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Radon

Das Amt für Umwelt führt Messungen von Radon im Kanton Uri durch und berät die Bevölkerung bei Fragen zu Radon. Im Rahmen von Baubewilligungen unterstützt es die Bauherren bzw. deren Architekten mit dem Ziel, dass Neubauten radondicht erstellt werden.

Jährliche Radon-Messkampagne

Wie in den Vorjahren lanciert das Amt für Umwelt auch im Herbst 2026 eine Radon-Messkampagne. Die Messungen erfolgen mit sogenannten Dosimetern. Die Dosimeter erfassen die Radonbelastung passiv und brauchen keinen Strom. Sie sind ungefährlich, geräuschfrei und schränken die Raumnutzung nicht ein. Die Dosimeter werden idealerweise für eine Ganzjahresmessung oder für mindestens drei Monate in der Heizperiode (Oktober bis März) aufgestellt. Nach der Messung werden die Dosimeter im Labor analytisch ausgewertet, die Radonbelastung quantifiziert und in die Radon-Datenbank des Bundesamts für Gesundheit eingetragen. Teilnehmende werden durch das Amt für Umwelt über die Ergebnisse informiert. Wird bei einer Messung die gesundheitlich relevante Referenzkonzentration von Radon überschritten, sind Sanierungsmassnahmen angezeigt, wobei in vielen Fällen schon einfache Massnahmen die Situation verbessern. Hierzu bieten diverse Radonfachstellen Unterstützung an.

Sind Sie an einer Messung interessiert? Dann melden Sie sich beim Amt für Umwelt unter afu@ur.ch. Die Kosten für die Radonmessung werden vom Kanton Uri getragen.

Was ist Radon?
Radon ist ein radioaktives Gas, das man nicht sieht und nicht fühlt. Das in verschiedenen Gesteinen eingebundene Uran (238U) zerfällt; so entstehen weitere Radionuklide, darunter auch das Edelgas Radon (222Rn). Durch Spalten und Risse im Boden gelangt es an die Oberfläche. In der bodennahen Atmosphäre wird Radon rasch verdünnt.

Wie gelangt Radon in die Häuser?
Radon dringt aus dem Untergrund über Naturkeller, nicht einwandfrei abgedichtete Kabel- und Rohrdurchführungen oder Haarrisse im Betonboden in die Häuser ein. Die Radonkonzentration ist üblicherweise in bodenberührenden Räumen (Keller und nicht unterkellerte Räume) am grössten und nimmt dann von Stockwerk zu Stockwerk ab.

Radon kann Lungenkrebs auslösen
Eine hohe Radonbelastung in Innenräumen erhöht das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Dies gilt sowohl für Raucherinnen und Raucher als auch für Nichtraucherinnen und Nichtraucher. Bei Rauchenden ist das Lungenkrebsrisiko bereits durch das Rauchen erhöht; eine zusätzliche Radonbelastung steigert es weiter. Das Bundesamt für Gesundheit schätzt, dass in der Schweiz jährlich etwa 200 - 300 Menschen an Lungenkrebs sterben, der auf Radon zurückzuführen ist.

Was kann man dagegen tun?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Radonbelastung in Gebäuden zu reduzieren. So kann verhindert werden, dass Radon überhaupt in das Gebäude gelangt, oder es kann gezielt nach aussen abgeführt werden. Auch das Aufsteigen von Radon aus dem Untergeschoss in bewohnte Räume lässt sich bespielsweise durch gute Abdichtung von Türen und anderen Durchgängen reduzieren.  Luftreiniger und Ionisatoren können zwar Staub und andere Partikel aus der Raumluft entfernen, reduzieren jedoch nicht die Radonkonzentration.

Neubauten
Bei Neu- und Umbauten darf die Radonbelastung den Referenzwert von 300 Bq/m3 nicht überschreiten. Das Eindringen von Radon in Wohnräume kann mit einer durchgehenden, dichten Bodenplatte und durch dichte Leitungsdurchführungen zwischen Erdreich und Gebäude einerseits und zwischen Keller und darüber liegendem Wohnbereich andererseits gemindert werden. Bei erdberührenden Wohn- und Aufenthaltsräumen sowie bei Naturkellern wird der Einbau einer Unterboden-Entlüftung empfohlen. Weiter empfiehlt es sich, bei Neubau- oder Bausanierungsvorhaben eine Radon-Fachperson für die Planung und Umsetzung beizuziehen. Architekten finden erste Informationen auch in der SIA-Norm 180.
Weitere Informationen: Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.www.ch-radon.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. oder auf dieser Seite unter «Dokumente».

Anstehender Hauskauf?
Grundsätzlich ist das Radonrisiko im Mittelland klein, im Voralpengebiet variabel und im Alpengebiet und im Jura fallweise hoch. Im Kanton Uri liegt die Radonbelastung im Urner Oberland (Gurtnellen, Wassen, Göschenen) tendenziell höher als im Urner Unterland und im Urserental. Aus einer statistischen Verteilung lässt sich aber nie eine Vorhersage des Risikos an einem bestimmten Standort ableiten. Zudem hängt die Belastung im Gebäude nicht nur vom Untergrund, sondern auch von der Bauweise (besonders: Dichtigkeit der Bodenplatte) ab. Auch energetische Sanierungen haben einen Einfluss auf die Radonwerte im Gebäude: Wird das Gebäude lediglich oben abgedichtet (z.B. Einbau von besser isolierenden Fenstern), so kann sich Radon besser in den Räumen ansammeln; die Werte können so steigen.

Wieso sind Messungen notwendig?
Die Radonbelastung kann sich von Gebäude zu Gebäude stark unterscheiden. Deshalb lässt sich die tatsächliche Radonbelastung eines Gebäudes nur durch eine Messung zuverlässig bestimmen. Eine orientierende Messung dauert mindestens 2 - 3 Monate und wird in der Regel im Winter durchgeführt. Liegen hier die Werte im untersten bewohnten Raum unter dem Referenzwert von 300 Bq/m3, so ist alles in Ordnung. Liegt die Belastung allerdings darüber, sollte man mit Vorteil eine Messung über 12 Monate durchführen. Aus diesem Grund raten wir grundsätzlich nur noch zu Messungen während 12 Monaten. Zur Messung stellen Sie ein Dosimeter auf, das etwa so gross ist wie eine Rolle Tesafilm. Dosimeter können Sie bei Radonmessstellen beziehen. Mehr Informationen zu Messungen und zur Aufstellung der Dosimeter finden Sie unter «Dokumente». Von Messungen unbebauter Parzellen raten wir ab.

Weitere Auskünfte

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Messanleitung (PDF, 150 kB) Download 0 Messanleitung
Radonuntersuchungen in Urner Schulen/Kindergärten 2016/2017 (PDF, 1.15 MB) Download 1 Radonuntersuchungen in Urner Schulen/Kindergärten 2016/2017
Vorsorgemassnahmen bei Neubauten (PDF, 6.87 MB) Download 2 Vorsorgemassnahmen bei Neubauten
Radonmerkblatt für Architekten und Bauherren (PDF, 836 kB) Download 3 Radonmerkblatt für Architekten und Bauherren
Weitere Informationen über Radon (PDF, 1.22 MB) Download 4 Weitere Informationen über Radon
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