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02 - Raum und Umwelt

Auf dieser Seite finden Sie statistische Angaben zu "Raum und Umwelt" des Kantons Uri.

Fischereibewirtschaftung

Fischbesatz Die Fischereibewirtschaftung ist in einem Konzept durch die Fischereiverwaltung erarbeitet worden und kann im Fischereibewirtschaftungskonzept 2005 eingesehen werden. Besiedlungsdruck…
Fischbesatz
Die Fischereibewirtschaftung ist in einem Konzept durch die Fischereiverwaltung erarbeitet worden und kann im Fischereibewirtschaftungskonzept 2005 eingesehen werden.

Besiedlungsdruck und landwirtschaftliche Nutzung lassen ursprünglichen und natürlichen Flusslandschaften immer weniger Raum:  

  • Technische Eingriffe (Begradigungen, Hochwasserschutz usw.)
  • Belastungen mit Abwasser aus Siedlungen und Landwirtschaft
  • Wasserkraftnutzung (Restwasserproblematik)
  • Winter-Frühjahrs-Hochwasser
Die Verschlechterung der Gewässerqualität hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Fischbestände (und natürlich auch auf die weiteren, meist nicht sichtbaren Lebewesen):

  • anspruchsvolle Fischarten wie Bachneunauge, Äsche oder Seeforelle werden in ihrem Lebensraum immer mehr bedroht
  • die natürliche Fortpflanzung der Fische ist gefährdet, z. T. nicht mehr möglich
  • die natürliche Laichwanderung zu den Fortpflanzungsgebieten ist stark eingeschränkt oder nicht mehr möglich (Staustufen)
Aufgabe der Besatzwirtschaft ist es, die Fischbestände zu schützen und zu erhalten, und zwar durch

  • Besatzmassnahmen nach Fischsterben
  • Fischbesatz zum Erhalt der Artenvielfalt (Besatz mit gefährdeten Arten, z. B. Seeforellen)
  • Erstbesatz neuer Gewässer (z. B. Giessen nach der Renaturierung mit Seeforellen, Golzernsee mit Edelkrebsen)
  • Fischbesatz zur nachhaltigen Gewässerbewirtschaftung
Besatzmethoden
Der Besatz erfolgt im Kanton Uri mit folgenden Methoden:


  • Besatz des Gewässers mit Eiern, sofern die Sohle und die Wasserqualität den Anforderungen entsprechen mittels sog. Vibertboxen
  • Besatz mit sogenannten Sömmerlingen (Fische im Alter eines Sommers), feinverteilt über das ganze Gewässer
  • Besatz mit grösseren Fischen (verschiedene Jahrgänge) in speziellen Fällen (Schadenstrecken, Baustellen nach Winter-Frühjahrs-Hochwasser, Vergiftungen)
Berufsfischerei

Die Gerätschaften und Methoden für die Berufsfischerei sind in den "Ausführungsbestimmungen zur Vereinbarung über die Fischerei im Vierwaldstättersee" (Konkordat) geregelt. Je nach der Fischart oder dem örtlichen Einsatzbereich gelten andere Vorschriften.

Der Laie sei darauf hingewiesen, dass sowohl bei der Freizeitanglerei als auch bei der Berufsfischerei gezielt nach Fischarten gefischt wird. Dazu werden selektiv die entsprechenden Gerätschaften und Methoden angewendet. Die nachstehenden, etwas detaillierten Angaben sollen nicht zuletzt auch dem Freizeitfischer auf dem See eine klare Vorstellung von diesem Metier geben.

Heute werden für den Urnersee noch 2 Berufsfischerpatente ausgestellt, und zwar für Hansruedi Zieri, Altdorf und Markus Arnold, Seedorf. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren es weit mehr. Wie aus dem Archivmaterial ersichtlich ist, verwendete man jedoch den Begriff «Seefischer». Ein Seefischer war jemand, der ein Patent für Netzgerätschaften und Reusen löste, sei dies zum Haupt- oder wohl öfter zum Nebenerwerb. Es fehlen genauere Unterlagen, um über die Jahrzehnte beurteilen zu können, wie viele Familien in Uri tatsächlich vom Fischfang lebten.

Die heutigen Probleme der Berufsfischer lassen sich im Bericht von Karl Frank im «Schweizer Berufsfischer», Verbandsmitteilungen 2002, nachlesen. Sie werden im Folgenden kurz zusammengefasst. Der «Edelfisch», eine im Sommer laichende Felche, ist in den letzten Jahren ausgestorben. Es bleiben als «Haupt-Brot-Fische» Albeli und Balchen. Seit der Verbesserung der Wasserqualität, das heisst seit durch Massnahmen im Gewässerschutz die Entrophierung verringert wurde, wächst das Albeli, eine Kleinfelche, bedeutend langsamer.

Der Arbeitsaufwand pro verwertetem Fischgewicht wird grösser. Die Entwicklung der Preise der einheimischen Fische ist weit hinter dem allgemeinen Fortschritt zurückgeblieben. Überalterung und Nachfolgeprobleme bei den Fischern sind unübersehbar, nicht zuletzt angesichts der Härte der täglichen Berufsarbeit. Die Parallelen zur Landwirtschaft sind offensichtlich.