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Nachhaltiger Umgang mit Naturgefahren Uri

Die Bevölkerung im Kanton Uri muss seit eh und je mit den drohenden Naturgefahren leben. Sowohl der Siedlungsraum als auch die Verkehrsverbindungen sind durch Lawinen, Hochwasser, Sturz und Rutschungen verbreitet gefährdet. Der Kanton Uri verfügt deshalb über einen reichen Erfahrungsschatz bezüglich Gefahrenpotenzial, Ereignisbewältigung und Schutzmassnahmen. Steigendes Schadenpotenzial, eine prognostizierte Ereignishäufigkeit infolge des Klimawandels sowie knappe finanzielle Ressourcen fordern einen bewussten Umgang mit Risiken und Naturgefahren.

Der Kanton Uri setzt die Strategie der nationalen Plattform Naturgefahren PLANAT um und adaptiert diese im Konzept «Integrales Naturgefahren-Risikomanagement Uri – NARIMUR» an die kantonalen Besonderheiten. Der nachhaltige Umgang mit Naturgefahren soll risikogestützt angegangen und mit Hilfe des Integralen Risikomanagement umgesetzt werden. Während auf der Fachebene die Risiken aufgezeigt werden, sollen Bewertungen und Massnahmenentscheide gesellschaftlich-politisch getragen werden. Beim Management der Naturgefahren-Risiken wird der Grundsatz der Verhältnismässigkeit beachtet. Die beschränkten Ressourcen gebieten einen haushälterischen Umgang und verlangen, dass zwischen Notwendigem und Wünschbarem unterschieden wird.

Die Vier-Pfeilerstrategie im Konzept NARIMUR adaptiert den PLANAT-Risiko-Regelkreis auf die Verhältnisse des Kanton Uri. Das Konzept lässt sich erklären mit dem Bild eines Gebäudes mit einem breiten Dach und vier Pfeilern.

Integrales Naturgefahrenmanagement Uri mit der Vier-Pfeilerstrategie

Risikokultur: Die Risikokultur ist gewissermassen das «Dach» für das Naturgefahren-Risikomanagement. Denn dieses ist nur dann auf die Dauer erfolgreich, wenn das Leben und Wirtschaften im Kanton Uri vom behördlichen Handeln bis zum Alltag der Bevölkerung selbstverständlich, bewusst und geschickt mit den Naturgefahren-Risiken umgeht. Für die Zukunft soll sich die Risikokultur an den Grundwerten der Nachhaltigkeit und der Prävention ausrichten.

Kommunikation: Die Verantwortlichen sensibilisieren die Öffentlichkeit, ohne jedoch unbegründete Ängste zu wecken. Tatsächliche und vermeintliche Risiken können Ängste auslösen. Wo diese Ängste unausgesprochen bleiben, können sie schwer berechenbare Folgen haben. Deshalb wird ein offener Dialog über Risiken und die damit verbundenen Befürchtungen gefördert.

Grundlagen: Voraussetzung für die erfolgreiche Anwendung aller Instrumente des Risiko-Regelkreises sind geeignete und hinreichende Grundlagen der Gefahren- und Risikobeurteilung, sowie die entsprechenden Rechtsgrundlagen. Die Grundlagen werden rechtzeitig nach den landesweiten Bestrebungen und Methoden erarbeitet.

Prävention und Vorsorge: Die Handhabung der Naturgefahren in Uri ist vorausschauend und vom Präventionsprinzip geleitet. Abwägungen und Entscheidungen werden gestützt auf Risikobeurteilungen vorgenommen. Die Vorbeugung mit der Gefahren-Prävention (raumplanerische, baulich-technische und biologische Massnahmen) und der Vorsorge (organisatorische Massnahmen) vermeidet Schäden und ist deshalb für das Naturgefahren-Risikomanagement zentral.

Bewältigung: Die Ereignis-Bewältigung mit Einsatz, Instandstellung und Wiederaufbau werden soweit als möglich auf die Grundsätze der Vorbeugung ausgerichtet. Bei der Ereignis-Bewältigung darf für die Zukunft nichts Sinnvolles verbaut werden. Präventive Alternativen anstelle von Sofortmassnahmen und Wiederaufbau werden stets geprüft.

Weiterführende Information:

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Eggimann Lukas Leitung Abteilung NaturgefahrenLukas.Eggimann@ur.ch
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BAFU_2016_Umgang_mit_Naturgefahren_in_der_Schweiz.pdf Download 1 BAFU_2016_Umgang_mit_Naturgefahren_in_der_Schweiz.pdf