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Der Kanton Uri begrüsst den Lehrplan 21

20. Dezember 2013
Der Erziehungsrat hat an seiner Sitzung vom 11. Dezember 2013 die Konsultationsantwort zum Lehrplan 21 zu Handen der Deutschschweizer Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (D-EDK) verabschiedet. Sie fällt kritisch, aber in weiten Zügen positiv aus. Die durch den Lehrplan 21 angestrebte Harmonisierung der Bildung wird grundsätzlich begrüsst. Auch die Orientierung an Kompetenzen wird als sinnvoll und ansprechend wahrgenommen. Trotz der positiven Haltung gegenüber dem neuen Lehrplan werden vorallem der Umfang des Werkes sowie die Fülle und das hohe Niveau der zu erreichenden Mindestansprüche kritisiert. So werden beispielsweise die Mindestansprüche in den Fachbereichen Mathematik, Sprachen und Natur, Mensch, Gesellschaft in einzelnen Kompetenzen als zu hoch eingestuft. Zudem werden in verschiedenen Fachbereichen Orientierungs- und Planungshilfen vermisst, die einen leichteren Zugang zum neuen Lehrplan ermöglichen.

Kritik in Bezug auf einzelne Fachbereiche und Themen:

Die Bildungsansprüche in den Bereichen ICT und Medien, Berufliche Orientierung und Bildung Nachhaltige Entwicklung werden über sogenannte fächerübergreifende Teillehrpläne festgelegt. Für die Umsetzung werden klare Fächerzuordnungen verlangt, um Verantwortlichkeiten und Verbindlichkeiten zu regeln. Die Integration von ICT und Medien in andere Fachbereiche wird zwar begrüsst, dennoch sollte die Trennung von Medienbildung, Anwendungsschulung und Informatik geprüft werden.

Die Bildungsansprüche an die Fachbereiche Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH) und Textiles und technisches Gestalten (TG) haben sich im Vergleich zum bestehenden Lehrplan sichtlich verändert. Es wird kritisiert, dass Kompetenzen in den Bereichen Wirtschaft, Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Fachbereich WAH stärker gewichtet werden als praktisches Arbeiten. Im TG kommen handwerkliche Grundfertigkeiten zu kurz. Es besteht die Befürchtung, dass diese Fachbereiche vermehrt theoretisch statt praktisch behandelt werden.

Von Mitte September bis Mitte Dezember 2013 fand im Kanton Uri eine breite Konsultation des Lehrplans 21 statt. 17 Schulbehörden, 4 Parteien, 2 Lehrpersonenverbände, die Vereinigung der Schulleiterinnen und Schulleiter Uri und 8 weitere Verbände und Organisationen nahmen an der Vernehmlassung teil. Grundlage der Vernehmlassung war ein Frageraster mit Stellungnahmen von Urner Fachpersonen. Die Vernehmlassungsantworten zielten grossenteils auf die Rahmenbedingungen rund um den eigentlichen Lehrplan. Es wird angemerkt, dass genügend finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcen für die Implementierung bereitgestellt werden müssen.

Die Deutschschweizer Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (D-EDK) plant, den Lehrplan 21 bis im Herbst 2014, ergänzt durch die Konsultationsantworten, für die Kantone freizugeben.

Die Konsultationsantwort und der Bericht können unter www.ur.ch (Suchbegriff: Konsultation Lehrplan 21 oder unter Aktuelles >> Vernehmlassungen) eingesehen werden.

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