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Biotopschutz-Hoch- und Flachmoore

Hochmoore

 

Allgemeines

Im Gegensatz zu den Flachmooren werden Hochmoore praktisch nur durch Regenwasser, gespeist. Typisch für Hochmoore sind Torfmoose, welche im Laufe der Jahrtausende über den Grundwasserspiegel hinaus gewachsen sind. Wegen des Sauerstoffmangels im Boden ist die Zersetzung des abgestorbenen Pflanzenmaterials gehemmt. Die Torfmoose weisen ein enormes Wasserspeichervermögen auf und bilden ein extrem nährstoffarmes und saures Milieu, das nur noch ganz wenige andere Pflanzenarten besiedeln können. Hochmoore sind natürliche Lebensräume und waren in der Schweiz nie häufig. Torfabbau und Entwässerungen haben diesen Lebensraum extrem selten werden lassen. Arten der Hochmoore wie z.B. der Sonnentau sind daher praktisch alle sehr gefährdet. Aus diesem Grund sind Hochmoore heute streng geschützt.

Uri

Der Kanton Uri weist nur gerade 5 Hochmoore von nationaler Bedeutung mit einer Fläche von 6 ha auf. Ein landschaftlich besonders schönes Beispiel liegt im Gebiet Berg auf der Göscheneralp. Der Gletscherschliff hat zahlreiche Mulden geschaffen, die sich heute als verlandende Tümpel, Flach- oder eben Hochmoore präsentieren. Ein weiteres Objekt von nationaler Bedeutung ist das Hochmoor Untere Wängi in Bürglen. Hier konnte der Kanton dank einem Regenerationsprojekt die Erosion und Degradation des Hochmoors durch fortgesetzte Austrocknung stoppen. Aufgabe der Beweidung, Schliessen eines Drainagegrabens und Förderung der Torfbildung stellten die Hauptmassnahmen dar. Das Hochmoor wird regelmässig im Rahmen einer Erfolgskontrolle untersucht, um den Effekt der Massnahmen beurteilen zu können.

Flachmoore

 


Allgemeines

In Naturlandschaften sind Flachmoore eher selten. Ohne menschlichen Einfluss kommen sie entlang von Flussufern und verlandenden Seen sowie über der Waldgrenze an vernässten Standorten vor. Die meisten Flachmoore sind Kulturbiotope. Sie sind entstanden durch Rodungen und nachfolgende landwirtschaftliche Nutzung auf Böden, die zur Vernässung und Torfbildung neigen. Flachmoore sind nährstoff- und artenreicher als Hochmoore. Schilf, Riedvegetation, Hochstauden und Nasswiesen sind die typischen Ausprägungen der Vegetation. Flachmoore sind oft recht wüchsig und wurden traditionellerweise als Streue genutzt. Umfangreiche Entwässerungen zur Gewinnung von Kulturland sind der Hauptgrund dafür, dass Flachmoore und deren typische Arten in der Schweiz sehr selten geworden sind.

Kanton Uri

Der Kanton Uri weist 15 Flachmoore von nationaler Bedeutung mit einer Gesamtfläche von 160 ha auf. Dies ist verglichen mit anderen Nordalpen-Kantonen eher wenig. Mit Ausnahme des Reussdeltas, dem bedeutendsten Objekt des Kantons, liegen die Flachmoore in den höheren Lagen, grösstenteils auf der Alpstufe. Ein Beispiel dafür sind die beiden Objekte auf dem Urnerboden. Die im vernässten Bereich des Talbodens gelegenen Riedwiesen sind Teil einer Moorlandschaft von nationaler Bedeutung und assoziiert mit einem Hochmoor. Eine Aufwertung durch die Schaffung von Amphibienlaichgewässern ist geplant. Die Erhaltung der Flachmoore bedingt in den meisten Fällen eine landwirtschaftliche Nutzung oder Pflege. Diese stellt der Kanton mit Verträgen nach der Verordnung über den landwirtschftlichen Naturzschutz in Kombination mit Zahlungen nach der Ökoqualitätsverordnung sicher.


Gesetzt über den kantonalen Natur- und Heimatschutz (kNHG)