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Europäische Tage des Denkmals 2026 - Altdorf im Fokus
Wie jedes Jahr am zweiten Septemberwochenende werden im Rahmen der Europäischen Tage des Denkmals in der ganzen Schweiz Türen und Pforten geöffnet. 1727 Veranstaltungen – Führungen, Podiumsgespräche, Vorträge – präsentieren landauf, landab Denkmäler, Ortsbilder und archäologische Funde. Die Tage des Denkmals 2026 stehen unter dem Thema «In Gefahr?». Im Kanton Uri liegt der Fokus dazu am Donnerstag, 8. September und am Samstag, 12. September auf dem Ortsbild, der Archäologie und dem Kulturgüterschutz am Beispiel des Kantonshauptorts Altdorf.
Das Ortsbild als Kulturraum
Jeder Ort hat seine Besonderheiten. Altdorf besteht aber nicht nur aus Pfarrkirche, Rathaus und Telldenkmal. Altdorf besitzt, wie elf weitere Orte in Uri, ein vom Bund gewürdigtes Ortsbild von nationaler Bedeutung. 2007 wurde Altdorf zudem mit dem Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes für den respektvollen Umgang und die qualitative Weiterentwicklung seines Ortsbilds ausgezeichnet. Aber ist das historische Ortsbild heute «In Gefahr?» Braucht es wieder vermehrt Pflege und Respekt? Der Umgang mit dem historischen Erbe in den Dorfkernen ist immer stärker raumplanerischem und wirtschaftlichem Druck ausgesetzt. Politische Vorstösse auf Kantons- und Bundesebene stellen das baukulturelle Erbe zunehmend in Frage. An den Tagen des Denkmals soll die Zukunft des Ortsbilds in den Raum gestellt und diskutiert werden.
Stammtischgespräch im Theater Uri
Die Tage des Denkmals werden in Uri am Donnerstag, 10. September mit einem Stammtischgespräch im Theater Uri eröffnet. Die Begrüssung übernimmt Landammann Daniel Furrer, in dessen Justizdirektion die veranstaltende Abteilung Denkmalpflege und Archäologie angesiedelt ist. Wandel und Entwicklung sind auch wichtige Themen der kantonalen Raumplanung, die ebenfalls zur Justizdirektion gehört.
Das Ortsbild unterliegt einem stetigen Wandel, nicht nur in seiner baulichen Substanz, sondern mehr noch in seiner gesellschaftlichen Wahrnehmung. Unter der Leitung von Dr. Rahel Wunderli vom Urner Institut Kulturen der Alpen diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Wirtschaft, Architektur und Denkmalpflege am offenen Stammtisch über die Gegenwart und Zukunft historischer Ortskerne am Beispiel von Altdorf. In Altdorf stehen mit der Stadtbildanalyse, dem Siedlungsleitbild und dem Entwurf des überarbeiteten kantonalen Schutzinventars Grundlagen zur Verfügung, die eine solche zukunftsorientierte Diskussion über das Ortsbild ermöglichen. Das Gespräch soll offen gestaltet werden, sodass auch Besuchende sich aktiv einbringen können.
Als Stammgäste konnten folgende Persönlichkeiten gewonnen werden:
- Max Germann – Architekt SIA BSA
- Dr. Ivo Schillig – Ökonom, Landrat und Parteipräsident FDP, Miteigentümer eines Schutzobjekts
- Dominique Knüsel – Architektin MA FH SIA und Architekturjournalistin, Mitglied der kantonalen Natur- und Heimatschutzkommission
- Dr. Urs Kälin – Historiker, ehem. Gemeindepräsident, Urner Vertretung im Vorstand des Innerschweizer Heimatschutzes (IHS)
- Pietro Caviglia – Architekt FH, Bauberater Denkmalpflege und Ortsbildschutz, Amt für Raumentwicklung
Spaziergang durchs Ortsbild
Die Erkenntnisse des Stammtischgesprächs sollen am Samstag, 12. September bei Spaziergängen mit Daniel Dittli, Architekt ETH SIA, sowie Dr. Thomas Brunner und Pietro Caviglia, Denkmalpflege Uri weiter diskutiert werden. Ausgehend vom Zeughaus am Lehn soll in einem einstündigen Rundgang durch das Dorfzentrum der Frage nachgegangen werden, wie viel Geschichte der Ortskern braucht und wie mit dem historischen Bestand in Zukunft umgegangen werden soll.
Geschichte im Boden
Weitere Rundgänge am Samstag gehen den Spuren im Boden des historischen Ortes nach. Die Urner Kantonsarchäologin Ines Winet nimmt Sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit und zur verborgenen Geschichte im Untergrund.
Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt. Es ist eine Anmeldung erforderlich.
Kulturgüterschutz zur Kulturgüterrettung
Passend zum diesjährigen Thema «In Gefahr?» stellt die Abteilung Zivilschutz der Urner Sicherheitsdirektion ebenfalls am Samstag in zwei Rundgängen die Aufgaben und den Auftrag des Kulturgüterschutzes vor. Direkte Gefahr droht dem Kulturgut bei Katastrophen und Notlagen. Hier nimmt der Kulturgüterschutz eine wichtige Aufgabe war. Dienstleistende des Zivilschutzes zeigen ihre Arbeit am Beispiel des Kirchenschatzes der Pfarrkirche St. Martin in Altdorf. Die Arbeiten des Kulturgüterschutzes bilden für die Feuerwehr und die weiteren Notfallinstitutionen eine wichtige Grundlage für den Umgang im Ereignisfall – eine elementare Investition in den Erhalt des Kulturguts für die Zukunft.
Eröffnung der Zentralschweizer Denkmaltage in Luzern
Bereits in der Woche vor den Europäischen Tagen des Denkmals veranstalten die Zentralschweizer Denkmalpflegefachstellen am Dienstag, 8. September einen Eröffnungsanlass im Bourbaki Panorama in Luzern. Im Fokus der Veranstaltung an diesem aus tourismusgeschichtlicher Sicht bedeutenden Ort steht die Beziehung zwischen Tourismus und Kulturerbe. Während der Massentourismus eine Bedrohung für Baudenkmäler und Ortsbilder sein kann, öffnen sich auch Chancen in der Vermittlung und Wahrnehmung unseres Kulturguts. Im Vorfeld der Eröffnung veranstaltet die Kantonale Denkmalpflege Luzern unter dem Titel «In Szene gesetzt – Bauen für die Gäste» eine Führung durch die Tourismusmeile im Weyquartier.
Für beide Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich.
Die Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos. Für die Führungen zur Archäologie und die Eröffnung in Luzern ist eine Anmeldung über https://kulturerbe-entdecken.ch/europaeische-tage-des-denkmals/2026/veranstaltungen/Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. erforderlich. Auf der Internetseite finden sich auch weitere Informationen zu den Europäischen Tagen des Denkmals mit Veranstaltungen in der ganzen Schweiz.
Detailprogramm Europäische Tage des Denkmals
Luzern: Dienstag, 8. September 2026
- Tourismus und Kulturerbe: Eröffnungsanlass 18.30 bis 20.00 Uhr. Ort: STATTKINO im Bourbaki Panorama, Löwenplatz 11, Luzern. Führung um 17.15 Uhr ab Musikpavillon, Nationalquai, Luzern (Anmeldungen für beide Veranstaltungen erforderlich unter https://kulturerbe-entdecken.ch/europaeische-tage-des-denkmals/2026/veranstaltung/eroeffnung-zentralschweizer-denkmaltage-tourismus-und-kulturerbe/Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.)
Altdorf: Donnerstag, 10. September 2025
- Eröffnung der Tage des Denkmals in Uri durch Landammann Daniel Furrer; Offener Stammtisch zur Frage «Ortsbild – Baukultur. Wie viel Geschichte braucht der Ortskern?»; anschliessend Apéro. Zeit und Ort: 19.00 Uhr, Theater Uri, Foyer, Altdorf.
Altdorf: Samstag, 12. September 2025
- Spaziergang zum Thema «Ortsbild – in Gefahr?» mit Daniel Dittli, Architekt ETH SIA, Dr. Thomas Brunner, kantonaler Denkmalpfleger, und Pietro Caviglia, Bauberater Denkmalpflege und Ortsbildschutz; 11.00 Uhr und 14.00 Uhr. Treffpunkt Zeughaus Lehn, Altdorf.
- Archäologischer Rundgang: Die Vergangenheit unter uns mit Kantonsarchäologin Ines Winet; 11.00 Uhr und 15.00 Uhr. Treffpunkt Zeughaus Lehn, Altdorf. (Anmeldung erforderlich unter https://kulturerbe-entdecken.ch/veranstaltungen/veranstaltungen-detail/die-vergangenheit-unter-uns-ein-archaeologischer-rundgang-durch-altdorf/Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.)
- Führung Kulturgüter – Gefahr, Bedrohung, Schutz mit Vertretern Abteilung Zivilschutz Uri; 10.00 Uhr und 14.00 Uhr. Treffpunkt Kirchenschatzmuseum St. Martin, Tellsgasse 18, Altdorf.
Justizdirektion Uri
Link: https://kulturerbe-entdecken.ch/europaeische-tage-des-denkmals/2026/veranstaltungen/Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
Rückfragen von Medienschaffenden:
Kantonaler Denkmalpfleger, Dr. Thomas Brunner, thomas.brunner@ur.ch, +41 41 875 2882
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| Justizverwaltung | +41 41 875 22 67 | obergericht@ur.ch |