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Radon

Das Amt für Umweltschutz führt Messungen auf Radon im Kanton Uri durch und berät die Bevölkerung bei Fragen zu Radon. Im Rahmen von Baubewilligungen unterstützt es die Bauherren bzw. deren Architekten mit dem Ziel, dass Neubauten radondicht erstellt werden.

Was ist Radon?

Radon ist ein radioaktives Gas, das man nicht sieht und nicht fühlt. Das in verschiedenen Gesteinen eingebundene Uran (238U) zerfällt; so entstehen weitere Radionuklide, darunter auch das Edelgas Radon (222Rn). Durch Spalten und Risse im Boden gelangt es an die Oberfläche. In der bodennahen Atmosphäre wird Radon rasch verdünnt.

Wie gelangt Radon in die Häuser?
Radon dringt aus dem Untergrund über Naturkeller, nicht einwandfrei abgedichtete Kabel- und Rohrdurchführungen oder Haarrisse im Betonboden in die Häuser ein. Die Radonkonzentration ist üblicherweise in bodenberührenden Räumen (Keller und nicht unterkellerte Räume) am grössten und nimmt dann von Stockwerk zu Stockwerk ab.

Radon kann Lungenkrebs auslösen
Eine hohe Radonbelastung in bewohnten Räumen kann zu Lungenkrebs führen. Sowohl bei Rauchern wie auch bei Nichtrauchern wird durch eine hohe Radonbelastung das Krebsrisiko verdoppelt. Bei Rauchern mit ihrer hohen Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken, ist eine Verdoppelung dieser Wahrscheinlichkeit fatal. Das Bundesamt für Gesundheit hat hochgerechnet, dass pro Jahr etwa 250 Personen an Lungenkrebs, der vom Radon her stammt, sterben. Von diesen 250 Betroffenen dürften gemäss unserer Berechnung etwa 90% Raucher sein.

Was kann man dagegen tun?
Man kann verhindern, dass das Radon in die Häuser gelangt. Man kann es auch wieder nach Aussen abgeben. Weiter kann man verhindern, dass Radon im Haus in jene Stockwerke aufsteigt, die bewohnt sind, zum Beispiel durch die Isolation von Türen.
Sämtliche Luftreiniger, Ionisatoren etc. können zwar die Staubteilchen reduzieren, führen aber nicht zu einer geringeren Radonbelastung in der Lunge.
Neubauten
Bei Neu- und Umbauten darf die Radonbelastung den Referenzwert von 300 Bq/m3 nicht überschreiten. Das Eindringen von Radon in Wohnräume kann mit einer durchgehenden, dichten Bodenplatte und durch dichte Leitungsdurchführungen zwischen Erdreich und Gebäude einerseits und zwischen Keller und darüber liegendem Wohnbereich andererseits gemindert werden. Bei erdberührenden Wohn- und Aufenthaltsräumen sowie bei Naturkellern wird der Einbau einer Unterboden-Entlüftung empfohlen. Weiter empfiehlt es sich, bei Neubau- oder Bausanierungsvorhaben eine Radon-Fachperson für die Planung und Umsetzung beizuziehen. Architekten finden erste Informationen auch in der SIA-Norm 180.
Weitere Informationen: www.ch-radon.ch oder auf dieser Seite unter «Dokumente».

Anstehender Hauskauf?
Grundsätzlich ist das Radonrisiko im Mittelland klein, im Voralpengebiet variabel und im Alpengebiet und im Jura fallweise hoch. Im Kanton Uri liegt die Radonbelastung im Urner Oberland (Gurtnellen, Wassen, Göschenen) tendenziell höher als im Urner Unterland und im Urserental. Aus einer statistischen Verteilung lässt sich aber nie eine Vorhersage des Risikos an einem bestimmten Standort ableiten. Zudem hängt die Belastung im Gebäude nicht nur vom Untergrund, sondern auch von der Bauweise (besonders: Dichtigkeit der Bodenplatte) ab. Auch energetische Sanierungen haben einen Einfluss auf die Radonwerte im Gebäude: Wird das Gebäude lediglich oben abgedichtet (z.B. Einbau von besser isolierenden Fenstern), so kann sich Radon besser in den Räumen ansammeln; die Werte können so steigen.

Wieso sind Messungen notwendig?
Jedes Haus hat eine andere Radonbelastung als das Nachbarhaus. Deshalb geben einzig Messungen über die Radon-Belastung in einem spezifischen Gebäude Aufschluss. Eine orientierende Messung dauert mindestens 2 - 3 Monate und wird in der Regel im Winter durchgeführt. Liegen hier die Werte im untersten bewohnten Raum unter dem Referenzwert von 300 Bq/m3, so ist alles in Ordnung. Liegt die Belastung allerdings darüber, sollte man mit Vorteil eine Messung über 12 Monate durchführen. Aus diesem Grund raten wir grundsätzlich nur noch zu Messungen während 12 Monaten. Zur Messung stellen Sie ein Dosimeter auf, das etwa so gross ist wie eine Rolle Tesafilm. . Dosimeter können Sie bei Radonmessstellen beziehen. Mehr Informationen zu Messungen und zur Aufstellung der Dosimeter finden Sie unter «Dokumente». Von Messungen unbebauter Parzellen raten wir ab. Kostengünstiger ist es, Messungen in Nachbargebäuden durchzuführen, um grobe Hinweise auf den Baugrund zu erhalten.

Weitere Auskünfte
  • Bundesamt für Gesundheit, 3003 Bern, Tel. 031 324 68 80, Thema Radon