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Coronavirus - Informationen für die Wirtschaft, Arbeitgeber und KMU

Die Ausbreitung des Coronavirus hat enorme wirtschaftliche Folgen und führt zu einschneidenden finanziellen Einbussen. Für die Betroffenen stehen verschiedene Unterstützungsleistungen zur Verfügung.

Kurzarbeitsentschädigung

Viele Betriebe sind aufgrund der aktuellen Situation gezwungen, Kurzarbeit einzuführen. Entschädigungen an die Arbeitnehmenden werden im Rahmen der Kurzarbeitsentschädigungen der Arbeitslosenversicherung ausgerichtet. Mit Beschluss vom 20. März 2020 hat der Bundesrat den Anspruch für Kurzarbeitsentschädigungen ausgeweitet und gleichzeitig Erleichterungen bei den Abläufen bei der Voranmeldung und Abrechnung eingeführt. Auch neue Formulare werden eingeführt.

Ausnahmsweise haben in dieser ausserordentlichen Lage auch die folgenden Personen Anspruch auf KAE:

  • Personen in einem Arbeitsverhältnis auf bestimmte Dauer
  • Personen in einem Lehrverhältnis (Lernende und Lehrmeister)
  • Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit
  • Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung (z. B. Gesellschafter einer GmbH, welche als Angestellte gegen Entlohnung im eigenen Betrieb mitarbeiten) und ihre mitarbeitenden Ehegatten oder eingetragenen Partner

Die bereits gesenkte Karenzfrist (Wartefrist) für Kurzarbeitsentschädigungen ist nun vollständig aufgehoben. Damit hat der Arbeitgeber keine Karenztage mehr zu übernehmen.

Für Personen in leitenden Funktionen (arbeitgeberähnliche Stellung) und ihre mitarbeitenden Ehegatten (oder eingetragene Partner) gilt in Abweichung der Regeln für Kurzarbeitsentschädigungen pro Abrechnungsperiode ein Pauschalbetrag von 3'320 Franken bei Vollzeitbeschäftigung als massgebender Lohn.

Für Formulare und weitere Informationen konsultieren Sie bitte die Webseite des Bundes www.arbeit.swiss.

Zuständig für die Bearbeitung der Kurzarbeitsentschädigungen ist das Amt für Arbeit und Migration. Aufgrund der aktuellen Situation bitten wir sie um Geduld bei der Bearbeitung Ihrer Fragen. Bitte reichen Sie Ihre Anfragen schriftlich via E-Mail an kurzarbeit@ur.ch ein. Wir nehmen Ihre Gesuche ebenfalls per Post oder in unserem Briefkasten entgegen: Amt für Arbeit und Migration, Klausenstrasse 4, 6460 Altdorf. Die zuständigen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter kontaktieren Sie so schnell als möglich telefonisch.

Die Arbeitslosenkasse stellt für Fragen bezüglich Antrag und Abrechnung der Kurzarbeitsentschädigung eine zusätzliche Hotline zur Verfügung:

Telefon +41 41 875 23 97, zu folgenden Zeiten:
Montag bis Freitag 14.00 Uhr bis 16.30 Uhr
Mittwoch 09.00 Uhr bis 11.30 Uhr

 

Entschädigung bei Erwerbsaufällen für Selbstständige

Selbständig Erwerbende, die wegen behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus Erwerbsausfälle erleiden, werden entschädigt, sofern nicht bereits eine Entschädigung oder Versicherungsleistung besteht. Eine Entschädigung ist für folgende Fälle vorgesehen:

  • Schulschliessungen
  • Ärztlich verordnete Quarantäne
  • Schliessung eines selbstständig geführten öffentlich zugänglichen Betriebes

Die Regelung gilt auch für freischaffende Künstlerinnen und Künstler, die einen Erwerbsunterbruch erleiden, weil ihre Engagements wegen der Massnahmen gegen das Coronavirus annulliert werden oder weil sie einen eigenen Anlass absagen müssen.

Die Entschädigungen werden in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung geregelt und als Taggeld ausgerichtet. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag. Die Anzahl Taggelder für Selbstständige in Quarantäne oder mit Betreuungsaufgaben ist auf 10, respektive 30 befristet. Die Prüfung des Anspruches und die Auszahlung der Leistung wird von den AHV-Ausgleichskassen (Sozialversicherungsstelle Uri oder Verbandsausgleichskasse) vorgenommen.

 

Entschädigung bei Erwerbsausfällen für Angestellte

Anspruch auf eine Entschädigung haben Eltern, die ihre Erwerbsarbeit aufgrund von Schulschliessungen unterbrechen müssen, um ihre Kinder zu betreuen. Anspruch auf die Entschädigung gibt es ebenfalls bei einem Erwerbsunterbruch aufgrund von einer durch einen Arzt verordneten Quarantäne. Wie für die Selbstständigen werden die Erwerbsausfälle in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung (EO; Erwerbsersatz bei Dienstleistung oder Mutterschaft) geregelt und als Taggeld ausgerichtet. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag. Die Entschädigung ist auf 10 Taggelder für Personen in Quarantänemassnahmen begrenzt. Die Prüfung des Anspruches und die Auszahlung der Leistung wird von den AHV-Ausgleichskassen (kantonale Ausgleichskasse oder Verbandsausgleichskasse) vorgenommen.

 

Liquiditätshilfen für Unternehmen

Aufgrund der Schliessung von Betrieben sowie Nachfrageeinbrüchen verfügen zahlreiche Unternehmen trotz Kurzarbeitsentschädigung für ihre laufenden Kosten über immer weniger liquide Mittel. Mit verschiedenen Massnahmen soll verhindert werden, dass grundsätzlich zahlungsfähige Unternehmen in Schwierigkeiten geraten. Der Bund hat dazu eine Soforthilfe mittels verbürgten Überbrückungskrediten aufgebaut. Damit stehen betroffenen KMUs (Einzelunternehmen, Personengesellschaften, juristische Personen) Überbrückungskrediten von den Banken im Umfang von 20 Milliarden CHF zur Verfügung. Betroffene Unternehmen erhalten rasch und unkompliziert Kreditbeträge bis zu 10% des Umsatzes oder maximal 20 Mio. CHF. Dabei werden zinslose Kredite bis zu 0,5 Millionen CHF von den Banken sofort ausbezahlt und vom Bund zu 100% garantiert. Darüber hinaus gehende Beträge sollen vom Bund zu 85% garantiert werden (Zinssatz 0.5%) und eine kurze Bankprüfung voraussetzen. Das entsprechende Antragsformular sowie weitere Informationen zu den Überbrückungskrediten sind auf der Webseite https://covid19.easygov.swiss/ abrufbar.

 

Kantonale Massnahmen im Steuerbereich

Der Regierungsrat hat verschiedene Erleichterungen im Steuerbereich beschlossen. Die Frist zur Einreichung der Steuererklärung 2019 für natürliche Personen wird bis 31. Mai 2020 erstreckt. Die provisorischen Steuerrechnungen der Steuerperiode 2020 sind bis 31. Oktober 2020 zu bezahlen. Betroffene Unternehmen und Selbstständigerwerbende können einen Zahlungsaufschub oder Ratenzahlungen beantragen. Die zuständigen Steuerbezugsbehörden auf Kantons- und Gemeindeebene beurteilen die Gesuche für Zahlungserleichterungen grosszügig und aufgrund der aktuellen Situation mit der notwendigen Kulanz. Anfragen sind ausschliesslich telefonisch oder per E-Mail an die entsprechende Behörde zu richten > https://www.ur.ch/_docn/208339/Steuerbezug2020_ab_Maerz.pdf. Weiter werden im April keine Mahnläufe betreffend nicht bezahlter Steuerrechnungen durchgeführt. Gemäss Beschluss des Bundesrates sind auch die Betreibungen bis im Mai ausgesetzt. Detaillierte Informationen zu den Massnahmen im Steuerbereich sind in der Medienmitteilung vom 27. März 2020 zu finden.

 

Coachingangebot «Innovative Krisenbewältigung»

Krisensituationen erfordern von den KMU rasches und konsequentes Eingreifen. Sämtliche Prozesse müssen hinterfragt werden. Ziel des Handelns muss es sein, die Liquiditätssituation kurz-, mittel- und langfristig positiv zu beinflussen.

Die Coaches von «zentralschweiz innovativ» stehen den KMU bei der Bewältigung von Krisensituationen mit Rat und Tat zur Seite. Als Motivator, Unterstützer, Beschleuniger und Mutmacher unterstützen wir KMU bis zu 40h kostenlos. Pragmatisch, unbürokratisch und zielführend. Anfragen und Informationen auf der Webseite von Zentralschweiz innovativ.

 

Kantonale Unterstützung für Härtefälle

Trotz umfangreichen Unterstützungsmassnahmen und Soforthilfen des Bundes kann es zu Fällen kommen, bei denen mit den zurzeit verfügbaren Massnahmen nicht oder nur ungenügend geholfen ist. Für die Entschärfung von «Härtefällen» kann der Regierungsrat des Kantons Uri Mittel aus dem kantonalen Wirtschaftsförderungsfonds zur Verfügung stellen. Der Regierungsrat hat dazu die «Task Force Wirtschaft» eingesetzt. Diese Task Force wird nun die Kriterien für die Beitragsberechtigung sowie für die Gesuchsbehandlung ausarbeiten.

Beiträge aus dem Wirtschaftsförderungsfonds erhalten nur Urner Unternehmen und Selbstständige. Sie müssen im Zusammenhang mit der Coronakrise stehen und es muss begründet werden, warum die Unterstützungsmöglichkeiten über die Hilfsmassnahmen des Bundes und des Kantons sowie der Banken ungenügend bzw. nicht ausreichend sind. Interessierte Unternehmen müssen eigene Kostensenkungsmassnahmen nachweisen und die nachgesuchten Mittel dürfen nicht für Investitionen verwendet werden.

Die Anmeldung des Interesses für eine Unterstützung ist ab sofort möglich. Die Anfragen sind schriftlich an wirtschaft@ur.ch oder per Post an die Volkswirtschaftsdirektion Uri, Kontaktstelle Wirtschaft, Klausenstrasse 4, 6460 Altdorf zu richten. Dabei ist das Grundanliegen und die bisher getroffenen Abklärungen und Entscheide betreffend Bundes- und Kantonshilfen zu beschreiben.

Der Bund hat auf den 8. April 2020 weitere Hilfsmassnahmen angekündigt. Es wird empfohlen, diese Entscheide abzuwarten und sie bei der Interessensanmeldung ebenfalls zu berücksichtigen. Die Anmeldungen werden gesammelt und ab Mai 2020 eingehend behandelt.

Fragen zur Unterstützung aus dem kantonalen Wirtschaftsförderungsfonds nimmt die Kontaktstelle Wirtschaft entgegen (E-Mail wirtschaft@ur.ch, Telefon 041 875 24 01).

 

Weitere Massnahmen

Der Bund hat zudem diverse administrative Erleichterungen für Unternehmen beschlossen. So werden beispielsweise die Pflichten der Unternehmen im Zusammenhang mit der Stellenmeldepflicht vorübergehend aufgehoben.

Ergänzend zu den aufgeführten Hilfeleistungen und Sofortmassnahmen bereitet der Kanton Uri weitere Massnahmen vor. Die Details werden aktuell erarbeitet. So will der Regierungsrat Mittel aus dem kantonalen Wirtschaftsförderungsfonds für jene Fälle bereit stellen, bei denen die beschlossenen Bundeshilfen nicht greifen. Der Regierungsrat wird zudem eine Taskforce Wirtschaft einsetzen. Über konkrete Massnahmen wird an dieser Stelle laufend informiert.

Bei sich abzeichnenden Liquiditätsengpässen empfehlen wir Ihnen, sich an Ihre Hausbank zu wenden. Fragen von Unternehmen in diesem Zusammenhang nimmt die Volkswirtschaftsdirektion (Kontaktstelle Wirtschaft, Tel. +41 41 875 24 01; wirtschaft@ur.ch) entgegen.

 

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