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Coronavirus - Informationen für die Wirtschaft, Arbeitgeber und KMU

Die Ausbreitung des Coronavirus hat wirtschaftliche Folgen und führt zu finanziellen Einbussen. Für die Betroffenen stehen verschiedene Unterstützungsleistungen zur Verfügung.

Standard-Schutzkonzepte (für Unternehmen)

Die Standard-Schutzkonzepte richten sich an Betriebe, die über keinen Branchenverband verfügen, der ihnen ein Grobkonzept zur Verfügung stellt. Der administrative Aufwand ist beschränkt. Der Ablauf ist der folgende:

  1. Laden Sie das für Ihre Tätigkeit adäquate Standard-Schutzkonzept von dieser Homepage runter
  2. Prüfen Sie für jedes Schutzziel (linke Spalte) die vorgeschlagenen Standardschutzmassnahmen (rechte Spalte)
  3. Wenn sämtliche Standardmassnahmen umgesetzt werden, bitte das entsprechende Feld auf der zusammenfassenden Seite ankreuzen und zu Punkt 5 übergehen / Wenn nicht alle Massnahmen umgesetzt werden, zu Punkt 4 gehen.
  4. Sind gewisse Massnahmen objektiverweise in ihrer Tätigkeit nicht umsetzbar, muss dies in der entsprechenden Rubrik auf der zusammenfassenden Seite vermerkt und begründet werden. Das Schutzziel muss trotzdem erreicht werden, was eine andere Massnahme nötig machen kann.
  5. Legen Sie diese Massnahmen Ihren Angestellten vor.
  6. Setzen Sie die Massnahmen um.
  7. Datieren und signieren Sie das Dokument (im Hinblick auf eine eventuelle Kontrolle aufzubewahren). Ihr Konzept ist somit umgesetzt.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Branchenverband oder an einen Fachspezialisten, wenn Sie Hilfe für die Umsetzung benötigen oder Fragen haben. Die Umsetzung der Schutzkonzepte liegt in der Verantwortung jeder einzelnen Unternehmung (Art. 6 ArG). Es erfolgt keine Validierung der einzelnen Schutzkonzepte, weder durch den Bund noch durch die Kantone.

Hier geht es zu den tätigkeitsspezifischen Standard-Schutzkonzepten:

Quelle: https://backtowork.easygov.swiss/standard-schutzkonzepte/

Kantonale Vorgaben

Die kantonalen Vorgaben des Kantons Uri zu Schutzkonzepten für Betriebe mit und ohne Personen- und Körperkontakt finden Sie hier

Kantonale Unterstützung für Härtefälle

Für viele Unternehmen bedeutet die Coronakrise ein Härtetest der besonderen Art. Fehlende Aufträge und Ertragsausfälle bringen manche KMU und Selbständigerwerbende in finanzielle Nöte. Einige davon geraten gar in eine betriebs- oder existenzbedrohende Situation, obwohl die umfangreichen Hilfsmassnahmen des Bundes und des Kantons zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus in der Regel wirksame und ausreichende Unterstützung bieten.

Für die Entschärfung von Härtefällen stellt der Regierungsrat des Kantons Uri subsidiär zu den bestehenden Unterstützungsmassnahmen des Bundes und des Kantons Mittel aus dem kantonalen Wirtschaftsförderungsfonds zur Verfügung. Der Regierungsrat hat dazu die «Task Force Wirtschaft» eingesetzt. Sie wird mit der Prüfung von Gesuchen und der Verteilung der Fondsmittel beauftragt.

Eine Unterstützungsberechtigung ist an den Nachweis folgender Voraussetzungen gebunden:

  • Steuerdomizil im Kanton Uri;
  • Wirtschaftliche Folgen und Auswirkungen infolge der Coronakrise;
  • Betriebs- bzw. existenzbedrohende Situation;
  • Ausschöpfung bestehender Unterstützungsmöglichkeiten des Bundes und des Kantons;
  • Ausschöpfung eigener Kostensenkungs- und anderer Massnahmen.

Die Beantragung einer Finanzhilfe muss ausreichend begründet und durch aussagekräftige Unterlagen zur finanziellen Situation belegt sein. Pro Unternehmen werden maximal 40'000 Franken ausbezahlt.

Gesuche für eine Finanzhilfe können bis am 31. Oktober 2020 mittels dem nachstehenden Antragsformular eingereicht werden. Fragen zur Unterstützung aus dem kantonalen Wirtschaftsförderungsfonds nimmt die Volkswirtschaftsdirektion Uri, Kontaktstelle Wirtschaft entgegen (E-Mail wirtschaft@ur.ch, Telefon 041 875 24 01).

 

Kurzarbeitsentschädigung

Viele Betriebe sind aufgrund der aktuellen Situation gezwungen, Kurzarbeit einzuführen. Entschädigungen an die Arbeitnehmenden werden im Rahmen der Kurzarbeitsentschädigungen der Arbeitslosenversicherung ausgerichtet. Mit Beschluss vom 20. März 2020 hat der Bundesrat den Anspruch für Kurzarbeitsentschädigungen ausgeweitet und gleichzeitig Erleichterungen bei den Abläufen bei der Voranmeldung und Abrechnung eingeführt. Auch neue Formulare werden eingeführt.

Ausnahmsweise haben in dieser ausserordentlichen Lage auch die folgenden Personen Anspruch auf KAE:

  • Personen in einem Arbeitsverhältnis auf bestimmte Dauer
  • Personen in einem Lehrverhältnis (Lernende und Lehrmeister)
  • Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit
  • Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung (z. B. Gesellschafter einer GmbH, welche als Angestellte gegen Entlohnung im eigenen Betrieb mitarbeiten) und ihre mitarbeitenden Ehegatten oder eingetragenen Partner
  • Angestellte auf Abruf

Die bereits gesenkte Karenzfrist (Wartefrist) für Kurzarbeitsentschädigungen ist nun vollständig aufgehoben. Damit hat der Arbeitgeber keine Karenztage mehr zu übernehmen.

Für Personen in leitenden Funktionen (arbeitgeberähnliche Stellung) und ihre mitarbeitenden Ehegatten (oder eingetragene Partner) gilt in Abweichung der Regeln für Kurzarbeitsentschädigungen pro Abrechnungsperiode ein Pauschalbetrag von 3'320 Franken bei Vollzeitbeschäftigung als massgebender Lohn.

Für Formulare und weitere Informationen konsultieren Sie bitte die Webseite des Bundes www.arbeit.swiss.

Zuständig für die Bearbeitung der Kurzarbeitsentschädigungen ist das Amt für Arbeit und Migration. Aufgrund der aktuellen Situation bitten wir sie um Geduld bei der Bearbeitung Ihrer Fragen. Bitte reichen Sie Ihre Anfragen schriftlich via E-Mail an kurzarbeit@ur.ch ein. Wir nehmen Ihre Gesuche ebenfalls per Post oder in unserem Briefkasten entgegen: Amt für Arbeit und Migration, Klausenstrasse 4, 6460 Altdorf. Die zuständigen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter kontaktieren Sie so schnell als möglich telefonisch.

Die Arbeitslosenkasse stellt für Fragen bezüglich Antrag und Abrechnung der Kurzarbeitsentschädigung eine zusätzliche Hotline zur Verfügung:

Telefon +41 41 875 23 97, zu folgenden Zeiten:
Montag bis Freitag 14.00 Uhr bis 16.30 Uhr
Mittwoch 09.00 Uhr bis 11.30 Uhr

 

Entschädigung bei Erwerbsaufällen für Selbstständige

Selbständig Erwerbende, die wegen behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus Erwerbsausfälle erleiden, werden entschädigt, sofern nicht bereits eine Entschädigung oder Versicherungsleistung besteht. Eine Entschädigung ist für folgende Fälle vorgesehen:

  • Schulschliessungen
  • Ärztlich verordnete Quarantäne
  • Schliessung eines selbstständig geführten öffentlich zugänglichen Betriebes
  • Selbstständigerwerbende mit Erwerbsausfällen
  • Freischaffende Künstlerinnen und Künstler, die infolge Absagen von Anlässen einen Erwerbsunterbruch erleiden

Durch die behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus sind zahlreiche Selbständigerwerbende mit Erwerbseinbussen konfrontiert, obwohl ihre Erwerbstätigkeit nicht verboten ist. Um Härtefälle zu vermeiden, hat der Bundesrat den Corona-Erwerbsersatz auf Selbständigerwerbende ausgeweitet, die nicht direkt von Betriebsschliessungen oder vom Veranstaltungsverbot betroffen sind. Voraussetzung ist, dass ihr AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen höher ist als 10’000 Franken, aber 90’000 Franken nicht übersteigt.

Die Entschädigungen werden in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung geregelt und als Taggeld ausgerichtet. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag. Die Anzahl Taggelder ist befristet. Die Prüfung des Anspruches und die Auszahlung der Leistung wird von den AHV-Ausgleichskassen (Sozialversicherungsstelle Uri oder Verbandsausgleichskasse) vorgenommen.

 

Entschädigung bei Erwerbsausfällen für Angestellte

Anspruch auf eine Entschädigung haben Eltern, die ihre Erwerbsarbeit aufgrund von Schulschliessungen unterbrechen müssen, um ihre Kinder zu betreuen. Anspruch auf die Entschädigung gibt es ebenfalls bei einem Erwerbsunterbruch aufgrund von einer durch einen Arzt verordneten Quarantäne. Wie für die Selbstständigen werden die Erwerbsausfälle in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung (EO; Erwerbsersatz bei Dienstleistung oder Mutterschaft) geregelt und als Taggeld ausgerichtet. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag. Die Entschädigung ist auf 10 Taggelder für Personen in Quarantänemassnahmen begrenzt. Die Prüfung des Anspruches und die Auszahlung der Leistung wird von den AHV-Ausgleichskassen (kantonale Ausgleichskasse oder Verbandsausgleichskasse) vorgenommen.

 

Liquiditätshilfen für Unternehmen und Startups

Aufgrund der Schliessung von Betrieben sowie Nachfrageeinbrüchen verfügen zahlreiche Unternehmen trotz Kurzarbeitsentschädigung für ihre laufenden Kosten über immer weniger liquide Mittel. Mit verschiedenen Massnahmen soll verhindert werden, dass grundsätzlich zahlungsfähige Unternehmen in Schwierigkeiten geraten. Der Bund hat dazu eine Soforthilfe mittels verbürgten Überbrückungskrediten aufgebaut. Damit stehen betroffenen KMUs (Einzelunternehmen, Personengesellschaften, juristische Personen) Überbrückungskrediten von den Banken zur Verfügung. Betroffene Unternehmen erhalten rasch und unkompliziert Kreditbeträge bis zu 10% des Umsatzes oder maximal 20 Mio. CHF. Dabei werden zinslose Kredite bis zu 0,5 Millionen CHF von den Banken sofort ausbezahlt und vom Bund zu 100% garantiert. Darüber hinaus gehende Beträge sollen vom Bund zu 85% garantiert werden (Zinssatz 0.5%) und eine kurze Bankprüfung voraussetzen. Das entsprechende Antragsformular sowie weitere Informationen zu den Überbrückungskrediten sind auf der Webseite https://covid19.easygov.swiss/ abrufbar.

Der Bundesrat hat am 22. April 2020 beschlossen, das bereits bestehende Bürgschaftswesen für KMU für die Unterstützung von Startups zu nutzen. Somit will der Bund in Ergänzung der Covid-19-Kredite des Bundes aussichtsreiche Startups in Zusammenarbeit mit den Kantonen vor einer Corona-bedingten Insolvenz bewahren. Der Regierungsrat des Kantons Uri hat entschieden, sich an diesem Programm zu beteiligen. Anträge können ab sofort auf https://covid19.easygov.swiss/fuer-startups/ eingereicht werden. Dort sind auch alle Informationen zu Kriterien und Antragsstellung aufgeschaltet.

 

Kantonale Massnahmen im Steuerbereich

Der Regierungsrat hat verschiedene Erleichterungen im Steuerbereich beschlossen. Die Frist zur Einreichung der Steuererklärung 2019 für natürliche Personen wird bis 31. Mai 2020 erstreckt. Die provisorischen Steuerrechnungen der Steuerperiode 2020 sind bis 31. Oktober 2020 zu bezahlen. Betroffene Unternehmen und Selbstständigerwerbende können einen Zahlungsaufschub oder Ratenzahlungen beantragen. Die zuständigen Steuerbezugsbehörden auf Kantons- und Gemeindeebene beurteilen die Gesuche für Zahlungserleichterungen grosszügig und aufgrund der aktuellen Situation mit der notwendigen Kulanz. Anfragen sind ausschliesslich telefonisch oder per E-Mail an die entsprechende Behörde zu richten > https://www.ur.ch/_docn/208339/Steuerbezug2020_ab_Maerz.pdf. Weiter werden im April keine Mahnläufe betreffend nicht bezahlter Steuerrechnungen durchgeführt. Gemäss Beschluss des Bundesrates sind auch die Betreibungen bis im Mai ausgesetzt. Detaillierte Informationen zu den Massnahmen im Steuerbereich sind in der Medienmitteilung vom 27. März 2020 zu finden.

 

Coachingangebote

Krisensituationen erfordern von den KMU rasches und konsequentes Eingreifen. Sämtliche Prozesse müssen hinterfragt werden. Ziel des Handelns muss es sein, die Liquiditätssituation kurz-, mittel- und langfristig positiv zu beinflussen.

Die Coaches von «zentralschweiz innovativ» stehen den KMU bei der Bewältigung von Krisensituationen mit Rat und Tat zur Seite. Als Motivator, Unterstützer, Beschleuniger und Mutmacher unterstützt«zentralschweiz innovativ» KMUs bis zu 40 Stunden kostenlos. Pragmatisch, unbürokratisch und zielführend. Anfragen und Informationen auf der Webseite von Zentralschweiz innovativ.

Speziell für Betriebe aus der Gastronomie bieten die Urner Tourismusorganisationen und Gastro Uri ein zweistündiges Gratis-Coaching an. Interessierte Betriebe können sich bei der Uri Tourismus AG melden (E-Mail an melina.wechsler@uri.swiss).

 

Unterstützung für Urner Unternehmen: «MEHR URI»!

mehr-uri.ch
Zahlreichen Unternehmen und Produzenten im Kanton Uri drohen wegen der Coronavirus-Pandemie happige Einbussen. Viele zeigen sich in dieser Situation kreativ und bieten zum Beispiel einen Lieferservice an, weil ihr Geschäft derzeit geschlossen bleiben muss. Nun hat Wirtschaft Uri zusammen mit Partnern eine Online-Plattform für solche Angebote geschaffen: www.mehr-uri.ch

Weitere Massnahmen

Der Bund hat zudem diverse administrative Erleichterungen für Unternehmen beschlossen. So werden beispielsweise die Pflichten der Unternehmen im Zusammenhang mit der Stellenmeldepflicht vorübergehend aufgehoben.

 

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