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Wasserkraftnutzung

Zum Schutz unserer Gewässer legen wir Auflagen fest und sorgen für ausgewogene Nutzungen. Wir stellen genügend Restwasser, naturnahe Geschiebebedingungen und ausgeglichene Wasserabflüsse sicher. Damit setzen wir uns für den Natur- und Landschaftsraum Gewässer sowie weitere Nutzungsinteressen wie Fischerei, Trinkwasser und Tourismus ein.
Schutz und Nutzung
Die Wasserkraft hat im Kanton Uri eine grosse Bedeutung und stellt eine «saubere» Energienutzung dar. Früher waren die Gewässer unterhalb der Wasserfassungen aber zeitweise nur noch Tümpel oder fielen teilweise sogar trocken. Die Restwassersanierung bei den bestehenden Wasserkraftwerken wurde dank der guten Zusammenarbeit mit den Kraftwerksbetreibern fristgerecht abgeschlossen werden. Mit der konkreten Umsetzung der Sanierungsmassnahmen wurden die gewässerökologischen und landschaftlichen Bedingungen in den sanierungsbedürftigen Restwasserstrecken deutlich verbessert und die energiewirtschaftlichen Auswirkungen in einem tragbaren Ausmass gehalten.

Das Schutz und Nutzungskonzept Erneuerbare Energien (SNEE) zeigt auf, welche Gewässer mit dem Ausbau der Wasserkraft grundsätzlich nutzbar und welche Gewässer auch zukünftig in ihrem natürlichen Zustand belassen bleiben sollen. Das SNEE dient dazu, ausgewogene Lösungen zwischen den sich teilweise konkurrenzierenden öffentlichen Interessen der Förderung von erneuerbaren Energien, des Schutze unberührter Gewässer, des Natur- und Landschaftsschutzes sowie des Grund- und Trinkwasserschutzes zu finden.


Die abgeschlossene Restwassersanierung und das SNEE bilden eine wichtige Basis für den laufenden Ausbau der Wasserkraft im Kanton Uri. Die Restwassermengen bei Neukonzessionierungen sind im Einzelfall und abgestimmt auf die Gewässer festzulegen. Insbesondere beim Ausbau von bestehenden Wasserkraftwerken besteht mit einer Schutz- und Nutzungsplanung (SNP) die Möglichkeit eine Gesamtoptimierung bzw. Restwasserminimierung durch eine Mehrnutzung von qualitativ wenig wertvollen Gewässerstrecken mittels Ausgleich durch einen Nutzungsverzicht an wertvollen Gewässerstrecken zu erreichen.

Geschiebe und Spülungen

Das Geschiebeaufkommen in den Gewässern des Kantons Uri wird insbesondere durch grosse Wasserhaltungen und Geschiebesammler sowie andere Geschiebeentnahmen (insbesondere nach Hochwasserereignissen) beeinflusst. Vor allem im alpinen Raum münden meist nach kurzer Fliessstrecke geschiebeführende Seitenbäche zu. In der Reuss zwischen Amsteg und Urnersee ist der Geschiebehauhalt aber deutlich beeinflusst.

Bei den grösseren Wasserfassungen sind spezifische Spülregimes festgelegt. Entlang der Reuss bestehen drei Geschiebebewirtschaftungsräume (Hospental, Amsteg, Erstfeld). Die Sohlenlagen werden überwacht und nach definierten Reglementen bewirtschaftet, die sowohl den Hochwasserschutz als auch die Gewässerökologie berücksichtigen. In den weiteren Überflutungsflächen und Auengebieten sind der natürliche Geschieberückhalt beziehungsweise der Hochwasserschutz für die unterliegenden Gebiete zu verbessern.

Schwall-Sunk

Die Wasserkraftnutzung im Kanton Uri erfolgt insbesondere über Ausleitkraftwerke (allenfalls mit Ta-ges- oder Wochenspeicher). Einzig beim Göscheneralpsee und beim Oberalpsee handelt es sich um eigentliche Saisonspeicher. Schwall-Sunk tritt deshalb insbesondere in der Reusskaskade in den Zwischenstrecken (zwischen Göschenen und Amsteg) und in der Rückgabestrecke (zwischen Amsteg und Urnersee) sowie in der Oberalpreuss (Zuleitung aus Oberalpsee) und der Unteralpreuss (Rückgabe von Oberalpsee) auf. Die Schwall-Sunk-Sanierung in den betroffenen Gewässerstrecken werden in Absprache mit den Kraftwerksgesellschaften umgesetzt und durch den Bund entschädigt. Bei neuen Wasserkraftwerken sind unnatürliche Abflussschwankungen zu vermeiden.