft bereitstellen können, ist er darauf angewiesen, dass Patientinnen und Patienten in anderen Spitälern aufgenommen werden. Das Kantonsspital Uri hat seinerseits in den vergangenen Monaten verschiedentlich Patientinnen oder Patienten aus anderen Kantonen auf der Intensivpflegeabteilung behandelt.

Kontakte konsequent angeben

Als weitere Massnahme hat der Kantonsarzt angeordnet, das Contact Tracing im Kanton Uri über die vom Bund vorgeschriebenen Kennwerte hinaus zu intensivieren. Der Bund schreibt vor, dass infizierte Personen ihre engen Kontakte in den vergangenen 48 Stunden angeben müssen. Kanton Uri wird dieser Wert ab sofort auf 72 Stunden erhöht. Erfahrungen der vergangenen Wochen zeigen, dass Infizierte ihre Kontaktpersonen weniger konsequent bekanntgeben. Dies zum vermeintlichen Schutz der Personen vor einem Gang in die Quarantäne. Der Regierungsrat appelliert an die Bevölkerung, im Ansteckungsfall ihre Kontaktpersonen gegenüber den Mitarbeitenden des Contact Tracings Uri konsequent zu benennen um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus mit einer konsequenten Rückverfolgung zu bekämpfen.

Rückfragen von Medienschaffenden: Urban Camenzind, Telefon +41 41 875 2100, E-Mail Urban.Camenzind@ur.ch

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