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Positives Kantonsbudget 2027

1. Oktober 2026

Der Regierungsrat legt für das Jahr 2027 ein Budget mit einem positiven Gesamtergebnis von 1,1 Mio. Franken vor. Der Kanton Uri ist damit finanziell wieder auf einem besseren Weg. Dank dem Massnahmenpaket 2024 ist es gelungen, die Kantonsfinanzen zu stabilisieren. Dies ist das Ergebnis grosser gemeinsamer Anstrengungen von Verwaltung, Gemeinden sowie zahlreichen Organisationen und Institutionen. Gleichzeitig profitiert der Kanton von einer erfreulichen Entwicklung bei wichtigen Einnahmen: höhere Steuererträge, höhere Zahlungen aus dem nationalen Finanzausgleich und ein höherer Anteil am Gewinn der Schweizerischen Nationalbank. Sie tragen ebenfalls zur Verbesserung der finanziellen Situation bei. Das Budget 2027 weist erstmals seit über zehn Jahren wieder einen positiven Abschluss aus.

Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 25,3 Mio. Franken (Vorjahr: 29,9 Mio. Franken). Per Ende 2027 wird mit einer Nettoschuld von 162,8 Mio. Franken gerechnet (pro Einwohner 4’220 Franken).

Erfolgsrechnung

Der Aufwand beläuft sich im Budget 2027 auf 513,3 Mio. Franken. Das sind 21,3 Mio. Franken oder 4,3 Prozent mehr als im Budget 2026. Die wesentlichen Abweichungen sind:

  • Stationäre Spitalbehandlungen innerkantonal (plus 3,2 Mio.)
  • Löhne (ganze Verwaltung) (plus 2,5 Mio.)
  • Stationäre Spitalbehandlungen ausserkantonal (plus 2,1 Mio.)
  • Ergänzungsleistungen AHV und IV (plus netto 1,6 Mio.)
  • Innerkantonaler Ressourcenausgleich - vertikal (plus 1,4 Mio.)
  • Asylsuchende und Flüchtlinge (plus netto 1,3 Mio.)
  • Beiträge an Gemeinden (Schülerpauschalen) (plus 0,9 Mio.)
  • Leistungsabgeltung Auto AG Uri gemäss Angebotsvereinbarung (plus 0,6 Mio.)
  • Beiträge an auswärtige Berufsfachschulen und Berufsbildungszentren (plus 0,6 Mio.)
  • Maschinen, Geräte und Fahrzeuge Kapo (minus 0,8 Mio.)
  • Globalbilanzausgleich (minus 0,8 Mio.)
  • Baulicher Unterhalt KSU (minus 0,4 Mio.)

Der Ertrag beläuft sich im Budget 2027 auf 514,4 Mio. Franken. Das sind 25,7 Mio. Franken oder 5,2 Prozent mehr als im Budget 2026. Die wesentlichen Abweichungen sind:

  • Kantonale Steuern (plus netto 11,9 Mio.)
  • Nationaler Ressourcenausgleich Bund (plus 7,7 Mio.)
  • Anteil am Ertrag der Schweizerischen Nationalbank (plus 2,7 Mio.)
  • Staatsanwaltschaft; Gebühren (plus 1,1 Mio.)
  • Anteil am Ertrag direkte Bundessteuern (plus 0,6 Mio.)
  • Sand- und Kiesgewinnung (minus 3,7 Mio.)
  • Mineralölsteuerertrag und Strassenverkehrsabgaben (minus 0,9 Mio.)
  • Bundesbeiträge Programm S (minus 0,6 Mio.)

Investitionsrechnung

Das Investitionsbudget 2027 rechnet mit Ausgaben von brutto 119,9 Mio. Franken bzw. netto 25,3 Mio. Franken. Das sind netto 4,6 Mio. Franken weniger als im Investitionsbudget 2026. Die wesentlichen Ausgabenbereiche sind:

  • Strassenbau, Kantons- und Nationalstrassen (netto 15,8 Mio.)
  • Hochwasserschutz (netto 1,7 Mio.)
  • Forst (netto 1,6 Mio.)
  • Landwirtschaft (netto 1,3 Mio.)
  • Beitrag Sanierung Theater Uri (0,9 Mio.)
  • Chemiewehr (0,7 Mio.)
  • Natur- und Heimatschutz (netto 0,6 Mio.)
  • Informatikmittel Amt für Steuern (0,5 Mio.)
  • Bau Hauptwander- und Bikewege (netto 0,5 Mio.)

Trotz des positiven Ergebnisses steigen die Ausgaben weiterhin. Besonders im Gesundheitswesen erhöhen sich die Kosten für Spitalbehandlungen und Prämienverbilligungen deutlich. Auch die Netto-Aufwendungen für Ergänzungsleistungen zur AHV/IV sowie im Asylbereich nehmen weiter zu.

Zudem erhöht sich der kantonale Beitrag an den innerkantonalen Ressourcenausgleich zugunsten der Gemeinden, obwohl die Gemeinden – im Rahmen des Massnahmenpakets 2024 – weniger aus dem Globalbilanzausgleich erhalten und obwohl nahezu alle Gemeinden ihre Ressourcenstärke steigern konnten (im Durchschnitt um 5,6 Prozent). Der Grund liegt im starken Anstieg der ressourcenstärksten Gemeinde. Dies erhöht den Durchschnitt der Ressourcenstärke und führt dazu, dass Kanton und Geber-Gemeinden mehr in den Ressourcenausgleich einzahlen müssen.

Im Budget 2027 sind auch die Mehrerträge aus der Erhöhung der Motorfahrzeugsteuer berücksichtigt – ebenfalls eine Massnahme aus dem Massnahmenpaket 2024. Auf diese zusätzlichen Einnahmen wird der Kanton künftig angewiesen sein, um wichtige Infrastruktur- und Staatsaufgaben langfristig finanzieren zu können.

Im Budget 2027 sind höhere Personalaufwendungen eingeplant. In verschiedenen Ämtern und Dienststellen haben sich in den vergangenen Jahren personelle Engpässe aufgebaut, die ohne gezielte Stellenaufstockungen nicht mehr aufgefangen werden können.

Das positive Budgetergebnis ist ein wichtiger Schritt. Es zeigt, dass die mit dem Massnahmenpaket 2024 eingeleiteten Korrekturen Wirkung zeigen und die gemeinsamen Anstrengungen von Kanton, Gemeinden, Verwaltung und weiteren Partnern Früchte tragen. Gleichzeitig darf das Ergebnis nicht darüber hinwegtäuschen, dass die finanzielle Situation des Kantons weiterhin anspruchsvoll bleibt, u.a. mit Blick auf die nach wie vor hohe Nettoverschuldung.

Die Ausgaben in zentralen Bereichen wie Gesundheit, Bildung und Soziales werden auch künftig wachsen. Gleichzeitig sind wichtige Mehreinnahmen, von denen der Kanton heute profitiert, nicht in gleichem Umfang planbar. Der Kanton muss deshalb seine Ausgaben weiterhin konsequent im Blick behalten und bei neuen Aufgaben und Leistungen die langfristigen finanziellen Auswirkungen berücksichtigen.

Der Regierungsrat will den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen: Das Ziel ist nicht ein einmalig ausgeglichenes Budget, sondern eine dauerhaft tragfähige Finanzpolitik, die dem Kanton den notwendigen Handlungsspielraum für seine Kernaufgaben und wichtige Investitionen erhält. Das Budget 2027 ist dabei ein erfreulicher Meilenstein – die finanzpolitische Arbeit bleibt aber eine Daueraufgabe.

Im Auftrag des Regierungsrats:

Finanzdirektion

Rückfragen von Medienschaffenden: Finanzdirektor Urs Janett, urs.Janett@ur.ch, +41 41 875 2137