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«Feriendorf Andermatt Reuss» als riesige Chance für die gesamte Urner Volkswirtschaft

1. Dezember 2017
Das Tourismusresort in Andermatt hat ein gewaltiges regionalwirtschaftliches Potenzial für Ursern und für den Kanton Uri. Diese Erkenntnis wird durch eine Studie zur Potenzialabschätzung des Tourismusresorts Andermatt (PTRA) mit Zahlen und Fakten erhärtet. Die Studie wurde durch die Firma Ecoplan (Altdorf/Bern) im Auftrag der Volkswirtschaftsdirektion Uri erstellt. Massgeblich daran mitgewirkt haben auch die Gemeinde Andermatt und die Andermatt Swiss Alps AG. Langfristig kann das Tourismusresort bis zu 2‘900 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und jährlich 15 Mio. Franken Steuereinnahmen generieren. Bis es soweit ist, müssen verschiedene Herausforderungen gemeistert werden.

In Andermatt entsteht seit 2009 ein Tourismusresort mit neuen 4- und 5-Sterne-Hotels, verschiedenen Apartmenthäusern und neuen Sportinfrastrukturen wie Golfplatz, Schwimmbad, Spa und Fitnesscenters. Neuerdings wird das Projekt «Feriendorf Andermatt Reuss» genannt. Das Skigebiet von Andermatt wird grosszügig ausgebaut und mit jenem von Sedrun verbunden. Der Bahnhof und das umliegende Areal werden modernisiert. Das Urserntal soll im Zuge dieser Investitionen zu einer modernen Ganzjahresdestination werden.

Der Aufschwung hat nachhaltig begonnen

Bis ins Jahr 2016 haben die Andermatt Swiss Alps AG (ASA) bereits mehr als 725 Mio. Fr. in das Tourismusresort Andermatt investiert. Die wichtigsten Indikatoren bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklung des Urserntals zeigen kontinuierlich nach oben. So hat die Einwohnerzahl von Andermatt zwischen 2005 und 2015 von 1316 auf knapp 1600 Personen zugenommen und die Anzahl der Beschäftigten wuchs um 18 Prozent. Zudem wurden in Andermatt zwischen 2005 und 2015 rund 300 neue Wohnungen erstellt. Die Logiernächte stiegen um mehr als 20 Prozent, nicht zuletzt dank der höheren Bettenkapazität von rund 30 Prozent.

Von 2017 bis 2022 werden nochmals mehr als 400 Mio. Fr. in den weiteren Ausbau des Tourismusresorts investiert. Die damit verbundenen Aufträge können in Andermatt, dem Urserntal und im gesamten Kanton erneut beträchtliche wirtschaftliche Effekte auslösen. Mit der Eröffnung von weiteren Hotels, Apartmenthäusern und weiteren Angeboten wird die Bettenkapazität in Andermatt auf fast 3000 Betten steigen und sich mehr als verdoppeln gegenüber heute. Damit einher gehen mehr Logiernächte, ein stärkerer Marktanteil des Skigebiets und höhere Gästeausgaben.

Bis zu 20 Prozent mehr Beschäftigte im Kanton Uri

2022 werden weite Teile des Tourismusresorts sowie die gesamte SkiArena Andermatt Sedrun in Betrieb sein, weitere Elemente des Ausbaus werden später realisiert. Mehr Gästeausgaben in den darauffolgenden Betriebsjahren werden in der Urner Wirtschaft als zusätzliche Umsätze spürbar. Der Kanton Uri und die Gemeinden werden von höheren Steuereinnahmen und einer markanten Zunahme der Beschäftigten profitieren. Die Studienautoren von Ecoplan (Bern/Altdorf) kommen zum Schluss, dass das Tourismusresort in einigen Jahren bis zu 2900 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und jährlich 15 Mio. Franken Steuereinnahmen generieren kann. Das Tourismusresort bietet für Andermatt, das Urserntal und den gesamten Kanton Uri enorme Chancen. Es hat das Potenzial, die Zahl der im Kanton Uri Beschäftigten bis 2022 im Vergleich zu 2011 um mehr als 10 Prozent anwachsen zu lassen; bei einem weiteren Ausbau gar um bis zu 20 Prozent. Dies hat auch ein spürbares Wachstum der Wohnbevölkerung zur Folge.

Es bleiben Herausforderungen

Das Grossprojekt Tourismusresort respektive das «Feriendorf Andermatt Reuss» stellt die öffentliche Hand im Kanton Uri, die Urner Wirtschaft und weitere Beteiligte aber auch vor Herausforderungen, die es anzupacken gilt:

  • Weil die Bevölkerung wächst, muss auch genügend bedürfnisgerechter Wohnraum für die Zuzügerinnen und Zuzüger vorhanden sein. Insbesondere in Ursern und im oberen Reusstal müssen Wohnräume geschaffen werden.
  • Damit die Gäste und Mitarbeitende schnell und sicher anreisen können, braucht es eine gute Erschliessung mit dem öV und weiterhin eine gute Zugänglichkeit für den Individualverkehr. Auch der Warentransport profitiert von guten Verkehrsverbindungen. Diesbezüglich ist der Einsatz von Kanton und Gemeinden, aber auch von der Privatwirtschaft gefordert.
  • Das Resort ist ein Leuchtturm für die Vermarktung der Destination Andermatt. Eine effiziente Vermarktungsstrategie für die gesamte Destination muss durch alle Beteiligten (Tourismusresort, Tourismusorganisationen, überregionale Programme z. B. „San Gottardo 2020“) entwickelt, mitgetragen und umgesetzt werden.
  • Indem die im Urserntal tätigen Anbieter ihre Vorleistungen auch von Urner Produzentinnen und Produzenten beziehen, desto mehr Wertschöpfung und Beschäftigung bleiben im Kanton Uri. Eine solche regionale Verflechtung ist insbesondere im Detailhandel, in der Gastronomie und Hotellerie zu stärken. Dafür braucht es hochwertige Produkte und Dienstleistungen aus der Region, die möglichst durchgängig verfügbar und gut bekannt sind.
  • Der Kanton Uri und die betroffenen Gemeinden haben das Tourismusprojekt von Anfang an sehr eng begleitet. Dies ist einer der Faktoren, die zum Erfolg beigetragen haben. Die öffentliche Hand ist auch weiterhin gefordert, damit Uri von den erwähnten Wertschöpfungseffekten optimal profitieren kann. Insbesondere wird angeregt, dass der Kanton aktiv wird bezüglich der Weiterentwicklung respektive der Ansiedlung von Betrieben im Kanton Uri, die einen Beitrag zur Vervollständigung des regionalen Vorleistungsnetzwerks leisten können.
Die Chancen, die das Tourismusresort bietet, stellen sich nicht von allein ein. Die Urner Wirtschaft, die Bevölkerung und die Politik sind deshalb gemeinsam gefordert, durch Eigeninitiative, unternehmerisches Handeln und Eigenverantwortung die sich ergebenden Möglichkeiten zu nutzen.

Hinweis: Die Studie und eine Kurzfassung dazu sind unter www.ur.ch/tra im Internet publiziert.
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Was bringt das Tourismusresort Andermatt für Uri? (Kurzfassung der Studie) Download 0 Was bringt das Tourismusresort Andermatt für Uri? (Kurzfassung der Studie)