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Oberflächengewässer und Gewässerrevitalisierung

Oberflächengewässer

Zum Schutz der Oberflächengewässer legen wir die Auflagen für Bauten fest. Wir fördern mit den Beteiligten eine naturnahe Gestaltung unserer Gewässer und setzen Aufwertungsmassnahmen um.…

Zum Schutz der Oberflächengewässer legen wir die Auflagen für Bauten fest. Wir fördern mit den Beteiligten eine naturnahe Gestaltung unserer Gewässer und setzen Aufwertungsmassnahmen um. Damit setzen wir uns im und am Wasser für den Lebens- und Erholungsraum der Natur und der Menschen ein.

Bauvorhaben
Bei Bauvorhaben im Bereich von Oberflächengewässern wurden im Sinne einer guten Baustellenpraxis die allgemeingültigen Vorschriften festgelegt (UB 3.1).

Hochwasserschutz und Gewässerraum
Dem Hochwasserschutz kommt im Kanton Uri aufgrund der Hochwassergefährdung eine bedeutende Rolle zu. Wir beurteilen und begleiten diese Projekte nach gewässerökologischen Aspekten. In enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Fachstellen für Wasserbau können damit Synergien zwischen Hochwasserschutz und Gewässeraufwertungen erzielt werden.

Insbesondere brauchen Fliessgewässer genügend Raum für die Gewährleistung des Schutzes gegen Hochwasser und die Erfüllung ihrer natürlichen Funktionen. Durch die raumplanerische Sicherung des Gewässerraums werden Bauten und Anlagen zukünftig ausserhalb des Gewässerbereichs angelegt. Damit werden die Hochwassergefährdung bzw. -schäden an Bauten und Anlagen vermindert, der Finanzierungsbedarf für bauliche Hochwasserschutzmassnahmen und deren Unterhalt tief gehalten. Durch die extensive Gestaltung und Bewirtschaftung wird der Gewässerzustand . verbessert.

Revitalisierungen und Gewässerunterhalt
Die Revitalisierung von Fliessgewässern wurde im Kanton Uri in den letzten 10 bis 15 Jahren mit grossem Einsatz erfolgreich umgesetzt. In den letzten Jahren wurden zudem Auengebiete und aktuell Kleingewässer aufgewertet. Zukünftig sollen neben weiteren Revitalisierungen an Fliessgewässern auch weitere Uferaufwertungen am Urnersee umgesetzt werden.

Für die vielfältigen Ansprüche an die Fliessgewässer ist ein naturnaher Gewässerunterhalt wichtig (siehe Dokumente Merkblatt "Uferpflege an Fliessgewässern"). Wo nötig, organisieren wir auf Meldung die Entfernung von Schwemmholz auf dem Urnersee zur Gewährleistung der Schifffahrt und der Freizeitnutzung.

Revitalisierungsprojekt Hinter Leitschach

  Ziele Mit diesem Revitalisierungsprojekt wurde die Restaue, die durch den bestehenden Damm unterbunden war, wieder der natürlichen Dynamik der Reu…

 

Ziele

Mit diesem Revitalisierungsprojekt wurde die Restaue, die durch den bestehenden Damm unterbunden war, wieder der natürlichen Dynamik der Reuss preisgegeben und reaktiviert. Damit wurden strukturreiche und vielseitige Auenlebensräume - sowohl in Feucht- und Nassgebieten als auch Trockenstandorten - für eine vielfältige und standorttypische Tier- und Pflanzenwelt geschaffen.

 

Massnahmen

Das Bauprojekt umfasste drei Hauptmassnahmen und dauerte von Mitte August 2023 bis Mai 2024:

Aufweitung (Seitengerinne, Dammdurchstiche und Leitinsel)
Für die bessere Durchflutung der Restaue wurde der bestehende linksufrige Damm rückversetzt und ein Seitengerinne erstellt. Der mittlere Dammabschnitt in der bestehenden Restaue blieb grösstenteils bestehen, um vorhandene Auenlebensräume beizubehalten. Um gezielte Überflutungsbereiche bei Hochwasserereignissen innerhalb des Auengebiets zu fördern und dynamische Bereiche wie Feuchtgebiete und Trockenstandorte zu initiieren, wurden zwei Durchstiche im bestehenden Damm ausgeführt. Zur besseren Wasserlenkung und Initiierung der Überflutungsbereiche wurden ökologische Uferverbauungen (ELJ/Holzkasten) im Seitengerinne sowie strömungslenkende Elemente im Hauptgerinne erstellt (Leitinsel und Sandbank mit Blöcken).

Ökologische Strukturen
Zur vielfältigen Strukturierung der Ufer sind nebst einem Blockwurf auch ökologische Uferverbauungen und verschiedene Variationen davon ausgeführt worden. Zusätzlich wurden diverse Totholzstrukturen und Wurzelstöcke im Hauptgerinne sowie im Auengebiet eingebracht, Wassermulden im Bereich der Überflutungszonen geschaffen sowie eine Trockensteinmauer entlang des neuen Dammwegs mit begleitenden Bestockungsgruppen und Kleinstrukturen (Ast- und Steinhaufen) erstellt. Mit diesen ökologischen Kleinstrukturen sind  vielfältige Lebensräume geschaffen worden, die einer möglichst vielfältigen und standorttypischen Tier- und Pflanzenwelt zugutekommt.

Hochwasserschutz (Kiesbank, Erosionsrinne und Ufervorschüttung)
Die Hochwasserschutzziele wurden in Übereinstimmung mit der kantonalen Schutzzielmatrix festgelegt. Die Oberkante des neuen Damms am linken Ufer wurde auf eine Wasserspiegellage eines HQ20 plus Freibord festgelegt (entspricht einem bordvollen Wasserabfluss von HQ100). Damit der Abfluss aus dem Schützenbrunnen in die Reuss durch das Projekt nicht verschlechtert wird, wurde der Abflussquerschnitt der Reuss mit einer Ufervorschüttung optimiert. Die rechtsseitige Sohleneintiefung wurde mit dem vorhandenen grobkörnigen Geschiebematerial aus der Kiesbank aufgefüllt, um eine einseitige Abflusskonzentrationen zu vermeiden und eine optimale Entwicklung des Auengebiets zu fördern.
 

Kosten und Finanzierung

Das Projekt wurde ursprünglich mit einem Kostenvoranschlag von rund 3.1 Millionen Franken geplant. Durch eine effiziente Planung und schlanke Bauausführung konnten die tatsächlichen Kosten auf 2.1 Millionen Franken reduziert werden – eine Einsparung von nahezu einer Million Franken. Finanziert wurde das Projekt vom Bund (47 %), dem Kanton Uri (31 %), der Kraftwerk Erstfeldertal AG (Ersatzmassnahmen: 14 %) sowie dem Gemeindewerk Erstfeld (Ökostromfonds: 8 %).

Weitere Informationen zum Revitalisierungsprojekt können dem Schlussbericht (unter Dokumente) entnommen werden. Die Berichterstattung von Tele1 kann hier angeschaut werden.

 

 

Revitalisierung Giessen

Zurück zur Natur Der untere Teil des Urner Talbodens hat sich mit der Begradigung der Reuss ein erstes Mal stark verändert. Der zweite markante Eingriff in die Reussebene folgte ab 19…

Zurück zur Natur

Der untere Teil des Urner Talbodens hat sich mit der Begradigung der Reuss ein erstes Mal stark verändert. Der zweite markante Eingriff in die Reussebene folgte ab 1960 mit dem Bau der Autobahn A2. Auf engster Stelle verlaufen seitdem drei wichtige Achsen durchs Tal – der Strassen- und der Schienenverkehr sowie die Reuss als wichtige Talvorfluterin. Diese Bauten sind teilweise nur wenige Meter voneinander getrennt.

Immer wieder bedrohten in den vergangenen 200 Jahren Hochwasser die wachsenden Siedlungen und Bauernhöfe im Talboden und das mühevoll der Natur abgerungene Kulturland. Mit der Kanalisierung der wild durch die Ebene mäandrierenden Reuss Mitte des 19. Jahrhunderts trat nur eine kurzzeitige Beruhigung der Lage ein. Immer wieder setzten der Schächen und die Reuss ihre ursprüngliche Gebiete unter Wasser.

Der Giessen ist ein künstliches Gewässer und entstand durch die Melioration, die aus dem sumpfigen Talboden vor über einem Jahrhundert nutzbares Kulturland machte und auch heute noch den Talboden entwässert. Das gradlinige Gewässer wurde im Zuge der Hochwasserschutzmassnahmen renaturiert und ökologisch aufgewertet. Der naturnah gestaltete Lebensraum ermöglicht bessere Lebens- und Laichbedingungen für Fische, begünstigt eine Vielfalt der Vegetation und soll auch dem Eisvogel eine neue Heimat bieten.

Blick auf die Mündung des Giessens (links) neben dem Meliorationsgraben

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Der Giessen verläuft unter einem Dach von Bäumen neben dem sichtbaren Meliorationsgraben 

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Auch hier verläuft der Giessen geschützt von Bäumen neben der Strasse

3_Giessen_unter_den_Hecken_und_offener_Meliorationsgraben2.JPG

Der Giessen bietet verbesserte Laichenbedingungen für Fische 

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Schwemmholzteppich beim Hochwasser 2005 (vor der Mündung des Giessens) 

5_Muendung_Giessen_beim_Hochwasser_20052.JPG
6_Einblick_Renaturierung_mit_Fischunterstand.JPG
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