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Seeschüttung Urnersee: Dritte Verladestelle in Betrieb

16. Oktober 2026

Mit der Inbetriebnahme der Verladestelle Dorni in Sisikon gelangt Ausbruchmaterial aus dem neuen Sisikonertunnel erstmals ohne Zwischenumschlag direkt vom Tunnel auf die Klappschiffe. Somit sind nun alle drei Verladestellen der Seeschüttung Urnersee gleichzeitig in Betrieb. Die Materiallogistik ist damit vollständig aufgebaut und erreicht ihren Höhepunkt.

Anfang Oktober wurde die Verladestelle Dorni in Sisikon in Betrieb genommen. Damit steht der Seeschüttung Urnersee die dritte und letzte Verladestelle zur Verfügung. Erstmals wird das Ausbruchmaterial ab den Grossbaustellen Gotthard und Axen gleichzeitig über alle drei Umschlagplätze zu den Schüttstellen im Urnersee transportiert. Täglich werden dabei gut 12'000 Tonnen Gestein bewegt. «Damit erreichen wir die volle Parallelität der Materiallieferungen aus den beiden Tunnelbaustellen», erläutert Roland Senn, Projektleiter der Seeschüttung Urnersee.

Das Ausbruchmaterial aus der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels gelangt weiterhin per Güterzug zum Industriehafen in Flüelen. Vom neuen Sisikonertunnel führen künftig zwei Materialströme zu den Klappschiffen: Das Material aus dem Ausfahrtstunnel Gumpisch wird wie bisher mit Lastwagen zum Rudenzhafen transportiert und dort aufs Klappschiff verladen. Das Ausbruchmaterial aus dem neuen Sisikonertunnel gelangt neu über Förderbandanlagen direkt zur Verladestelle Dorni und dort auf die Klappschiffe.

Für Spitzen und Wind gerüstet

Für die Verladestelle Dorni wurde eine neue Logistikinfrastruktur aufgebaut. Das Ausbruchmaterial gelangt über Förderbandanlagen von der Vortriebsstelle im Tunnel zur Siloanlage. Aus den sechs Silos wird es über weitere Förderbänder direkt auf die Klappschiffe verladen. «Dank der zweistrassigen Anlage können ab den Silos gleichzeitig zwei Schiffe mit unterschiedlichen Gesteinsarten wie Mergel und Kalk beladen werden»,    sagt Roland Senn, «so wird sichergestellt, dass die erforderlichen Materialmengen abgenommen und die gesteinsspezifischen Schüttanforderungen eingehalten werden.» Voraussichtlich bis in die erste Hälfte des Jahres 2030 werden über die Verladestelle Dorni rund 1,1 Millionen Tonnen Kalk- und Mergelgestein verladen. Die maximale Tagesleistung beträgt dabei rund 3'500 Tonnen. Für die Materialabnahme und den Transport zur Schüttstelle sind unter anderem die beiden neuen Klappschiffe Axen und Rophaien im Einsatz. Je nach Materialanfall sind täglich insgesamt sechs bis sieben Schiffsfahrten vorgesehen.

Bei Windgeschwindigkeiten über 80 km/h können keine Schüttfahrten durchgeführt werden. Damit der Tunnelvortrieb trotzdem ohne Unterbruch weitergeführt werden kann, verfügt die Verladestelle mit der Siloanlage über eine Zwischenlagerkapazität von rund drei Vortriebstagen.

Arsenhaltiger Betliskalk

Bei den Vortrieben von Gumpisch und Buggi fällt unter anderem auch Betliskalk an. Das Gestein enthält stellenweise natürlich vorkommendes, sogenannt geogenes Arsen. Umfangreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Betliskalk unter Einhaltung von festgelegten Schutzmassnahmen sicher geschüttet werden kann. Der Betliskalk wird innerhalb der Pontonanlage uferfern geschüttet und anschliessend mit geogen nicht vorbelastetem Material überdeckt. Regelmässige Material- und Wasseranalysen stellen sicher, dass die Umweltvorgaben eingehalten werden.

Material aus Sprengvortrieb

Der neue Sisikonertunnel wird ausschliesslich im Sprengvortrieb ausgebrochen. Dabei fallen Zündschläuchen an, die in grösseren und kleineren Stücken im Ausbruchmaterial enthalten sind. «Weil die Zündschläuche leichter als Wasser sind, schwimmen sie auf und werden durch Wind und Wellengang an die Ufer des Urnersees verfrachtet», erklärt Roland Senn. «Obwohl wir bereits an der Quelle ansetzen, lassen sich die Zündschläuche nicht vollständig aus dem Ausbruchmaterial aussortieren.» Deshalb kontrolliert eine Reinigungsgruppe mehrmals pro Woche das Reussdelta und die Uferbereiche des Urnersees. Angeschwemmte Zündschläuche werden eingesammelt und entsorgt. Die regelmässigen Einsammlungen an den Ufern des Naturschutzgebiets und der Naturschutzinseln werden durch die Reussdeltakommission durchgeführt. Hierbei werden besondere Situationen des Vogelschutzes wie Brutzeiten berücksichtigt.

Mehr Schiffsverkehr zwischen Sisikon und den Schüttstellen

Mit der Inbetriebnahme der Verladestelle Dorni werden täglich bis zu sieben Schifffahrten zwischen Sisikon und den Schüttstellen am Südufer des Urnersees durchgeführt. Die Klappschiffe transportieren jeweils rund 500 Tonnen Gestein und sind deshalb in ihrer Manövrierfähigkeit stark eingeschränkt. Gemäss den geltenden Schifffahrtsregeln haben Frachtschiffe Vortritt. Die Seeschüttung Urnersee und die Arnold & Co. AG danken allen Wassersportlerinnen und Wassersportlern für ihr Verständnis und bitten sie um besondere Aufmerksamkeit und Vorsicht.

Rückfragen von Medienschaffenden:
Amtsvorsteher Amt für Umwelt, Lorenz Jaun, Lorenz.Jaun@ur.ch, +41 41 875 2421

Weitere Informationen:
www.seeschuettung.ch/medien

Bildmaterial:
Weiteres Bildmaterial ist unter www.seeschuettung.ch/medien/ verfügbar.

Die neue Verladestelle Dorni in Sisikon ermöglicht den direkten Transport des Ausbruchmaterials aus dem neuen Sisikonertunnel auf die Klappschiffe.
Die neue Verladestelle Dorni in Sisikon ermöglicht den direkten Transport des Ausbruchmaterials aus dem neuen Sisikonertunnel auf die Klappschiffe.