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WOV und Halbanschluss: Eine starke Kombination für die Erschliessung des Kantons Uri

Heute fährt der Verkehr mitten durch die dicht besiedelten Wohngebiete entlang Gotthardachse zwischen Flüelen, Altdorf und Schattdorf. Das stark gewachsene Verkehrsaufkommen hat zu massiven Problemen geführt – das aktuelle Strassennetz wird über Kapazität belastet. Viele Anwohner in Altdorf und Schattdorf leiden unter einer viel zu hohen Luft- und Lärmbelastung.

Vier Schlüsselmassnahmen

Neu kann der Verkehr um die Siedlungsgebiete herumgeführt werden. Die heute belasteten Dörfer werden vom Durchgangsverkehr befreit. Umgesetzt wird ein neues Gesamtverkehrssystem, das auf diese vier Pfeiler baut:

1.  West-Ost-Verbindungsstrasse (WOV)
2.  A2-Halbanschluss Altdorf Süd
3.  Kantonsbahnhof Altdorf mit Ausbau Bussystem
4.  Flankierende Massnahmen in den Siedlungsgebieten

Terminplan

Derzeit laufen die Arbeiten am neuen Kantonsbahnhof auf Hochtouren. Die neue öV-Drehscheibe mit erweitertem Bahn- und Busangebot wird im Dezember 2021 in Betrieb genommen.

Die Flankierenden Massnahmen in den Gemeinden Altdorf, Bürglen und Schattdorf sind rechtskräftig bewilligt.

Noch nicht begonnen werden kann mit dem Bau der WOV – derzeit sind noch sechs Beschwerden vor dem Urner Obergericht hängig.

Der neue A2-Halbanschluss Altdorf Süd wird vom ASTRA geplant, gebaut und finanziert.
 

Die WOV f?hrt den Verkehr neu im die Siedlungen herum.
Die WOV führt den Verkehr neu um die Siedlungen herum.
Schattdorf profitiert von einer bessern Erschliessung dank dem angepassten Knoten Sch?chen.
Schattdorf profitiert von einer besseren Erschliessung dank dem angepassten Knoten Schächen.

 

West-Ost-Verbindung entlastet Siedlungsgebiete und verbessert die Erschliessung des Urner Talbodens

Durchdachtes System

Mit einer neuen Verkehrsführung im Urner Talboden sollen die Siedlungsgebiete nachhaltig vom Strassenverkehr und dessen negativen Auswirkungen entlastet werden. Mit dem total revidierten kantonalen Richtplan und dem dazugehörenden regionalen Gesamtverkehrskonzept Unteres Reusstal (rGVK UR) sind die raumplanerischen Grundlangen geschaffen worden, die Erschliessung des Urner Talbodens auf lange Sicht zu verbessern und den Verkehr um die Siedlungen herumzuführen. Als beste Lösung kristallisierte sich nach einem langen Planungsprozess die Kombination eines A2-Halbanschlusses Altdorf Süd im Raum Attinghausen mit einer West-Ost-Verbindungsstrasse (WOV) entlang des Schächens heraus. Die WOV beginnt beim Kreisel Wysshus Ost und führt durch den Industriepark RUAG. Bei der Coop-Tankstelle mündet die WOV schliesslich in die Gotthardstrasse Schattdorf ein. Andere Linienführungen wurden ebenfalls vertieft geprüft und verworfen. Ein Tunnelbau wäre sehr teuer und würde insbesondere im bewohnten Portalbereich zu keiner Verbesserung der Lärmsituation führen. Die Variante südlich des Schächens ist zum einen wirtschaftlich nicht vertretbar, da mehrere Unternehmen mit über 100 Mitarbeitenden verlegt werden müssen. Zudem wären südlich des Schächens aufwändige Schutzbauten nötig, da auf dem RUAG-Areal noch immer Sprengstoff verarbeitet wird. Eine Variante nördlich des Schächens wurde insbesondere mit Blick auf den schützenswerten Wald und das wertvolle Ökosystem verworfen.

Die WOV ist mehr als eine blosse Strassenverbindung. Sie ergänzt das Verkehrsnetz im Urner Talboden gezielt und ermöglicht ein neues Verkehrssystem, das für die künftige Entwicklung des Kantons wichtig ist. Wenn die WOV in Betrieb ist, muss sichergestellt sein, dass die Dörfer entlastet werden. Darum werden auf der Gotthardstrasse in Altdorf, Bürglen und Schattdorf punktuell so genannte Flankierende Massnahmen (FlaMa) eingeführt. Sie lenken den Durchgangsverkehr direkt auf die WOV und um die Siedlungsgebiete herum.

Am 27. Mai 2015 verabschiedete der Landrat die Kreditvorlage für die WOV im Rahmen des Strassenbauprogramms 2015–2020 für die Kantonsstrassen mit 40 zu 13 Stimmen zuhanden der Volksabstimmung. Im Oktober 2015 sagten die Urner Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern ja zum WOV-Kredit in Höhe von 19.8 Millionen Franken.

Der Bund hat den im kantonalen Richtplan ausgeschiedenen Korridor für die WOV erstmals am 20. September 2013 genehmigt. Die definitive Linienführung mit der Querung über den Schächenbach wurde mit der Richtplananpassung 2016 aufgenommen und durch den Bundesrat am 24. Mai 2017 genehmigt.

Kantonaler Richtplan

Richtplananpassung Der Kanton nimmt Anpassungen am kantonalen Richtplan in regelmässigen Zeitabständen vor, um diesen laufend aktuell zu halten. Er trägt damit der Funktion des Richtplans als dynam…

Richtplananpassung

Der Kanton nimmt Anpassungen am kantonalen Richtplan in regelmässigen Zeitabständen vor, um diesen laufend aktuell zu halten. Er trägt damit der Funktion des Richtplans als dynamisches Steuerungsinstrument der Raumentwicklung Rechnung. Der Anpassungsbedarf am kantonalen Richtplan ergibt sich u. a. aus neuen Grundlagen und Projekten, die zwischenzeitlich fertiggestellt wurden und nun in den Richtplan überführt werden können.

 

Richtplan allgemein

Uri soll auch in Zukunft ein attraktiver Wohn-, Lebens- und Wirtschaftsraum sein. Wertvolle Kulturlandschaften, historische Ortsbilder und bedeutende Baudenkmäler geben Uri sein Gesicht. Gleichzeitig spielt der Kanton eine wichtige Rolle als Transitkorridor. Diese Eigenarten sollen langfristig erhalten und als Stärken ausgespielt werden. Die Leitplanken, die es braucht, um diese Ziele zu erreichen und Uri im nationalen Standortwettbewerb zu stärken, setzt der kantonale Richtplan. Er ist das wichtigste strategische Führungsinstrument der Regierung im Bereich der räumlichen Entwicklung sowie in der Koordination raumrelevanter Sachbereiche. Der Regierungsrat legt damit die wichtigsten Ziele, Strategien und Massnahmen der kantonalen Raumordnungspolitik zu den räumlichen Strukturen, zur Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung, zur Mobilität und zum Verkehr, zur Landschaft und Landwirtschaft, zu den Ver- und Entsorgungsinfrastrukturen und zum Tourismus fest.

Die Abteilung Raumplanung bewirtschaftet den Richtplan, fördert seine Umsetzung und stellt das Controlling sicher.

 

Regionales Gesamtverkehrskonzept Urner Unterland

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