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Urner Imker wappnen sich gegen die Asiatische Hornisse

29. August 2025

Die Asiatische Hornisse breitet sich auch in der Zentralschweiz immer weiter aus. Der importierte Schädling bedroht heimische Insekten und Bienenvölker. Die Urner Imker wissen: Es kommt viel Arbeit auf sie zu. Denn der Asiatischen Hornisse lässt sich nur mit viel Engagement beikommen.

Noch summen die Bienen friedlich und das Honigbrot schmeckt nach Sommer. Doch die Idylle ist bedroht: Die Asiatische Hornisse, eine eingeschleppte Jägerin aus Fernost, breitet sich aus. Sie wurde kürzlich bereits in der Zentralschweiz in mehreren Kantonen gesichtet und in Luzern mussten Nester zerstört werden. Fachleute sind sicher – es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie auch in Uri auftaucht.

Gefährliche Jägerin für die heimische Insektenwelt
Die Asiatische Hornisse ist kleiner als unsere einheimische Hornisse, aber für Honigbienen ein Albtraum. Im Sommer und Herbst lauert sie am Flugloch, schnappt Bienen aus der Luft und schwächt so ganze Völker. Wird nichts unternommen, kann ein Volk innert Wochen zusammenbrechen. In einem einzigen Nest der Asiatischen Hornisse können mehrere Dutzend Jungköniginnen aufgezogen werden. Jede dieser Königinnen kann im nächsten Jahr potenziell ein eigenes Volk aufziehen, aus welchem dann wieder viele Jungköniginnen entstehen können.

Acht Imker in Bereitschaft
Um den Ernstfall vorzubereiten, haben sich acht Mitglieder der Bienenfreunde Uri an einer vom Amt für Umwelt organisierten Weiterbildung intensiv vorbereitet. «Es kommt viel Arbeit auf uns zu», sagt Corsin Riedi, Vertreter der Urner Imker in der kantonalen Begleitgruppe. Mitte August traf sich die Gruppe beim Bienenlernstand Silenen, um den Ernstfall zu üben – von der ersten Sichtung bis zum Finden des Nests. «Wir hoffen natürlich, dass die Asiatische Hornisse Uri möglichst spät erreicht. Aber wenn es passiert, müssen wir innerhalb von Stunden reagieren», betont Fabian Aschwanden, Präsident der Bienenfreunde Uri.

Jagd nach dem Nest
Die Suche nach dem Nest der Asiatischen Hornisse ist Detektivarbeit im Freien. Nach der ersten Sichtung werden die Imker aktiv: Dort, wo sie gesichtet wurde, werden Lockfallen mit speziellem Sirup aufgestellt, die Hornissen anziehen. Jede gefangene Hornisse wird markiert und ihre Flugrichtung auf einer Karte eingetragen. Aus der Flugzeit bis zur Rückkehr der Hornisse am Dochtglas wird zusätzlich die ungefähre Entfernung des Nests berechnet. Wiederholt man diesen Vorgang an mehreren Standorten, entstehen mit der Triangulation sich kreuzende Linien – der Schnittpunkt zeigt, wo das Nest ungefähr liegt.
Ist es schwer zu finden, kann eine Hornisse sogar vorsichtig (und von Hand!) mit einem winzigen Funksender ausgestattet werden. So lässt sich ihr Heimweg präzise verfolgen. In steilem Gelände kann die Ortung mehrere Abende dauern. Entfernt werden die Nester ausschliesslich von geschulten Spezialistinnen und Spezialisten.

Zusammenarbeit ist entscheidend
Beat Zgraggen vom Amt für Umwelt schätzt das Engagement der Imker sehr. Er weiss, wie wichtig diese Vorbereitung ist. Bisher hatte das Amt für Umwelt wenige Fundmeldungen und in keinem Fall betraf es die Asiatische Hornisse. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Beteiligten ist sehr wichtig und nur durch das schnelle Handeln der direktbetroffenen Imker lässt sich die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse eindämmen.   

Erste Sichtung melden: Wer eine Asiatische Hornisse sieht oder vermutet, meldet dies unter www.asiatischehornisse.ch oder direkt dem Amt für Umwelt Uri. Weitere Informationen sind im Merkblatt Asiatische Hornisse zu finden.

 

Rückfragen von Medienschaffenden:
Lorenz Jaun, Telefon +41 41 875 2421, E-Mail lorenz.jaun@ur.ch

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Bild 1: Imker Markus Imhof übt die Suche mit dem Triangulationsgerät
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Bild 2: Asiatische Hornisse: Sie sind am dunklen Hinterleib (mit feinen gelben Streifen) und den gelben Beinenden zu erkennen [Quelle: Ruedi Ritter/Apiservice]