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Kanton Uri setzt beim Klimaschutz auf Energiemassnahmen im Gebäudebereich

5. Oktober 2026

Gebäude sollen im Winter warm und im Sommer angenehm kühl bleiben – und dies energieeffizient. Wie das gelingt und welchen Beitrag das neue Urner Energiegesetz leistet, stand am Klimaanlass 2026 im Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri (BWZ Uri) im Mittelpunkt. Eingeladen hatten das Amt für Umwelt und das Amt für Energie.

Baudirektor Hermann Epp begrüsste das interessierte Publikum und zeigte sich erfreut über das grosse Interesse. Er betonte einleitend, dass heutige Entscheide im Gebäudebereich langfristig wirken. «Unsere Gebäude müssen künftig beides können: im Winter energieeffizient warm und im Sommer angenehm kühl bleiben.» Der Kanton schaffe dafür geeignete Rahmenbedingungen und nehme bei den eigenen Gebäuden eine Vorbildfunktion wahr. Lorenz Jaun vom Amt für Umwelt zeigte die Auswirkungen des Klimawandels auf und wies darauf hin, dass auch die indirekten Emissionen beim Bauen und bei den Baumaterialien die Treibhausgasbilanz beeinflussen. Mit einer Gestaltung der Siedlung durch Beschattung und Begrünung sowie Wasserrückhalt und -verdunstung sind im Umfeld der Gebäude zusätzlich Anpassungsmassnahmen an die sommerliche Hitze und Trockenheit möglich. Alexander Walker vom Amt für Energie zeigte auf, welche Anforderungen Gebäude heute erfüllen müssen: Sie sollen die Sonnenenergie nutzen, effizient und erneuerbar beheizt werden und eine Überhitzung im Sommer vermeiden. Wie das in der Praxis gelingt, veranschaulichte er am Erweiterungsbau des Berufs- und Weiterbildungszentrums (BWZ Uri). Der nach Minergie-P-ECO zertifizierte Bau bewährte sich auch während der sommerlichen Hitze mit vergleichsweise stabilen Innentemperaturen und einem angenehmen Raumklima.

Robert Minovsky von Minergie bestätigte den Ansatz der Minergie-Gebäude und zeigte auf, wie sich die Normen und Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz von Gebäuden aufgrund der klimatischen Veränderungen über die Jahre entwickelt haben. Hohe bauliche Grundanforderungen bilden dabei die Voraussetzung, um auch bei zunehmender Erwärmung ein behagliches Innenraumklima energieeffizient sicherzustellen. Er sprach sich im Bedarfsfall für eine «sanfte, intelligente und nachhaltige Kühlung mittels Geocooling» aus.

Der Bauphysiker Benjamin Weiss, Martinelli + Menti AG, zeigte die Wichtigkeit des aussenliegenden Sonnenschutzes bei den Fenstern und die Gestaltungsmöglichkeiten des Aussenraums rund um das Gebäude auf. Grösse und Ausrichtung der Fenster sowie der Sonnenschutz seien bereits frühzeitig im architektonischen Entwurf zu berücksichtigen. Zudem brauche es ein zu planendes Lüftungskonzept für die Abfuhr der sommerlichen Raumtemperaturen (Nachtauskühlung), um robuste Gebäude ganzheitlich zu planen, die auch unter zukünftigen Klimabedingungen sommerlichen Komfort bieten.

Das Amt für Energie führte in die Änderungen ein, die das neue Energiegesetz ab 1. Oktober 2026 mit sich bringt. Dieses stärkt die Nutzung erneuerbarer Energien bei der Wärmeerzeugung und der Sonnenenergie. Fossile Heizungen sind bis 2030 nur noch in Ausnahmefällen zulässig, ab 2030 ist der Neueinbau nicht mehr erlaubt. Für die Kühlung stehen effiziente Lösungen über das Erdreich oder Grundwasser im Vordergrund. Zudem gelten neue Anforderungen zur Vorbereitung von Parkplätzen für die Ladeinfrastruktur der Elektromobilität.

An der anschliessenden Podiumsdiskussion mit den Referenten konnten Fragen des interessierten Publikums beantwortet werden. Zum Abschluss dankte Baudirektor Hermann Epp den Referierenden für ihre Beiträge sowie den Gästen für das Interesse und den Austausch. Der Abend habe gezeigt, dass Energie, Klima und Gebäude eng zusammengehören und es sich lohnt, vorausschauend zu planen. Besonders wichtig sei das Zusammenspiel von Planung, Bau, Technik und Nutzung. Gute Lösungen entstünden dort, wo Bauherrschaften, Planende, Fachleute, Gemeinden und Kanton ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen und sich austauschen. Diesen Austausch gelte es auch über die Fachreferate hinaus zu pflegen – Gelegenheit dazu bot der anschliessende Apéro, bei dem die Gespräche und Diskussionen weitergeführt wurden.

 

Rückfragen von Medienschaffenden:
Lorenz Jaun, Vorsteher Amt für Umwelt, +41 41 875 24 21,
lorenz.jaun@ur.ch
Alexander Walker, Vorsteher Amt für Energie, +41 41 875 26 24, alexander.walker@ur.ch

Baudirektor Hermann Epp begrüsste die Teilnehmenden zum Klimaanlass 2026. Bild Baudirektion Uri
Baudirektor Hermann Epp begrüsste die Teilnehmenden zum Klimaanlass 2026. Bild Baudirektion Uri