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Gewässerrevitalisierungen

Leben für Bäche, Flüsse und Seeufer
Viele unserer Bäche und Flüsse wurden in der Vergangenheit begradigt, verbaut oder eingedolt – etwa für Landwirtschaft, Siedlungsentwicklung, Verkehr oder Hochwasserschutz. Dadurch gingen natürliche Lebensräume, Uferstrukturen und die Dynamik der Gewässer verloren.



Mit Revitalisierungen geben wir Gewässern mehr Raum und Natürlichkeit zurück. Sie sollen wieder mäandrieren können, naturnahe Ufer entwickeln, Sedimente und Totholz transportieren und vielfältige Lebensräume für Fische, Vögel, Amphibien, Insekten und Wasserpflanzen bieten. Revitalisierung bedeutet daher nicht nur «mehr Natur»: Sie verbessert die Biodiversität, stärkt die Widerstandsfähigkeit der Landschaft und schafft zugleich attraktive Naherholungsräume. Auch der Hochwasserschutz kann davon profitieren, wenn Gewässer wieder mehr Raum erhalten.

Ein schweizweites Ziel
Die Revitalisierung ist ein zentraler Bestandteil des schweizerischen Gewässerschutzes. Die rechtliche Grundlage schuf die Revision des Gewässerschutzgesetzes von 2011. Seitdem sind die Kantone verpflichtet, verbaute, korrigierte, überdeckte oder eingedolte oberirdische Gewässer strategisch zu planen und schrittweise zu revitalisieren. Das übergeordnete Ziel ist ehrgeizig: Bis 2090 sollen in der Schweiz rund 4'000 Kilometer Gewässer in schlechtem Zustand revitalisiert werden. Das entspricht etwa einem Viertel der heute stark verbauten Fliessgewässer.

Kurz erklärt: Eine Revitalisierung ist eine bauliche Massnahme, mit der die natürlichen Funktionen eines verbauten, korrigierten, überdeckten oder eingedolten Gewässers wiederhergestellt werden. Was bewirken Revitalisierungen?

  • Mehr Lebensraum für standorttypische Tier- und Pflanzenarten
  • Naturnähere Gewässerläufe, Ufer und Auen
  • Bessere Vernetzung von Lebensräumen
  • Mehr Raum für die natürliche Dynamik von Wasser, Kies und Holz
  • Aufwertung von Erholungs- und Landschaftsräumen
  • Mögliche Synergien mit Hochwasserschutz und Landwirtschaft

Kantonale Revitalisierungsplanung
Damit Revitalisierungen gezielt und wirksam erfolgen können, erarbeitet der Kanton eine kantonale Revitalisierungsplanung. Sie ist das strategische Fundament für die Auswahl und Umsetzung der Projekte. In dieser Planung wird festgelegt, welche Gewässerabschnitte priorisiert werden. Denn nicht jeder verbaute Abschnitt kann gleichzeitig revitalisiert werden. Massgebend sind unter anderem der ökologische Zustand, das Potenzial für eine naturnahe Entwicklung, vorhandene Lebensräume, Raumbedarf, landwirtschaftliche Interessen, Siedlung und Infrastruktur sowie mögliche Synergien mit dem Hochwasserschutz. Die Planung wird alle 12 Jahre aktualisiert. Sie schafft damit Transparenz darüber, wo der Kanton kurz-, mittel- und langfristig handeln will.

Programmvereinbarung mit dem Bund
Die Umsetzung erfolgt gemeinsam von Bund und Kantonen. Grundlage dafür sind die Programmvereinbarungen im Umweltbereich, die jeweils für vier Jahre abgeschlossen werden. Im Bereich Revitalisierung legt der Kanton darin fest, welche Massnahmen und Projekte er in der jeweiligen Programmperiode umsetzen will. Der Bund unterstützt die vereinbarten Vorhaben finanziell. Die Beiträge richten sich nach Art und Umfang der Massnahme und können je nach Projekt zwischen 35 bis 80 Prozent der Projektkosten betragen.

Die Aufgabenverteilung im Überblick

Ebene Rolle
Bund Setzt die rechtlichen und strategischen Rahmenbedingungen, unterstützt die Kantone finanziell und prüft die Programmvereinbarungen.
Kanton Plant Revitalisierungen strategisch, priorisiert Gewässerabschnitte, führt Projekte durch und schliesst die Programmvereinbarung mit dem Bund ab.
Regionen, Gemeinden, Korporationen, Private Bringen lokale Kenntnisse, Flächen und Bedürfnisse ein und sind wichtige Partner bei der konkreten Projektumsetzung.
Öffentlichkeit Profitiert von naturnäheren Gewässern, mehr Biodiversität und attraktiven Landschaftsräumen.

Unsere Projekte im Kanton Uri
Der Kanton Uri hat die Revitalisierung von Fliessgewässern in den vergangenen 10 bis 15 Jahren erfolgreich vorangetrieben. Zukünftig sollen neben Fliessgewässer-Projekten auch vermehrt Uferaufwertungen am Urnersee umgesetzt werden.

  • Revitalisierung Hinter Leitschach
  • Revitalisierung Lochbergbach
  • Revitalisierung Dorfbach
  • Revitalisierung Walenbrunnen
  • Revitalisierung Klostergraben
  • Revitalisierung Giessen (Attinghausen)
  • …

Dokumente & Links

  • Kantonale Revitalisierungsplanung Fliessgewässer (PDF): Hier finden Sie die strategischen Grundlagen und Prioritäten der zu revitalisierenden Fliessgewässer des Kantons Uri.
  • Kantonale Revitalisierungsplanung Seeufer (PDF): Hier finden Sie die strategischen Grundlagen und Prioritäten der zu revitalisierenden Seeufer des Kantons Uri
  • BAFU – Revitalisierungen (Link): Informationen zum schweizweiten Ziel, zur Gesetzgebung und zur Finanzierung.