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Organisatorische Massnahmen

Erweisen sich raumplanerische oder technische Schutzmassnahmen als ungenügend, unverhältnismässig oder sind solche gar nicht durchführbar, können organisatorische Massnahmen das Schadenrisiko verhindern oder reduzieren. Im risikobasierten Umgang mit Naturgefahren haben organisatorische Massnahmen eine grosse Bedeutung. Ausserdem sind sie meist kostengünstiger als aufwendige Schutzbauwerke.

Im Kanton Uri spielen organisatorische Massnahmen schon seit langer Zeit eine bedeutende Rolle im Umgang mit Naturgefahren. So werden z.B. Verkehrsverbindungen bei hoher Lawinengefahr gesperrt, da Schutzbauwerke zu teuer sind, und der Einsatz von Alarmsysteme infolge der örtlichen Verhältnisse oft gar nicht möglich ist. Die lokalen Einsatzkräfte verfügen über Notfallplanungen, mit welcher sie die Schwachstellen kennen und im Ereignisfall eingeübte Interventionsmassnahmen ausführen können.

Die Abteilung Naturgefahren hilft mit, entsprechende Massnahmen zu planen und umzusetzen. Ferner führt sie bei den Massenbewegungsgefahren aktiv entsprechende Frühwarn-Beobachtungen aus.

Frühwarnsysteme:

Beispielbild Fr?hwarnsystem
Frühwarnsystem Beispiel Vermessung

 

Zur Zeit werden durch die Abteilung Naturgefahren oder in deren Auftrag im Kanton Uri rund 30 potenzielle oder aktive Sturz- oder Rutschgebiete messtechnisch überwacht. Somit können im Ernstfall frühzeitig Massnahmen eingeleitet werden, um das Schadenpotenzial zu vermindern. Dabei kommen verschiedene Überwachungsmethode zum Einsatz, von der einfachen Handmessung mittels Doppelmeter oder Laserdistanzmessgerät bis hin zur modernen terrestrischen oder sogar satellitengestützten Radarmessung.

Für die frühzeitige Warnung von Lawinenereignissen stehen den Sicherheitsverantwortlichen im Kanton Uri fünf sogenannte IMIS-Stationen zur Verfügung. Diese messen automatisch die relevanten meteorologischen Parameter zur Abschätzung der Lawinengefährdung. Ferner wird die lokale Lawinengefahr durch den Lawinenwarndienst Uri eingeschätzt. Dieser steht unter der Leitung der Baudirektion und wird im Wesentlichen durch die Lawinenzentrale Andermatt durch das Kompetenzzentrum des Gebirgsdienstes der Armee ausgeführt.

Beispielbild Alarmsystem Lawine
Alarmsystem Beispiel Lawine

 

Dank dem technischen Fortschritt in der Sensor-, Kommunikations- und Informationstechnik stehen heute relativ kostengünstige Methoden für entsprechende Alarmsysteme zur Verfügung. Leider verunmöglichen die örtlichen Verhältnisse im Kanton Uri oftmals den Einsatz solcher Alarmanlagen bezüglich Lawinenniedergänge. Einzig im Isenthal hat die Gemeinde zusammen mit der Abteilung Naturgefahren zur Erhöhung der Sicherheit einer Strasse bisher entsprechende Anlagen in Betrieb genommen.

Ferner betreibt das Tiefbauamt zehn Abfluss- und Pegelmessstationen an diversen Gewässern, um rechtzeitig vor Hochwasserereignissen zu alarmieren.

 

Notfallplanung Naturgefahren:

Zusammen mit den Fachspezialisten Wasserbau hat die Abteilung Naturgefahren in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeindevertretern für sämtliche Urner Gemeinden sogenannte Notfallplanungen Naturgefahren erstellt. Diese Notfallkonzepte unterstützen die lokalen Einsatzorganisationen und Behörden bei der Bewältigung von konkreten Naturgefahrenereignissen. Sie zeigen auf, wo in der Vergangenheit Probleme aufgetreten sind und wie unter systematischer Vorgehensweise bestimmte Gefahren abgewendet werden können.

Notfallplanung Beispiel Andermatt
Notfallplanung Beispiel in Andermatt

 

Allgemeine Warnungen vor Naturgefahren und Eigenverantwortung:

Jedermann kann sich auch selber über bevorstehende Naturgefahrenereignisse, besonders hinsichtlich Hochwasser oder Lawinen, informieren und sich entsprechend verhalten. Warnungen vor drohenden Naturgefahren werden auf allgemein zugänglichen Medien aufgeschaltet. Eigenverantwortliches und umsichtiges Handeln verringern die Verletzlichkeit gegenüber Naturgefahren, sei es mit einem umsichtigen Verhalten bei Freizeitaktivitäten oder mit entsprechenden Vorsorgemassnahmen. Im Ereignisfall soll sich jeder angepasst verhalten, den Weisungen der Einsatzkräfte Folge leisten, diese womöglich unterstützen oder nachbarschaftliche Hilfe anbieten.

 

Weitere Dokumente und Infos: