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Regierungsrat nimmt den Schlussbericht des Sonderstabs COVID-19 zur Kenntnis

6. April 2022

Der Regierungsrat hat vom Schlussbericht des Sonderstabs COVID-19 über den Einsatz vom 13. Juni 2020 bis 31. März 2022 zustimmend Kenntnis genommen. Im Bericht dokumentiert der Sonderstab die Bewältigung der Pandemie in Uri.

Der Sonderstab COVID-19 hat den Regierungsrat und die Verwaltung wesentlich entlastet, indem er Entscheide vorbereitete und als Auskunftsstelle für die Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stand. Die vielfältigen, zeitlich oft kurzfristigen Entscheide des Bundesrats, waren auf Kantonsebene umzusetzen und - wo notwendig und angezeigt - durch den Regierungsrat zu ergänzen. Sowohl der Regierungsrat als auch der Sonderstab mussten darauf achten, dass die angeordneten Massnahmen mit dem nötigen Augenmass umgesetzt wurden und die Versorgung im Gesundheitswesen jederzeit gewährleistet war. Diese Grundhaltung hat nach Ansicht des Regierungsrats entscheidend dazu beigetragen, dass die Akzeptanz für die Massnahmen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern vorhanden war.

Nun gilt es, wieder in den Normalzustand zurückzukehren und dabei die möglicherweise kommenden Herausforderungen im Auge zu behalten. Es ist wichtig, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf allen Stufen miteinander kooperieren. Der Schlussbericht trägt dazu bei, die Ereignisse und Entscheide während der Corona-Pandemie nachvollziehbar zu machen und die notwendigen Lehren daraus zu ziehen.

Zentrale Lehren aus den Erfahrungen

  • Der Kanton Uri war für die Bewältigung der Pandemie gut aufgestellt. Der kantonale Influenza-Pandemieplan aus dem Jahr 2009 muss jedoch im Abgleich mit dem Bund aktualisiert werden.
  • Die direkten Kontakte zu nationalen Fachkonferenzen und Bundesstellen waren wichtig und hilfreich, ebenso wie der regelmässige, institutionalisierte Austausch mit den kantonalen Anspruchsgruppen (sozial-medizinische Institutionen, Wirtschaft, Tourismusorganisationen, Schulen).
  • Eine offene Kommunikation war zentral, um die Bevölkerung abzuholen und damit Akzeptanz für die Massnahmen zu schaffen. Die Kommunikation gegenüber Medien und Bevölkerung war umfassend und hat gut funktioniert.
  • Die Informationsbedürfnisse der Öffentlichkeit über die Infoline sind herausfordernd. Vorteilhaft wäre eine Einheitsnummer, respektive Telefonzentrale, die alle Anrufe entgegennimmt und an die zuständige Stelle verbindet (Infoline, Testzentrum, Impfzentrum, Contact Tracing).
  • Die Bundesvorgaben zu Pandemie-Schutzmaterialien sind regelmässig zu überprüfen und konsequent durchzusetzen.
  • Das Verständnis der Rollen des Kantons und der Institutionsverantwortlichen von Pflege- und Behinderteninstitutionen wurde teilweise unterschiedlich interpretiert. Dies ist zu klären.
  • Die finanzielle Unterstützung von Härtefällen hat schnell und unbürokratisch funktioniert. Das half mit, dass die einheimische Wirtschaft grossteils glimpflich durch die Krise kam.
  • Die lange vor der Pandemie lancierten Investitionen und Programme zur Verbesserung der ICT-Infrastruktur und ICT-Fähigkeiten an den Schulen waren hilfreich und lohnten sich.
  • Die Verbundpartnerschaft und die interkantonale Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildung haben funktioniert. Es konnten optimale Lösungen gefunden werden.
  • Die (finanzielle) Unterstützung seitens Kanton und Bund trugen wesentlich dazu bei, dass die langfristigen negativen Auswirkungen auf Kultur und Sport in Uri gemildert werden konnten.

Notwendige Vorkehren treffen

Auch in Zukunft dürfte es zu saisonalen Corona-Erkrankungswellen kommen. Insbesondere für Herbst/Winter 2022/2023 kann eine verschärfte epidemiologische Situation nicht ausgeschlossen werden. Deshalb empfiehlt der Bericht, die folgenden Massnahmen speziell zu beachten:

  • Etablierte Überwachungs- und Meldesysteme mit Fokus auf die Viruszirkulation, Virusvarianten und den Immunstatus weiterführen.
  • Der rasche Wiederaufbau der Testkapazitäten für den Bedarfsfall soll ermöglicht werden. Das repetitive Testen von asymptomatischen Personen soll sich in der normalen Lage jedoch auf sozial-medizinische Institutionen beschränken.
  • Strukturen und Prozesse des Contact Tracings sind bedarfsgerecht zu erhalten. Diese sollen durch die beauftragte Lungenliga im Bedarfsfall rasch wiederaufgenommen werden können.
  • Die Aufgaben im Zusammenhang mit dem Covid-19-Zertifikat sind wahrzunehmen.
  • Für Kinder und Erwachsene muss einen Impf-Möglichkeit gewährleistet bleiben und die Durchführbarkeit von breit angelegten Auffrischimpfungen (z. B. im Herbst 2022) ist sicherzustellen.
  • Patientinnen und Patienten mit Post-Covid-19-Erkrankung müssen medizinisch versorgt und betreut werden.

Der Regierungsrat hat den Sonderstab beauftragt, die aufgezeigten kantonal notwendigen Vorkehren für Herbst 2022 in Zusammenarbeit mit den betreffenden Direktionen zu prüfen und deren Umsetzung an die Hand zu nehmen. Er dankt dem Sonderstab und den von ihm beauftragten Personen und den Mitarbeitenden der Kantonalen Verwaltung für die nicht immer einfache Arbeit und für den zielführenden Einsatz ganz herzlich. Der Bericht ist auf der Webseite des Kantons Uri unter www.ur.ch/coronavirus aufgeschaltet.

Im Auftrag des Regierungsrats:
Standeskanzlei

Rückfragen von Medienschaffenden: Regierungsrat Christian Arnold, Telefon +41 41 875 2159, E-Mail ch.arnold@ur.ch

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